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Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (19.04.2016)

Zwei treue Seelen

Verabschieden sich aus der Vereinsarbeit der Weiler Rollhockey-Mannschaft: Madeleine und Harald Vogt, hier mit Abteilungsleiter Thomas Mehlin (Mitte).   Foto: Bernd Kohler Foto: Weiler Zeitung

Verabschieden sich aus der Vereinsarbeit der Weiler Rollhockey-Mannschaft: Madeleine und Harald Vogt, hier mit Abteilungsleiter Thomas Mehlin (Mitte). Foto: Bernd Kohler

Weil am Rhein (bek). Mit dem Saison-Aus der Weiler Rollhockey-Mannschaft gegen den RHC Genf in der ersten Playoff-Runde um die Schweizer Meisterschaft ist auch für zwei treue Seelen des Vereins Schluss: Madeleine und Harald Vogt ziehen sich nach über zwei Jahrzehnten engagierter Mitarbeit im Verein zurück. Das Ehepaar hatte dies der Vereinsführung schon vor Monaten mitgeteilt. Harald Vogt erlebte, stets im Hintergrund als zuverlässiger Betreuer, mit der Mannschaft drei deutsche Meistertitel und drei Pokalsiege in der Bundesliga mit. Zudem war er, seitdem die Mannschaft in der Nationalliga A spielt, bei einer Schweizer Meisterschaft, zwei Vizemeisterschaften und einem Cupsieg im schweizerischen Pokalwettbewerb dabei. Seine Ehefrau Madeleine war ebenfalls über zwei Jahrzehnte Verantwortlich für den Wirtschaftsbetrieb in der Rollsporthalle. 

 


   

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (18.04.2016)

Drei schnelle Konter bringen das Saisonaus

Rollhockeyteam des RSV Weil unterliegt souveränem Genfer RHC auch zu Hause / 1:3-Niederlage im Playoff-Achtelfinal-Rückspiel um die Schweizer Meisterschaft. 

Der RHC Genf, hier Luis Coelho (li.) gegen Jorge Villamil Novoa, hatte gegen den RSV Weil alles im Griff. Foto: Hubbs

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Playoff-Achtelfinale: RSV Weil – Genfer RHC 1:3 (0:2). Für die Rollhockeyspieler des RSV Weil ist die Saison beendet. Bereits in der ersten Runde der Playoff-Spiele um die Schweizer Meisterschaft ereilte die Mannschaft von Trainer Andreas Brinker in der Serie "Best of three" das Aus. Eine Woche nach ihrer 1:7-Niederlage beim wiedererstarkten Genfer RHC mussten sich die Weiler auch im Rückspiel in der heimischen Rollsporthalle im Nonnenholz mit 1:3 (0:2) Toren geschlagen geben.

Vor lediglich rund 100 Zuschauern boten die Gastgeber eine enttäuschende Vorstellung und verpassten das angestrebte entscheidende dritte Spiel gegen den eidgenössischen Serienmeister deutlicher als es das Ergebnis vermuten lässt. Zwar waren sich Brinker und RSV-Torhüter Daniel Dietrich einig darüber, gegen "den neuen Schweizer Titelträger" den Kürzeren gezogen zu haben. "Genf war zweimal klar besser, das muss man anerkennen", sagten beide unisono. Als Trost empfanden sie dies allerdings nicht.

Denn auch die Heimpartie war bereits nach knapp acht Minuten entschieden. Gleich dreimal ließen sich die Einheimischen überrumpeln, wobei sie es den Genfern überaus leicht machten – stets nach dem gleichen Strickmuster: Die von Beginn an hochkonzentriert agierenden Gäste profitierten von schlechten Torschüssen oder fehlerhaften Abspielen der Weiler, um aus ihrer sicheren Abwehr heraus erfolgreiche Konter zu starten.

So erzielte Luis Coelho schon nach 190 Sekunden die Genfer Führung, als er eine flache Hereingabe in den Torwinkel lenkte. Nur 60 Sekunden später erhöhte Jerome Desponds auf 2:0. Nach Doppelpass ließ er dabei dem erneut hervorragenden RSV-Keeper Dietrich völlig frei ebenso keine Abwehrchance wie sein Teamkollege Gael Jimenez, der einen weiteren Konter zum 3:0 abschloss – wiederum ganze drei Zeigerumdrehungen auf der Uhr danach, erneut in 2:1-Überzahl.

"Entscheidend war die Anfangsphase", resümierte Dietrich und urteilte treffend: "Die Genfer waren vollauf bereit, wir dagegen nicht." Und Brinker befand: "Wir hatten viel zu viel Respekt, dabei hatte ich ihnen vorher gesagt: Ihr müsst wollen, das muss der Gegner spüren." Tatsächlich wirkten die Weiler seltsam gehemmt, agierten in der weitgehend fairen Partie – hitzig wurde es nur nach einem Zweikampf zwischen Max Bross ("Er hat mir ins Gesicht gespuckt") und dem Genfer Flavio Silva (42.), nach dem beide die Blaue Karte sahen – teilweise nahezu körperlos. "Nach dem ersten Tor mussten die Weiler höheres Risiko gehen, was wir mit Kontern ausnutzen konnten", freute sich der Genfer Sportchef Pedro Antunes.

Marzio Vanina erzielt Weiler Ehrentreffer

Zwar fanden die Weiler nach der ersten Auszeit mit lautstarkem Appell von Jorge Villamil Novoa ("Wir kämpfen bis zum Schluss, alle machen mit") besser ins Match, gestalteten es ausgeglichen und kamen zu guten Torchancen. Doch waren jene nur selten zwingend. Die Beste verzog Felix Furtwängler nach Direktkombination knapp (9.). Nach der Pause scheiterte der Weiler auch per Strafstoß an Gästetorwart Sebastian Silva nach Bandencheck von Coelho an Bross (35.). Ebenso parierte Dietrich zwei Genfer Penaltys (41./42.). Erst kurz vor Schluss fälschte Marzio Vanina ("Wir haben anfangs dumm gespielt") einen Schuss von Marc Werner zum 1:3 ab, zu spät für eine Weiler Aufholjagd, deren Team wohl zusammen bleibt. Offen ist nur die Trainerfrage.

Tore: 0:1 Coelho (4.), 0:2 Desponds (5.), 0:3 Jimenez (8.), 1:3 Vanina (45.).

 


   

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung.(11.04.2016)

Einfach dumm gelaufen

Muss siebenmal den Ball aus seinem Netz fischen: Weils Torwart Daniel Dietrich.  Foto: Bähr Foto: Die Oberbadische

Muss siebenmal den Ball aus seinem Netz fischen: Weils Torwart Daniel Dietrich. Foto: Bähr

Von Mirko Bähr

„Es gibt Tage, da läuft es halt nicht“, lässt Daniel Dietrich mit einem Schulterzucken wissen. Der Keeper des RSV Weil musste im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinale-Serie beim RHC Genf gleich sieben Mal hinter sich greifen. 1:7 hieß es aus Sicht der Weiler, denen in dieser Partie auch das „Wettkampfglück“ fehlte.

Genf. Während die Genfer ihre Chancen gnadenlos im Netz des Weiler Tores versenkten, traf der RSV in Hälfte eins gleich zweimal den Pfosten. 2:0 führte Genf zur Pause. Der zweite Treffer beispielsweise fand via Hinterteil Joel Soriano Montiels den Weg ins Gehäuse. „Bei denen hat einfach alles geklappt“, konnte es Dietrich nicht fassen.

Die Entscheidung fiel dann vier Minuten nach Wiederbeginn, als die Genfer innerhalb von 29 Sekunden das 4:0 herausschossen. Der RSV hatte in der Mitte den Ball verloren und einen Kontertreffer kassiert – 0:3. Wenige Augenblicke später zappelte der schwarze Ball wieder in den Weiler Maschen.

Flavio Silva (7./29.) und Federico Garcia Mendez (21./29.) waren bis dahin allein für die RHC-Tore zuständig. Gael Jimenez (36.), Flavio Silva (38.) und Mendez (44.) erhöhten auf 7:0. Jeder Schuss landete im Weiler Kasten. Positiv: Die Gäste gaben nicht auf, kämpften weiter und durften den Ehrentreffer durch Tim Schaller (46.) bejubeln. Immerhin.

