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Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (08.03.2010) RSV Weil schnuppert an SensationSchweizer Rollhockeymeister muss sich in Champions League Titelverteidiger Reus Deportiu erst kurz vor Schluss geschlagen geben. Mann der tausend Arme und Beine gegen Reus Deportiu: RSV-Torhüter Daniel Dietrich, hier unterstützt von seinen Weiler Mitspielern Marc Werner (rechts) und Samuel Wenger. Foto: Meinrad Schön ROLLHOCKEY. Lange Zeit haben die Rollhockeyspieler des RSV Weil am Samstag in der Champions League an einer faustdicken Überraschung geschnuppert, ja an einer sportlichen Sensation. Genau genommen 45 Minuten und 20 Sekunden lang. Doch 4:40 Minuten vor der Schlusssirene erzielte Deportiu Reus in der Rollsporthalle im Nonnenholz dann doch noch den erlösenden und ganz sicher hochverdienten Treffer zum 1:2. Dass die spanischen Profis kurz vor Ende sogar auf 1:3 erhöhten, war nur noch Formsache. Zuvor allerdings hatten die Weiler den Tabellenfünften der OK-Liga in Spanien, der immerhin Titelverteidiger in der Champions League ist, mächtig ins Schwitzen gebracht. Nahmen die Gäste den schnellen Weiler 1:0-Führungstreffer durch Max Bross nach fünfeinhalb Zeigerumdrehungen auf der Uhr, der einen an RSV-Co-Spielertrainer Samuel Wenger verwirkten Foul-Penalty ebenso gekonnt wie eiskalt verwandelte, indem er den Ball kurz antippte und dann mit Wucht an der spanischen Torhüterlegende Guillem Trabal vorbei ins Netz hämmerte, noch gelassen hin. So wuchs nach der Pause ihre Unruhe mit jeder Sekunde, in der ihre Spieler im Abschluss erfolglos das Weiler Gehäuse berannten, zusehends.
Zwar wurden die Gastgeber von den Spaniern nach rund einer Viertelstunde, in der die Weiler mit schnellen Kontern ein ums andere Mal vor Trabal gefährliche Nadelstiche setzten, zunehmend in der eigenen Hälfte gebunden. Doch agierte der aufopferungsvoll kämpfende Weiler Abwehrverbund überaus diszipliniert und aufmerksam, besonders in der Rückwärtsbewegung. Dahinter stand in Daniel Dietrich ein Torhüter, der eine Weltklasseleistung zeigte, wie selbst sein Gegenüber Trabal hernach überschwänglich lobte. Die Weiler Nummer eins schien tausend Arme und Beine zu haben und trieb die Spanier mit Glanzparaden in Serie an den Rand der Verzweiflung. Selbst zwei Penaltys durch Jordi Canal (Pfosten/31.) und Alessandro Bertolucci (47.) brachten die Gäste nicht am Schweizer Nationalkeeper vorbei. Und bisweilen hatte Dietrich bei vier Latten- und Pfostenschüssen (15., 25., 36., 38.) auch das Glück des Tüchtigen. Machtlos war Dietrich indes beim 1:1-Ausgleich durch den Italiener Alessandro Bertolucci (31.), der einen Rückpass vor dem Weiler Tor direkt nahm, als auch beim 1:2 durch Xavier Pintado, der sich mit dem Rücken zum RSV-Gehäuse vor Marc Werner drehte und verdeckt unter Dietrich einschob sowie beim 1:3 erneut durch Alessandro Bertolucci, der einen Konter abschloss. "Wir haben sie immerhin ein bisschen geärgert, doch waren die Spanier am Ende etwas fitter, als bei uns Kraft und Konzentration nachließen", sagte Sascha Wörner. "Wir hätten eigentlich mal in der Champions League verdient, da wir da gute Spiele machen." Er selbst hatte beim Stand von 1:1 zweimal die Chance dazu. Doch scheiterte Wörner zunächst per Penalty an Trabal (43.) und kurz darauf in Überzahl, als Alessandro Bertolucci zwei Minuten auf der Strafbank saß, mit einem fulminanten Distanzschuss am linken Torpfosten (45.). Im Gegenzug traf Reus zum 1:2. "Wenn wir da erneut in Führung gehen, wer weiß, wie das Spiel ausgeht", haderte RSV-Trainer Ron Schneider. "Wenn du mal etwas in der Konzentration nachlässt, wird das sofort bestraft." Autor: Jochen Dippel
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (08.03.2010) 1:3 ist für RSV wie ein kleiner Sieg Champions League: Weil verliert nach großem Kampf gegen Reus Deportiu Von Uli Nodler Weil am Rhein. Vier läppische Minuten haben zur großen Sensation gefehlt. Am Ende hatte der haushohe Favorit aus Spanien den Kopf aber doch noch aus der Schlinge gezogen. Der Titelverteidiger aus Reus siegte im Nonnenholz mit 3:1. Der amtierende Schweizer Meister RSV Weil verlor auch sein fünftes Champions League-Gruppenspiel vor großer Kulisse in der heimischen Rollsporthalle gegen den spanischen Spitzenklub Reus Deportiu. Das 1:3 war jedoch für die leidenschaftlich kämpfenden Weiler wie ein kleiner Sieg. Das Hinspiel hatte der RSV noch 0:7 verloren. Wir haben uns vorgenommen, uns so teuer als möglich zu verkaufen. Das ist uns wirklich eindrucksvoll gelungen. Fast hätte es sogar zu einem Unentschieden gereicht, lobte auch RSV-Coach Ron Schneider seine Spieler überschwänglich. Und einer im Team überragte seine Mitspieler noch um Längen. Torwart Daniel Dietrich wuchs gegen die übermächtigen Katalanen über sich hinaus. Im Minutentakt trieb Dietrich das spanische Team mit seinen unglaublichen Reflexen zur Verzweiflung. 46 Minuten hielten die Weiler vor ihren begeisternden Fans die Champions League-Partie offen. Sie gewannen die erste Halbzeit sogar mit 1:0. Max Bross verwandelte in der 5. Minuten einen Penalty nervenstark. Er schlenzte den Ball unhaltbar für Guillem Tana Trabal in den Winkel. Trabal soll angeblich, wie von der spanischen Bank zu hören war, der weltbeste Rollhockey-Torwart sein. An diesem Tag stahl ihm Daniel Dietrich die Schau. Fünf Minuten später hätte Samuel Wenger mit einem Alleingang beinahe das 2:0 markiert. Viel mehr los war jedoch vor dem RSV-Gehäuse. Die Katalanen schossen aus allen Lagen. Doch Dietrich blockte erfolgreich mit Schoner und Fanghand ab. Dreimal traf Reus vor der Pause Pfosten und Latte. Genervt verabschiedeten sich die siegessicheren Spanier in die Kabine. Vier Minuten nach der Pause war der Bann jedoch gebrochen. Alesandro Bertolucci besorgte mit einem knallharten Distanzschuss den Ausgleich. Wer nun einen RSV-Einbruch erwartet hatte, sah sich getäuscht. Weil bot weiter Paroli und besaß sogar vier große Chancen zur erneuten Führung. Doch Max Bross (33.), Marc Werner (40.), Daniel Guedelha (41.) und Sascha Wörner (43., Penalty) scheiterten an Trabal. Als im RSV-Lager die Hoffnung auf ein Remis immer größer wurde, schlug Reus Deportiu in den letzten vier Minuten noch zweimal zu. Tore: 1:0 (5.) Bross (Penalty), 1:1 (29.) Bertolucci, 1:2 (46.) Pintado, 1:3 (49.) Bertolucci.
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