1:7 - Eine Klatsche in Spiel eins der diesjährigen Playoffs. Die Weiler also schon so gut wie aus dem Rennen? Mitnichten. „Das ist das Schöne an den Playoffs. Es war nur ein Spiel. Die Serie ist noch lange nicht entschieden“, sagt Dietrich. Fakt ist: Der RSV muss am kommenden Samstag, 15.30 Uhr, zuhause im Nonnenholz siegen, um dann das dritte, entscheidende Match in Genf bestreiten zu können.

„Mund abwischen, gut trainieren, und dann geht es weiter. Das wirft uns doch nicht aus der Bahn“, lässt Daniel Dietrich wissen. Die Leistung des RSV sei nicht so schlecht wie das Ergebnis gewesen. „Es ist einfach auch dumm gelaufen.“

RHC Genf – RSV Weil 7:1 (2:0). – Tore: 1:0 (7.) Silva, 2:0 (21.) Mendez, 3:0 (29.) Mendez, 4:0 (29.) Silva, 5:0 (36.) Jimenez, 6:0 (38.) Silva, 7:0 (44.) Mendez, 7:1 (46.) Schaller. SR: Lewis/Ferimi. Z.: 112. Blaue Karte: Villamil (46./RSV Weil).

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(08.04.2016)

"Wir haben ein Ziel: das heißt Finale"

Am Samstag beginnen in Genf die Playoffs für das Rollhockey-Team des RSV Weil / Trainer Reiner Brinker ist die Zuversicht in Person.

Reiner Brinker Foto: Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Playoff-Viertelfinale: RHC Genf – RSV Weil, Samstag, 17.30 Uhr. Wer hoch hinaus will, muss sich hohe Ziele setzen. Im Idealfall sind es vier Spiele bis zum Finale um die Schweizer Rollhockey-Meisterschaft. Und da will der RSV Weil hin. Sagt Trainer Reiner Brinker. Samstag beginnen die Playoff-Viertelfinals. Die Weiler starten mit der ersten von maximal drei Partien beim RHC Genf. In der BZ spricht der RSV-Coach über die Aussichten. Brinker über... 

... die Chancen des RSV Weil
"Man muss nur auf unsere Rückrundenbilanz schauen: neun Siege, eine Niederlage. Die Tendenz ging immer nach oben. Machbar ist alles. Es gibt keine Mannschaft, vor der wir uns verstecken."
... den Gegner, RHC Genf
"Ein angenehmer Gegner. Sie spielen, ähnlich wie wir, schnelles und schönes Hockey, versuchen immer mitzuspielen. Es gibt Chancen für beide Seiten. Man könnte sagen, das kommt uns entgegen, stimmt. Aber das gleiche gilt ja auch für sie, weil wir eben auch mitspielen und nicht so defensiv agieren."

... die entscheidenden Faktoren
"Mannschaftsgeist und Wille."
... die Nerven
"Ich bin positiv gestimmt, weil die letzten Spiele in dieser Hinsicht richtig gut waren: Keine Hektik, auch wenn der Gegner ausgeglichen hat oder mal unfair spielte, wie Genf am Samstag im letzten Spiel der Hauptrunde. Es ist keiner nervös geworden. Ich glaube, unsere Nerven sind gut: Max Bross, Marc Werner oder im Tor: Da haben wir mit Daniel Dietrich eine Bank. Da kannst du auch mal eine kriegen und musst dir nicht gleich Sorgen machen."
... den Heimvorteil Bahn
"Im Duell mit Genf sehe ich da keine großen Vor- oder Nachteile. Die Jungs kommen mit der Bahn in Genf gut klar. Anders als zum Beispiel mit der in Vordemwald, die sehr anstrengend ist. Die ist sehr stumpf, das geht auf die Knochen.
... die Ziele des RSV Weil
"Wir haben ein Ziel und das heißt: ins Finale kommen. Warum nicht? Es sind alle fit, wir sind bestens drauf. Man muss natürlich abwarten: Es gibt Mannschaften, die im Playoff-Modus stärker werden, andere lassen nach. Und es ist alles sehr eng in der Liga. Die Tagesform entscheidet. Diessbach ist sicher am stärksten einzuschätzen in der Liga, aber sie sind voll auf (Liga-Topscorer) Pascal Kissling ausgerichtet. Das ist bei uns anders: Bei den Torschützen sind wir breiter aufgestellt: Jorge Novoa, Marzio Vanina, auch Felix Furtwängler ist immer für ein Tor gut. Auch Max Bross ist immer gefährlich."
... die Vorbereitung
"Zuletzt haben wir ein Fitnessprogramm im Sensitiv in Lörrach abgespult: CrossFit, eine Art Zirkeltraining. Junge, Junge, hatten die Spieler einen Muskelkater, den ich allein schon vom Zuschauen bekommen habe. Sie waren danach aber glücklich kaputt. Ich glaube, sie haben inzwischen gemerkt: Will man irgendwo ankommen, muss man etwas dafür tun. Ich weiß noch, dass wir früher oft über die Kondition gewonnen haben. Jetzt haben wir auch wieder richtig Dampf und das hilft: beim Spielstand halten oder um nachzulegen."
... den Faktor Publikum
"In Genf, wo französisch gesprochen wird, haben sie eine andere Mentalität, sind nicht so euphorisch, was auch daran liegt, dass alle Zuschauer sitzen. Da sind wir gegenüber Genf sicher im Vorteil. Bei uns gehen die Zuschauer mehr mit."
... die personellen Aussichten
"Sehr gut. Bislang war Ruhe in unserer WhatsApp-Gruppe, und wenn da keine Nachricht kommt, ist das gut." 

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung.(04.04.2016)

Auswärtssieg gut für die Moral

Marzio Vanina erzielt den Weiler Siegtreffer in Genf.  Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Marzio Vanina erzielt den Weiler Siegtreffer in Genf. Foto: Mirko Bähr

Von Uli Nodler

Genf. Der RSV Weil, deutscher Vertreter in der Schweizer Nationalliga A, hat die Qualifikationsrunde auf dem sechstes Platz abgeschlossen und sich damit für die bereits am kommenden Wochenende beginnenden Titel-Playoffs qualifiziert. Dieser Rang stand schon vor dem letzten Spieltag fest. Im letzten Match ging es ausgerechnet zum aktuellen Tabellendritten Genfer RHC, auf den die Weiler nun auch im Viertelfinale treffen. Und der RSV verschaffte sich mit einem 2:1 (1:0)-Erfolg großen Respekt beim Gegner.

„Der Erfolg hatte zwar auf die Tabelle keinen Einfluss mehr, aber er war überaus gut für die Moral. Die Partie hat uns gezeigt, dass wir gegen die sicherlich favorisierten Genfer realistische Chancen haben, ins Halbfinale einzuziehen“, freut sich Goalie Daniel Dietrich, der am Samstag einmal mehr ein großer Rückhalt war und nur einmal hinter sich greifen musste.

In der Genfer Rollsporthalle herrschte am Samstagabend ein rauher Wind. Beide Klubs spielten mit harten Bandagen und legten Wert auf eine stabile Defensive. Torszenen blieben deshalb in beiden Halbzeiten Mangelware. Dafür übertrieben es beide Mannschaften mit der Härte. „Die Unparteiischen ließen viel zu viel durchgehen“, kritisiert Dietrich.

In der 12. Minute hatten die Gäste aus der Grenzecke das Glück des Tüchtigen, als Jorge Villamil den Ball unhaltbar für den Genfer Schlussmann zum 1:0 für den RSV Weil ablenkte. Diese Führung hatte bis zur 40. Minute in der zweiten Halbzeit Bestand. Dann glich Jerome Desponds für Genf aus.

Den Gastgebern wurde dann aber ihre Härte zum Verhängnis. Nach dem 15. Team-Foul verwandelte der Weiler Marzio Vanina (47.) den fälligen direkten Freistoß zum 2:1-Erfolg.

Nun trifft der Genfer RHC also im Playoff-Viertelfinale auf den RSV Weil. In der Serie „Best of three“ hat Genf den Vorteil, mit einem Heimspiel zu beginnen. Die Partie steigt am kommenden Samstag (9. April) ab 17.30 Uhr in Genf.

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung.(21.03.2016)

Wieder Villamil in der Verlängerung

Die Matchwinner für den RSV Weil:   Jorge Villamil (links)   und Felix Furtwängler.     Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Die Matchwinner für den RSV Weil: Jorge Villamil (links) und Felix Furtwängler. Foto: Bernd Kohler

Von Bernd Kohler Weil am Rhein. Im vorletzten Spiel der Qualifikation für die Playoffs um die Schweizer Rollhockeymeisterschaft feierte der RSV Weil am Sonntagnachmittag gegen den RHC Uri einen glanzlosen 4:3 (3:3, 1:1)–Heimsieg. Die Weiler, die bereits für die Playoff-Runde qualifiziert sind, festigten damit den sechsten Tabellenplatz, zwei Punkte hinter Uttigen. Es hat schon Tradition beim RSV Weil: Gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte tut man sich schwer. Nach dem glücklichen Heimsieg am Vorsamstag gegen Wimmis mussten die Weiler auch gegen die Urner „Stiere“ in die Verlängerung. Und auch diesmal sicherte Jorge Villamil den Hausherren in der Nachspielzeit zwei Punkte in einer auf bescheidenem Niveau stehenden Partie. Für richtige Spannung in der Rollsporthalle sorgte wenigstens die Torfolge. Mit ihrer lauf- und kampfstarken Vorstellung waren die Gäste ein unangenehmer Gegner, der mit etwas Glück auch als Sieger von der Bahn hätte gehen können. Danach sah es auch aus, denn die Reusstäler hatten die drei Punkte bereits ganz nah vor Augen.

Beim Spielstand von 2:3 eine Minute vor Schluss kassierten die Hausherren nach dem zehnten Teamfoul den fälligen Penalty: Mannschaftskapitän Thomas Gisler scheiterte aber an Weils Torhüter Daniel Dietrich. Im Gegenzug leistete sich Uris Patrick Greimel dann ein grobes Foul, sah die Blaue Karte und einen nervenstarken Felix Furtwängler, der den Penalty 22 Sekunden vor Schluss zum 3:3 verwandelte und die Verlängerung erzwang. Es war bereits die siebte in der laufenden Qualifikation. Jorge Villamil sicherte dann den Weilern mit seinem 19. Saisontor den Heimsieg in einer hart umkämpften, aber spielerisch wenig überzeugenden Begegnung. Am kommenden Oster-Wochenende pausieren die Weiler Cracks, die erst in zwei Wochen zum letzten Qualifikationsspiel in Genf antreten.

Tore: 0:1 (8.) Joshua Imhof, 1:1 (9.) Vanina, 2:1 (29.) Villamil, 2:2 (34./Penalty) Thomas Gisler, 2:3 (40.) Markus Gerig, 3:3 (50./Penalty) Furtwängler, 4:3 (54.) Villamil. – Blaue Karten: Vanina (34./23 min) – Greimel (50./2 min) . – Schiedsrichter: Eggimann (Wimmis)/Jordi (Basel). 

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung.(14.03.2016)

Die Playoffs sind fix

Jorge Villamil schießt das Siegtor für den RSV Weil.   Foto:   Kohler Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil schießt das Siegtor für den RSV Weil. Foto: Kohler

Weil am Rhein (bek). Durch einen 3:2 (1:1)-Arbeitssieg nach Verlängerung gegen den RHC Wimmis hat der RSV Weil die Teilnahme für die Playoffs gesichert. Den Siegtreffer erzielte der Spanier Jorge Villamil.

Einmal mehr tat sich der RSV gegen ein Team aus dem unteren Tabellenfeld recht schwer. Nur in den ersten zehn Minuten hielt sich der Gastgeber an die taktische Marschroute, dann passte er sich dem spielerisch schwachen Niveau der kampfstarken Berner Oberländer an, die die erste Chance nach sechs Minuten nutzten.

„Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel zu machen, haben es uns dann aber aus der Hand nehmen lassen“, resümierte ein enttäuschter Kapitän Max Bross, der sich später auch wie seine Teamkollegen fragen lassen musste: Warum der RSV gegen Teams aus der vorderen Tabellenhälfte stets groß aufspielt, gegen die „Nobodys“ aber Punkte abgibt? Noch kritischer ging Torhüter Daniel Dietrich mit dem phasenweise zerfahrenen Auftritt seiner Vorderleute um: „Die Mannschaft beschäftigte sich mehr mit Schiri-Entscheidungen, da kam Hektik und Frust auf. Positiv allerdings: Wir haben uns nach sieben Spieltagen als Tabellenletzter in die Playoffs gekämpft.“

RSV-Coach Reiner Brinker nahm seine Jungs in Schutz: „Die Mannschaft wollte zu viel, rannte zu verbissen an und nutzte ihre Torchancen nicht.“ Die waren zweifellos vorhanden, aber von den vielen gefährlichen Weiler Querpässen wurde nicht einer verwertet. Ein Weiler Doppelschlag mit Toren von Felix Furtwängler brachte zwar das 2:1, aber mehr Ruhe kehrte damit nicht ein. Abwehrpatzer vermochte Torjäger Kevin Gmür für die Gäste nicht zu nutzen, aber wenig später erzwang er durch einen verwandelten Penalty nach dem zehnten Weiler Teamfoul die Verlängerung.

Tore: 0:1 (6.) Simon Brand, 1:1 (15.) Furtwängler, 2:1 (38./Penalty) Furtwängler, 2:2 (39./Penalty), 3:2 (52.) Villamil. SR: Graber (Lensburg)/Hinteregger (Feldkirch). Z.: 120. – Blaue Karte: - Wirth (38./2 Min.)

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung.(07.03.2016)

Vanina verwandelt eiskalt

Von Uli Nodler

Revanche geglückt. Und wie! In seinem viertletzten Hauptrundenspiel der Schweizer Nationalliga A gelingt dem RSV Weil am Samstag im Nachbarschaftsduell beim RHC Basel ein 5:4-Erfolg nach Penaltyschießen. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Marzio Vanina eiskalt.

Basel. Das Hinspiel in der Weiler Rollsporthalle hatten die Basler noch mit 4:2 für sich entschieden. Nun drehte der RSV mit einer vor allem in der Offensive starken Leistung den Spieß um. „Dieser Auswärtssieg gegen ein Spitzenteam gibt uns eine Menge Selbstvertrauen für die anstehenden Titel-Playoffs“, jubelt RSV-Goalie Daniel Dietrich, der den letzten Basler Penalty vom Ex-Weiler Tobias Mohr mit einem tollen Reflex abwehrte. dafür haben sich die Weiler nahezu sicher qualifiziert.

Aber auch in dieser Partie war aus Weiler Sicht noch nicht alles Gold, was glänzte. Vor allem in der Abwehr offenbarten die Gäste gerade in der zweiten Halbzeit noch große Defizite. „Da müssen wir uns noch deutlich steigern, wenn wir in den entscheidenden Saisonpartien eine gute Rolle spielen wollen“, betont Dietrich.

Der RSV Weil spielte eine famose erste Halbzeit, führte nach 17 Minuten gegen einen zeitweise konsternierten RHC Basel mit 3:0. Sehenswert waren die Treffer. So war Max Bross nach vier Minuten mit einem fantastischen Hocheck-Schuss erfolgreich.

Und dann hatte Joel Montiel Soriano zwei große Auftritte. Beim 2:0 (16.) musste er nur noch den Schläger hinhalten und die Kugel fand den weg ins Netz. Mit einem Abstauber erhöhte Soriano dann 90 Sekunden später auf 3:0.

Ärgerlich war, dass die Gäste 57 Sekunden vor der Sirene zur Halbzeitpause das 1:3 hinnehmen mussten. Nach einer blauen Karte verwandelte Alberto Gomez del Torno den fälligen direkten Freistoß.

Tobias Mohr verzockt gegen Daniel Dietrich 

Die zweite Halbzeit geriet zum offenen Schlagabtausch. Wieder war es Gomez del Torno (28.) , der mit seinem zweiten Tor in dieser Partie auf 2:3 verkürzte. Soriano (41.) stellte den alten Abstand wieder her. In der Schlussphase nutzten die Gastgeber Weiler Abwehrfehler zum 4:4-Ausgleich. In der Verlängerung passierte nichts mehr. So musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen. Nach fünf Penaltys pro Team stand es 1:1. Getroffen hatten Tobias Mohr für Basel und Marzio Vanina für Weil. Im Stechen dann scheiterte Mohr an Dietrich und Vanina versenkte die Kugel.

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(29.02.2016)

RSV Weil steigert sich über Nacht

Rollhockey-Nationalliga-A-Team verliert in Vordemwald, bezwingt aber den Zweiten Montreux HC. 

Drei Chancen hatte Felix Furtwängler vom RSV Weil (Mitte), doch dreimal scheiterte er an Montreux Torhüter Guillaume Oberson. Foto: Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A Schweiz: RHC Vordemwald – RSV Weil 6:5 (5:5, 3:2) n. V.; RSV Weil – Montreux HC 4:2 (3:1). Auf maximale sechs Punkte hat Trainer Reiner Brinker am Wochenende gehofft. Vor allem aber auf einen Sieg des RSV Weil am Samstag in Vordemwald. Doch dann verlor sein Team beim Vorletzten in der Verlängerung unerwartet mit 5:6, nahm nur einen Punkt mit. Doch nach einer erheblichen Steigerung bezwangen die Weiler am Sonntag zu Hause den Tabellenzweiten Montreux HC mit 4:2 und kamen somit noch auf vier Zähler.

Indes kam die Schlappe in Vordemwald nicht völlig überraschend. Immerhin zogen die Weiler schon im Saisonauftaktmatch auf heimischer Bahn mit 4:6 den Kürzeren. Nach der guten Leistung zuletzt bei der unglücklichen 2:3-Heimniederlage gegen Spitzenreiter Diessbach weist die Weiler Formkurve weiterhin erhebliche Leistungsschwankungen auf. "Gestern war es der Horror, heute war es richtig gut", resümierte der Weiler Torhüter Daniel Dietrich. "Somit haben wir den Abstand auf den Vorletzten Vordemwald von fünf auf sieben Punkte vergrößert."

Dietrich hält vier Strafstöße, Villamil Novoa erzielt drei Tore

Dietrich selbst trug wieder einmal wesentlich zum verdienten Heimerfolg gegen Montreux bei. In einer rassigen, spielerisch guten und von zahlreichen Torszenen geprägten Partie, die beiderseits trotzdem überaus fair geführt wurde (nur 4:5-Teamfouls), erwischte der Schweizer Routinier einen absoluten Sahnetag. Dabei stand er Montreux nicht nur bei zahlreichen Großchancen im Weg, sondern parierte auch noch alle vier Strafstöße der Gäste – beim Stand von 2:1, beim 3:1 und gleich zwei in Serie beim 4:1.

Der zweite Garant für den Weiler Erfolg war Jorge Villamil Novoa. Der junge Spanier erzielte gleich drei Treffer und sorgte mit seiner individuellen Klasse für viel Wirbel vor dem Gästegehäuse. Kurios war aber sein 4:1. Denn dabei prallte sein fulminanter Schuss aus vollem Lauf von der Bande hinter dem Gästetor zurück auf seinen Schläger und von dort am verdutzten Montreux-Keeper Guillaume Oberson ins Netz. Genauso wichtig war für RSV-Trainer Reiner Brinker aber die Leistung seines Teams. "Die Jungs sind auch nach dem 0:1-Rückstand ruhig geblieben sowie später, als Montreux sehr viel Druck machte, haben sie die Bälle nicht sofort blind nach vorne gedroschen."

In Vordemwald lief hingegen fast alles schief. "Die haben zweimal aufs Tor geschossen, jeweils in den Winkel, schon stand es 0:2", sagte Sirak Abraha. Zwar drehten Marc Werner, Furtwängler und Novoa die Partie zum 3:2, doch lag der RSV 39 Sekunden vor dem Ende mit 4:5 hinten. Immerhin gelang Marzio Vanina, der auch das 4:4 erzielte, sechs Sekunden vor der Schlusssirene noch zum 5:5 aus.

Tore in Vordemwald: 1:0 Sandro Moor (2.), 2:0 Häfliger (8.), 2:1 Werner (15.), 2:2 Furtwängler (20.), 2:3 Villamil Novoa (22.), 3:3 Sandro Moor (32.), 4:3 Kunz (44.), 4:4 Vanina (47.), 5:4 Patrick Moor (50.), 5:5 Vanina (50.), 6:5 Sandro Moor (52.).

Tore gegen Montreux: 0:1 Terns Torrens (8.), 1:1 Villamil Novoa (13.), 2:1 Furtwängler (17.), 3:1/4:1 beide Villamil Novoa (24./34.), 4:2 Terns Torrens (50.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(22.02.2016)

Bitterer Doppelschlag kurz vor Schluss

Rollhockey-Nationalliga-A-Team des RSV Weil unterliegt Tabellenführer RHC Diessbach nach 2:0-Führung noch mit 2:3.

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – RHC Diessbach 2:3 (1:0). Unglücklicher lässt sich kaum verlieren. Lange Zeit haben die Rollhockeyspieler des RSV Weil im Heimspiel gegen den favorisierten RHC Diessbach geführt und schienen angesichts eines 2:0-Vorsprungs auf dem besten Weg, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. Doch nach dem Anschlusstreffer und einem Doppelschlag kurz vor Schluss sahen sie sich um die Früchte einer guten Mannschaftsleistung gebracht und standen mit leeren Händen da.

Kein Wunder, dass die Mannschaft nach der Partie tief enttäuscht von der Bahn schlich. "Natürlich ist es keine Schande, gegen den Spitzenreiter und aktuellen Schweizer Pokalsieger zu verlieren", bilanzierte Trainer Reiner Brinker, "aber es ist natürlich schade, wenn man so kurz vor dem Ende ohne Zählbares dasteht – ein Remis wäre gerecht gewesen." Zufrieden zeigte er sich indes mit der Leistung und Einstellung seines Teams.

Allerdings hatte seine Mannschaft nach dem Diessbacher Anschlusstreffer mittels "Bauerntrick" durch Torjäger Pascal Kissling in den letzten zehn Minuten jegliche Ordnung verloren. Der Torjäger war blitzschnell von der hinteren Bande vor das Weiler Gehäuse gesaust, hatte RSV-Gegenspieler Joel Montiel Soriano stehen lassen und den Ball flach ins hintere Toreck bugsiert (40.).

Fortan drängten die Gäste die Weiler völlig in die Defensive und schnürten sie derartig ein, dass sich die Einheimischen beinahe nur noch mit Einzelaktionen zu helfen wussten oder den Ball unkontrolliert nach vorne schlugen. Zwar wollte Brinker sein Team mit einer Auszeit in der hektischen Endphase noch einmal neu einstellen, doch fehlte drei Minuten lang die dazu nötige Spielunterbrechung.

So war das Ergebnis stets das gleiche: Der Ball ging umgehend wieder verloren, so dass eine Angriffswelle nach der anderen auf den Kasten von Daniel Dietrich zurollte. Der Torhüter hielt, was zu halten war, doch am Ende war auch er machtlos. Nachdem der Diessbacher Albert Galan 94 Sekunden vor Schluss den 2:2-Ausgleich erzielt hatte, gelang Kissling 17 Sekunden vor Ultimo sogar noch der 3:2-Siegtreffer des Tabellenführers. Dabei fälschte er einen Schlag Galans von der Mittellinie vor dem Weiler Tor im Duell mit Marzio Vanina so ab, dass die Kugel an Dietrich vorbei ins Tor rutschte. Somit belohnten sich die Gastgeber nicht einmal mit dem einen Punkt, den ein 2:2 am Ende der normalen Spielzeit bedeutet hätte.

Kein Wunder, dass der Weiler Keeper die "extrem ärgerliche Niederlage" zu seinen "sicher bittersten überhaupt" zählte. Schließlich spielte sein Team bis zum ersten Gegentor sehr gut und diszipliniert. Mit großem Kampfgeist in der Vorwärts- wie Rückwärtsbewegung machte sie technische Diessbacher Vorteile wett. "Aber es kann nicht angehen, dass uns dieses Tor derart aus der Fassung bringt, dass gar nichts mehr geht und wir den Ball nicht mal mehr aus unserer Hälfte rauskriegen." Dietrich sah darin eine Parallele zum 3:2-Heimsieg gegen Genf. "Da hatten wir noch Glück, jetzt nicht."

RSV-Trainer Brinker hadert mit ungenutzten Chancen

Derweil haderte Reiner Brinker erneut mit den nicht genutzten Torchancen. "Wir müssen vorher das 3:0 oder das 3:1 erzielen." Dabei dachte er vor allem an zwei vergebene Strafstöße: So scheiterte Jorge Villamil Novoa (23.) nach einem Foul an ihm und blauer Karte für David Carles Domenèch beim Stand von 1:0 ebenso am starken Diessbacher Torsteher Gaspardo da Silva Pinto, der bei der letzten Weltmeisterschaft noch für Mosambik spielte, wie Sirak Abraha kurz nach dem Anschlusstreffer und dem zehnten Diessbacher Teamfoul (40.).

Indes parierte nur Sekunden später auch Dietrich nach dem zehnten Weiler Teamfoul den Gästestrafstoß des Katalanen Domenèch. Zuvor hatte Abraha die schnelle Weiler 1:0-Führung durch Marc Werner, der einen klugen Querpass von Max Bross (4.) aus kurzer Distanz ins Netz drückte, durch einen verwandelten Direkten auf 2:0 erhöht (32.). Vorausgegangen war ein Foul von Kissling gegen Felix Furtwängler, für das er die blaue Karte sah.


Tore: 1:0 Werner (4.), 2:0 Abraha (32./Direkter), 2:1 Kissling (40.), 2:2 Galan (49.), 2:3 Kissling (50.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(08.02.2016)

Marzio Vanina trifft per Golden Goal

Mühsamer 6:5-Sieg des RSV Weil in der Schweizer Nationalliga A gegen den RSC Uttigen / Jorge Villamil Novoa erzielt vier Treffer.    

Der Weiler Joel Montiel Soriano (Mitte) scheitert am Uttiger Torwart Vizio. Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – RSC Uttigen 6:5 n. V. Das ist gerade noch einmal gutgegangen. Als sich für den RSV Weil nach zuletzt drei Siegen in Folge die erste Niederlage dieses Jahres abzuzeichnen schien, nahm Jorge Villamil Novoa Anlauf zu einem Strafstoß, dem dritten für das einheimische Rollhockeyteam, behielt die Nerven, erzielte 137 Sekunden vor Schluss den 5:5-Ausgleich und erzwang damit die Verlängerung gegen den RSC Uttigen. Und dort gelang Marzio Vanina sogar noch das Golden Goal zum umjubelten 6:5-Sieg.

Nachdem die Weiler zuvor eine Vielzahl bester Möglichkeiten ungenutzt gelassen hatten, reagierte der RSV-Angreifer in der sechsten Minute der zehnminütigen Nachspielzeit blitzschnell und drückte einen vom Uttiger Torhüter Jean-Pierre Vizio zu kurz abgewehrten Schuss von Max Bross zum Siegtreffer über die Torlinie. "Das haben sich die Jungs verdient", resümierte Trainer Reiner Brinker, der nach der ersten Hälfte noch gestöhnt hatte: "Es kann nur besser werden." Auch wenn danach bei weitem nicht alles geklappt hatte, freute sich der Coach doch über die Einstellung seiner Mannschaft. "Entscheidend für den Erfolg war am Ende der Teamgeist. Damit haben die Jungs das Ding rausgerissen: Da hat keiner den Kopf hängen gelassen, da ist jeder für jeden gelaufen, und keiner war zu stolz, um zu sagen: Nimm mich raus, ich brauche mal zwei Minuten Pause zum Luftholen."

Auch RSV-Torhüter Daniel Dietrich ("Das war sicher nicht mein Tag") setzte kurz nach dem glücklichen Finale wieder ein freundliches Gesicht auf. "Dass ich nach so einem Spiel schon wieder lachend vom Feld fahre, ist schon komisch", sagte der Keeper, der zwei Gegentreffer auf seine Kappe nahm. Herbe Kritik übte sein Coach indes erneut an der "katastrophalen Chancenverwertung" seines Teams. "Dass die Jungs das können, zeigen sie im Training, aber nicht im Spiel", haderte Brinker. "Zur Pause müssen wir eigentlich mit 3:0 führen."

Tatsächlich hieß es unter den Augen der beiden Weiler Ex-Trainer Enzo Lain und Ron Schneider aber 3:3. Zwar hatte Villamil-Novoa den RSV schnell mit 1:0 nach vorn gebracht (7.), nachdem sein spanischer Landsmann Joel Montiel Soriano zuvor (3.) den ersten von drei Weiler Strafstößen vergeben hatte. Doch anstatt die Führung auszubauen, drehte Uttigen die Partie mit einem Doppelschlag von André Pereira binnen 76 Sekunden. Zunächst verwertete er einen Konter, und wenig später schoss er Sirak Abraha, der direkt am Torpfosten stand, den Ball von der Bande an die Schuhspitze, von der jener den Weg ins eigene Tor fand. Immerhin glich Abraha im Gegenzug zum 2:2 aus. Doch nachdem Vanina mittels Penalty an Vizio gescheitert war, machte es der Uttiger Leandro Wada besser, als er Dietrich per Direktem zum 2:3 überwand. Immerhin erzielte Villamil Novoa zwei Sekunden vor der Pause noch das 3:3.

Trotz aller guten Vorsätze gab es für die Weiler schon nach 40 Sekunden des zweiten Durchgangs einen Rückschlag. Robin Schaffer entwischte Marc Werner und schob die Kugel zum Uttiger 4:3 an Dietrich vorbei ins Netz. Zwar knallte Novoa einen Freistoß an der Uttiger Drei-Mann-Mauer vorbei zum erneuten Ausgleich in den Torwinkel, doch nutzten die Gäste wiederum kurz darauf einen Konter zum 5:4. In der Schlussphase vergaben beide Teams weitere Strafstöße durch Sontiel (34./Penalty) und Wada (44./10. Teamfoul), ehe Novoa mit seinem vierten Treffer noch zum 5:5 traf. "Ich wollte den Ball unbedingt reinmachen", sagte der junge Spanier, "zum Glück hat es geklappt." Zu Reacht erhielt er von Brinker ein Sonderlob: "Jorge hat ein Riesenspiel gemacht, er war vorne und hinten stark und ließ sich auch nicht durch Fouls provozieren."

Tore: 1:0 Villamil Novoa (7.), 1:1 /1:2 beide Pereira (14./5.), 2:2 Abraha (16.), 2:3 Wada (23./Direkter), 3:3 Villamil Novoa (25.), 3:4 Schaffer (26.), 4:4 Villamil Novoa (31.), 4:5 Schertenleib (33.), 5:5 Villamil Novoa (58./ Penalty), 6:5 Vanina (56.).

 


 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(25.01.2016)

Die richtige Vorbereitung macht’s

Weiler Rollhockeyteam trifft sich vor der Partie gegen Genf zum gemeinsamen Mittagstisch – und schlägt den Favoriten mit 3:2. 

Technisch war viel geboten in Weil: hier Marzio Vanina (rechts, RSV) gegen den Genfer Flavio Silva Foto: meinrad Schön

ROLLHOCKEY, Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – Genfer RHC 3:2 (2:0). Reiner Brinker-Wahl hat verborgene Qualitäten. Er kann eine Hockey-Mannschaft trainieren, so viel ist bekannt. Unter ihm hat der RSV Weil zuletzt sechs Punkte in der Nationalliga A erspielt. Doch der Weiler Coach versteht sich auch auf die richtigen Zutaten für ein schmackhaftes Tellergericht. Am Samstagmittag hatte Brinker-Wahl seine Spieler zum Essen eingeladen, zu sich nach Hause, in Brombach. Der Trainer kredenzte Spaghetti Bolognese. Sein Vorhaben war, den Zusammenhalt weiter zu stärken, und er wollte sicher gehen, dass die Spieler am Matchday nicht bis in die Puppen in den Federn liegen. "Es mussten alle bis spätestens halb zwölf erscheinen. Und dann waren auch alle gleich mit dem Kopf bei der Sache", sagte er. Bei der Sache heißt: das Team, Rollhockey, das Spiel am Nachmittag gegen Genf. "So wusste ich, dass vorher keiner mehr ewig am Computer sitzt. Es war lustig, man hat gemerkt, dass es allen Spaß gemacht hat", berichtete der Coach.

Dass das Miteinander vielleicht so viele Punkte einbringt wie individuelle Klasse, ist keine neue Erkenntnis. Doch auch Brinker-Wahl hat sich daran orientiert. Am Samstag ist das Wirken des neuen Coaches vorläufig in einem erstaunlichen 3:2-Erfolg gegen den Genfer RHC und im Vorstoß auf Tabellenplatz fünf gegipfelt. Erstaunlich war der dritte Sieg in Folge deshalb, weil Genf zu den hochkarätigen Teams der Schweizer Eliteliga zählt, und auch deshalb, weil die Weiler sich nicht scheuten, ihrem Gegner auf gleicher Ebene zu begegnen. Der ehemals Tabellenletzte beteiligte sich im Nonnenholz an einer ansehnlichen, technisch hochstehenden Partie. "Ein schönes Spiel für die Zuschauer", bemerkte Brinker-Wahl und stellte dabei den Doppeltorschützen Felix Furtwängler heraus. Schon Jorge Novoas 1:0 (16.) war sehenswert, doch Furtwängler hatte noch mehr für das Auge zu bieten. Beim 2:0 (21.) schnippelte er nach seinem Vorstoß über rechts den Ball mit Finesse in den oberen Teil des Netzes, vor dem 3:0 (48.) beförderte er den Ball gleich zweimal leicht in die Höhe, ehe er sicher verwandelte. "Felix hat einen Riesenschritt gemacht. Man merkt, er ist jetzt richtig frei im Kopf", urteilte sein Trainer. Furtwänglers jüngster Trend sei exemplarisch für das Team. "Die Jungs haben wieder Vertrauen in sich. Allein unsere drei Tore: Da war viel Überzeugung dabei. Wir haben ja auch trainiert, geradlinig nach vorne zu spielen." Allerdings stimme auch wieder die Basis. "Wir stehen defensiv besser, begehen viel weniger Fouls", berichtet Brinker-Wahl.

In den letzten Spielminuten steuerte dann auch der erneut famose Torhüter Daniel Dietrich seinen Teil bei: Er hielt in den letzten Minuten einen Penalty, was umso wichtiger war, da die Gäste anschließend innerhalb von 35 Sekunden noch auf Anschluss (49.) stellen konnten; unter anderem mit einem erneuten Penalty. Bis zur Schlusssirene "hatten wir dann noch ein paar brenzlige Situationen zu überstehen. Aber jeder hat mit vollem Einsatz verteidigt", sagte Brinker-Wahl.

Der Coach hat verschüttete kreative Kräfte wieder zu Tage gefördert. Aus einer Summe an begabten wie verunsicherten Spielern hat er aber vor allem eine Gemeinschaft geformt. Ob von Dauer wird sich zeigen, immerhin sind aber die größten Sorgen gebannt. In die vorderen Ränge wird der RSV sich nicht mehr spielen können, dafür sind die Abstände zu üppig. Doch nach dem völlig verunglückten Saisonstart wäre ja schon ein Mittelfeldplatz eine gefühlte kleine Meisterschaft. "Für mich ist nur wichtig, dass nach hinten nix geht", sagt Brinker-Wahl. "Dann könnten wir uns in Ruhe auf die Playoffs vorbereiten." Mit Bolognese vielleicht.

Tore: 1:0 Novoa (16.), 2:0, 3:0 beide Furtwängler (21., 48.), 3:1, 3:2 beide Flavio Silva (49., 49.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(18.01.2016)

Weil nicht mehr Schlusslicht

Rollhockeyteam gewinnt Kellerduell der Nationalliga A beim RHC Uri mit 2:0 / Gute Teamleistung. 

Erzielte den Weiler Führungstreffer in Uri: Max Bross Foto: Jochen Dippel

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Schweiz: RHC Uri – RSV Weil 0:2 (0:1) (jd). Erstmals in dieser Saison haben die Rollhockeyspieler des RSV Weil den letzten Platz in der Tabelle verlassen. Die schwach wie wohl noch nie gestarteten Gäste ließen sich damit zwar bis zum letzten Hinrundenspieltag Zeit, doch drückten sie mit dem 2:0-Auswärtserfolg im Kellerduell beim RHC Uri, dem zweiten Sieg in Folge und dem Dritten insgesamt in dieser Runde, nun ihrem Gegner die rote Laterne des Schlusslichts in die Hand.

"Das war ein verdienter Sieg, der uns nicht nur in der Tabelle ein Stück weitergebracht hat, doch darf man ihn auch nicht überbewerten", bilanzierte Trainer Reiner Brinker-Wahl. Mithin zeigte sich der neue Coach zwar zufrieden, doch ärgerte ihn die mangelhafte Chancenverwertung: "Wir hätten uns das Leben um einiges leichter machen können und wären am Ende nicht noch unter Druck geraten, wenn wir von den vielen Möglichkeiten frühzeitig einige genutzt hätten." Dies galt für zwei Strafstöße (Penalty und Direkter), die Marzio Vanina vergab, ebenso wie für drei "glasklare Chancen" bei Kontern kurz nach der Pause.

Somit führten die Weiler zwar lange Zeit mit 1:0 durch einen frühen Treffer des überaus agilen Max Bross, der bei einem zusammen mit Jorge Villamil-Novoa gefahrenen Konter nicht zum gedeckten Spanier passte, sondern vom Strafraumeck aus entschlossen abzog und den Ball hoch in den Torwinkel drosch. "Das war genau die richtige Entscheidung", lobte Brinker-Wahl, "Max hat das Risiko gesucht und wurde belohnt, ohnehin gehörte er zu den besten Spielern."

Überhaupt attestierte der Coach den Weilern "eine starke Teamleistung", mit einem bärenstarken Torhüter Daniel Dietrich dahinter. "Dänu bekommt die Note eins, nicht nur weil er zwei Strafstöße gehalten hat, und alle anderen eine Zwei, denn sie haben mehr miteinander gespielt und gekämpft als gegen Basel, standen in der Abwehr gut und ließen kaum etwas zu", befand Brinker-Wahl, der sein Team "auf einem guten Weg" sieht. "Die Tendenz zeigt nach oben." Auch freute ihn, dass es keinen Penalty gegen den RSV aufgrund von zehn Teamfouls gab. "Jeder hat für jeden gekämpft."

Tore: 0:1 Bross (10.), 0:2 Montiel Soriano (46.)

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung.(21.12.2015)

„Dreier“ auf dem Gabentisch

Marzio Vanina erzielt für Weil in Wimmis das wichtige 3:1.   Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Marzio Vanina erzielt für Weil in Wimmis das wichtige 3:1. Foto: Mirko Bähr

Es geht aufwärts. Erleichtert gehen die Rollhockeyspieler des RSV Weil in die Weihnachtspause. Im letzten Qualifikationsrundenspiel des Jahres feierten die Südbadener in der Schweizer Nationalliga A den ersten Punkte-Dreier. Durch den 3:2-Auswärtssieg gegen den Rangsechsten RHC Wimmis fanden die Weiler am Tabellenende Anschluss an die Vorderleute. Weil am Rhein (bek). „Hauptsache gewonnen“, lautete das Fazit von Sascha Wörner, der die am Samstag privat verhinderten Trainer Reiner Brinker und Samuel Wenger an der Bande vertrat. Dass es kein schönes Spiel in Wimmis wurde, war Wörner letztlich egal: „Es mussten einfach die ersten drei Punkte her, egal wie.“ Die Partie begann so, wie es die ohne ihren spanischen Torjäger Jorge Villamil (Heimaturlaub) angetretenen Gäste erwartet hatten: Ein kampfstarkes und sehr körperbetont auftretendes Wimmis ließ dem Gegner zunächst kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Der RSV hielt aber in punkto Einsatzbereitschaft dagegen und stand in der Abwehr gut. Wenn es dann doch einmal gefährlich wurde, war Torhüter Daniel Dietrich zur Stelle. Vanina erzielt 3:1 zwei Minuten vor Schluss

Wie schon in einigen Spielen zuvor, gerieten die Weiler in Rückstand. Sebastian Pfähler hatte für die Oberländer getroffen. Doch der Tabellenletzte schlug zurück. Innerhalb von drei Minuten sorgten Tore von Tim Schaller und Sirak Abraha für die Weiler Führung. „Diese hatte sich die Mannschaft verdient, denn sie hatte in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile“, bilanzierte Wörner, der zwei Minuten vor Spielende hoffte, dass mit Vaninas 3:1 der Sack zu sei. Doch unmittelbar nach einem Wimmiser Timeout machte Lukas Cebulla mit dem 2:3 die Schlussphase noch einmal spannend. Mehr ließen die Weiler allerdings nicht zu. Nach einer knapp vierwöchigen Spielpause geht es für den RSV weiter in der Qualifikation mit dem Auswärtsspiel gegen Uri.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(07.12.2015)

Viel Beifall, aber keine Punkte für RSV Weil

Rollhockeyteam unterliegt dem RHC Basel trotz guter Leistung in der Nationalliga A mit 2:4. 

Erzielte das 1:0 für Weil: Marzio Vanina (rechts) im Duell mit dem Basler Alberto Garcia, beobachtet von Teamkollegen Jorge Novoa (li.) Foto: Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – RHC Basel 2:4 (1:0) Tore. Bemerkenswertes hat sich nach der Schlusssirene in der Rollsporthalle des RSV Weil abgespielt. Zwar setzte es für die Gastgeber eine weitere Niederlage, diesmal mit 2:4 im Nachbarschaftsduell gegen den RHC Basel, doch spendeten die rund 150 Zuschauer beiden Mannschaften viel Beifall für eine überaus spannende, durchweg faire und engagierte Partie mit einem hohen Unterhaltungswert.

Am Ende behauptete sich zwar im RHC Basel die etwas reifere Mannschaft, doch hätten auch die Weiler die Begegnung für sich entscheiden können. Allerdings nutzten sie ihre Chancen konsequenter. "Schade, wenn man die Dinger nicht reinmacht, steht man eben am Ende als Verlierer da", bilanzierten unisono der neue Trainer Reiner Brinker und Torhüter Daniel Dietrich, der erstmals nach seiner zweimonatigen Auszeit wieder zwischen den Pfosten stand und auf Anhieb mit zahlreichen Glanztaten erneut ein starker Rückhalt für sein Team war.

Weiler nutzen Penaltys nicht, im Gegensatz zu den Baslern

Beide bezogen sich dabei in erster Linie auf die Penaltys sowie die Direkten. Davon nutzte Marzio Vanina zwar den ersten im Nachschuss zur 1:0-Führung (10.), doch nachdem auf der Gegenseite Daniel Dietrich den Ausgleich nach dem zehnten Weiler Teamfoul gegen den Spanier Alba Gomez del Torno verhinderte (18.), ehe dessen Landsmann Alberto Garcia mit einem unhaltbaren Hammer in den Torwinkel doch den 1:1-Ausgleich besorgte (31.), besaßen die Weiler erneut die Möglichkeit, in Führung zu gehen.

Indes scheiterten die Gastgeber gleich zweimal am neuen Basler Torwart Patrick Mühlheim, den der RHC erst vor wenigen Tagen vom Ligakonkurrenten RHC Diessbach verpflichtet hatte, nachdem man zuvor gleich drei zu Rundenbeginn geholten Argentiniern den Laufpass gegeben hatte. "Sie wollten nicht arbeiten", sagten Basels Kapitän und Trainer Tobias Mohr dazu. Zunächst parierte Mühlheim, der Dietrich in nichts nachstand, in seinem ersten Ligaspiel für Basel gegen Jorge Villamil Novoa nach dem zehnten Teamfoul der Gäste (35.), und kurz darauf auch gegen Vanina (37.), als Abraha von Gomez gegen die Bande gecheckt worden war.

Auch die folgende zweiminütige Überzahl vermochten die Weiler nicht zu nutzen. Im Gegenteil: Kurz darauf verwandelte Mohr ("Unser Sieg war verdient, weil wir nach der Pause viel Druck gemacht haben") einen Direkten nach Sperre an ihm knallhart zum Basler 2:1 in den Torwinkel. Doch gaben die Weiler nicht auf und schafften nach schöner Kombination durch Felix Furtwängler, der einen abgewehrten Vanina-Schuss im Nachsetzen einnetzte (42.), das 2:2. Indes hatten die Basler, die in drei Spaniern und dem Ex-Diessbacher Simon von Allmen herausragende Individualisten besitzen, den längeren Atem. 140 Sekunden vor Schluss traf Guido Pelizzan Oliva ebenfalls im Nachschuss nach von Allmen-Solo zum vorentscheidenden 3:2 für Basel.

Tore: 1:0 Vanina (10./Penalty), 1:1 Garcia (31.), 1:2 Mohr (40./Penalty), 2:2 Furtwängler (42.), 2:3 Pelizzan Oliva (58.), 2:4 Garcia (60.). 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.(04.12.2015)

Personalrotation vor Rollhockey-Nachbarschaftsduell

RSV Weil erwartet mit seinem neuen Trainer Reiner Brinker den RHC Basel in Nationalliga A / RSV-Torhüter Daniel Dietrich zurück. 

Reiner Brinker war beim RSV Weil schon 2007 Trainer. Foto: Gerigk

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – RHC Basel, Rollsporthalle Nonnenholz, Samstag, 15.30 Uhr (jd). Vom Reiz des sportlich Besonderen aus früheren Jahren mag das Aufeinandertreffen des RSV Weil und des RHC Basel mittlerweile zwar ein wenig eingebüßt haben. Gleichwohl gehört das deutsch-schweizerische Nachbarschaftsduell noch immer zu den reizvollsten Begegnungen in der Rollhockey-Nationalliga A.

Zumal der Mäzen der Basler, Roger Ehrler, den RHC nach seinen Zeiten beim RSV Weil sowie der Neugründung und Beerdigung des RHC Friedlingen vor einigen Jahren zu neuem Leben erweckte. Außerdem fungiert bei der Mannschaft von der linken Seite des Rheins weiterhin Tobias Mohr als Spielertrainer; und Sebastian Winkler ist ein weiterer Ex-Weiler. Andererseits besitzt der junge spanische Neuzugang des RSV, Joel Montiel Soriano, eine Basler Vergangenheit, spielte er doch in der vergangenen Runde noch selbst beim RHC, fühlte sich aber nicht wohl und wechselte daher nach Weil. Mithin geht es auch weiterhin ums Prestige.

So richtig in Tritt gekommen ist jedoch noch keine der beiden Mannschaften. Zwar wurden die Basler, die derzeit Platz vier der Tabelle einnehmen, erst einmal bezwungen. Doch haben sie turbulente Tage hinter sich. Denn im November wurde dem erst im Sommer verpflichteten argentinischen Spielertrio wieder gekündigt – somit spielte das Team zuletzt ohne ihren Stammtorhüter Rafael Abalos und Goalgetter Julian Martinez. Dafür holten sie kurzfristig von Ligakonkurrent RHC Diessbach dessen Meistertorwart und Nationalspieler Patrick Mühlheim. Der WM-Teilnehmer soll nun beim RHC Basel als neue Nummer eins zusammen mit dem 17-jährigen Julian Froese das neue Torhüterduo bilden.

Alles andere als zufriedenstellend lief es allerdings auch beim RSV Weil, der noch immer auf den ersten Drei-Punkte-Sieg wartet und mit lediglich drei Zählern aus sechs Partien Tabellenletzter ist. Damit hinken die Weiler den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Um sich noch für die Endrunde zu qualifizieren und nicht in der Relegation gegen den Abstieg zu kämpfen, bedarf es nun schon einer gewaltigen Leistungssteigerung.

Immerhin wurde eine Baustelle fürs Erste aufgelöst. Den der Trainerposition, die nach dem Rücktritt von Enzo Lain vakant war und zuletzt von Sascha Wörner und Samuel Wenger notdürftig geflickt wurde. Wie der Verein mitteilte, soll Reiner Brinker nunmehr verantwortlich an der Bande stehen und die Geschicke der Mannschaft leiten.

Das Weiler Eigengewächs spielte einst viele Jahre erfolgreich beim RSV und wurde mit dem Team mehrmals deutscher Meister, bevor er auch als Spielertrainer tätig war. Bereits in dieser Woche leitete Brinker erstmals das Training. "Reiner ist mit seiner Autorität und seiner Erfahrung in der jetzigen Lage sicherlich der richtige Mann für uns", sagt Daniel Dietrich. Der Stammtorhüter ist nach seiner zweimonatigen Auszeit im Ausland ebenfalls zurückgekehrt ins Training. An seinem Vertreter im RSV-Kasten, dem jungen Jens Schumann, lag die Talfahrt der Weiler allerdings nicht. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (23.11.2015)

RSV Weil weiter auf Berg- und Talfahrt

Zwei Spiele für Rollhockeyteam gegen Montreux HC: 3:2-Sieg im Punktspiel der Nationalliga A folgt Pokal-Aus im Viertelfinale

Zwei Treffer erzielte Marzio Vanina für den RSV Weil in Montreux, in Weil ging er leer aus. Foto: Schön

ROLLHOCKEY (jd). Geht es ohne Coach an der Bande besser? Es scheint beinahe so. Zumindest hat der RSV Weil ohne seine beiden Interimstrainer Sascha Wörner und Samuel Wenger, die um die Schweizer AH-Meisterschaft spielten, in seiner sechsten Partie in der Schweizer Rollhockey-Nationalliga A endlich seinen ersten Sieg in dieser Saison eingefahren. Am Doppelwochenende mit zwei Spielen binnen rund 20 Stunden gegen Montreux HC behaupteten sich die Weiler am Samstagabend beim Tabellenführer in der Verlängerung mit 3:2 (2:2, 0:1) Toren.

Doch die kalte Dusche folgte tags darauf am Sonntagnachmittag im Schweizer Pokalwettbewerb: Denn dort verloren die Weiler in eigener Halle gegen Montreux im Viertelfinale mit 1:2 (0:0) und verpassten damit das Final-Four-Turnier der letzten vier Mannschaften. Die Gastgeber gingen zwar in der 38. Minute durch den Spanier Jorge Villamil Novoa in Führung. Doch kassierten sie ganze 15 Sekunden später bereits den Ausgleich und 103 Sekunden vor Schluss das 1:2.

Da der Sieg im Punktspiel erst nach der normalen Spielzeit von 50 Minuten gelang, erhält der RSV lediglich zwei anstatt drei Punkte und bleibt in der Tabelle mit nun drei Zählern Schlusslicht. In Montreux zeigten die Weiler sich erneut in der Defensive verbessert, agierten weitgehend diszipliniert und hielten lange Zeit ein 0:0. Doch rund 90 Sekunden vor der Pause passierte es doch. Tiago Ferreira Sousa traf für die Gastgeber zum 1:0.

Indes ließen sich die Weiler nicht schocken, kämpften in der zweiten Hälfte nun auch in der Offensive mutiger und wurden belohnt: Neuzugang Marzio Vanina, der sich in der Mannschaft immer besser zurechtfindet, unterstrich erneut seine Torgefährlichkeit und erzielte den 1:1-Ausgleich (35.). Doch die Freude währte nicht lange. Knapp vier Minuten später gelang Montreux erneut die Führung durch Xavier Terns Torrens. Auch dieser Rückstand schockte die Weiler nicht, die weiter unverdrossen um den Ausgleich kämpften. Und acht Minuten vor Schluss wurden ihre Bemühungen belohnt: Erneut traf Vanina zum 2:2-Gleichstand.

So blieb es bis zum Ende der normalen Spielzeit. In der Verlängerung war es dann einem weiteren Weiler Neuzugang vorbehalten, für den Siegtreffer zu sorgen. Der junge Spanier Joel Montiel Soriano setzte nach 3:19 Minuten der Nachspielzeit mit seinem vielumjubelten Siegtreffer zum 3:2 per "Golden Goal" den Schlusspunkt in einer spannenden Partie.

Montreux HC – RSV Weil 2:3 (2:2, 1:0)

Tore: 1:0 Ferreira Sousa (24.), 1:1 Vanina (35.), 2:1 Torrens (38.), 2:2 Vanina (43.), 2:3 Soriano (54.).

RSV Weil – Montreux HC 1:2 (0:0)

Tore: 1:0 Villamil Novoa (38.), 1:1 Münger (38.), 1:2 Torrens (49.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (16.11.2015)

RSV Weil nützt seine Torchancen nicht

Rollhockeyteam unterliegt RHC Vordemwald zu Hause mit 4:6 und bleibt weiter sieglos / Fünfte Niederlage in der Nationalliga A. 

Wieder kein Tor gegen Vordemwald: Jorge Villamil Novoa vom RSV Weil (Mitte) und Max Bross. Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – RHC Vordemwald 4:6 (2:3). So eine lange Negativserie wie in dieser Saison hat es für die Rollhockeyspieler des RSV Weil lange nicht gegeben, seit sie in der Nationalliga A der Schweiz mitmischen sogar noch nie. Denn auch nach dem fünften Spieltag warten sie noch immer auf ihren ersten Erfolg. Eine Woche nach ihrem ersten Punktgewinn in Biasca, als sie erst in der Verlängerung verloren, kassierten die Weiler nun sogar gegen den RHC Vordemwald mit 4:6 eine weitere Heimschlappe.

Kein Wunder, dass sich die grün-schwarz gewandeten Gäste, die trotz ihres jüngsten 5:4-Heimerfolgs gegen den RHC Wimmis als vermeintlicher Underdog angereist waren, nach der Schlusssirene jubelnd in den Armen lagen. Schließlich hatten sie auch die Schlussphase, in der die Weiler alles auf eine Karte setzen und, lautstark unterstützt von den rund 100 Zuschauern, auf den Anschlusstreffer drängten, mit Glück und Geschick unbeschadet überstanden. Und vor allem dank ihres überragenden Torhüters Flurin Hofer, der förmlich über sich hinauswuchs und immer noch irgendwie eine Hand, einen Schläger oder seine Beinschoner an den Ball bekam. Überdies verweigerte er gleich drei Weilern bei Penaltys den Einschlag ins Tornetz. Der Spanier Jorge Villamil Novoa scheiterte ebenso vom Punkt wie sein Landsmann Joel Montiel Sontiano und Neuzugang Marzio Vanina.

Allerdings stand ihm sein Weiler Gegenüber Jens Schumann kaum nach. der Nachwuchskeeper verhinderte mit zahlreichen Glanztaten eine durchaus mögliche höhere Niederlage. Auch in der Schlussphase hielt er seine Mannschaft bei mehreren schnellen Kontern der allein vor ihm auftauchenden Gäste im Spiel. "Wir müssen einfach unsere vielen Chancen besser nutzen", resümierte Interimscoach Sascha Wörner, der sich zwar über die verbesserte Disziplin im Team freute ("Wir haben keine unnötigen Teamfouls bekommen"), dafür aber zahlreiche unnötige Ballverluste monierte. "Unser Problem ist derzeit, dass wir immer dann Gegentore kassieren, wenn es nicht so läuft wie gewünscht und wir den Kopf verlieren; dann ist niemand da, der die Übersicht behält und Ruhe ins Spiel bringt." So kassierten die Weiler auch vor der Pause nach Ballverlusten und schnellen Kontern zwei Gegentreffer. Indes sah Wörner, der sich den Trainerposten mit Samuel Wenger teilt, auch Positives, etwa bei Felix Furtwängler: "Er hat sein bestes Saisonspiel gemacht."

Tore: 0:1 Häfliger (2.), 1:1 Vanina (10.), 2:1 Bross (11.), 2:2 Häfliger (11.), 2:3 Wuffli (24.), 2:4 Moor (31.), 3:4 Furtwängler (35.), 3:5 Moor (37.), 4:5 Vanina (37.), 4:6 Wuffli (41.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (09.11.2015)

Langsam geht’s aufwärts

Jorge Villamil erzielt den dritten Treffer in Biasca. Am Ende reicht es nur zu einem Punkt   .  Foto: mib Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil erzielt den dritten Treffer in Biasca. Am Ende reicht es nur zu einem Punkt . Foto: mib

Trotz erneuter Niederlage, es war die vierte im vierten Saisonspiel, haben die Rollhockeyaner des RSV Weil eine Menge Positives mit auf die Heimreise aus dem Tessin genommen. Beim RC Biasca schlug eine 3:4-Pleite nach Verlängerung zu Buche. Besonders bitter: Das 3:3 der Hausherren fiel erst 18 Sekunden vor Ende. Von Mirko Bähr Biasca. Und es kam noch schlimmer: In der fünften Minute der Verlängerung gelang Biasca dann sogar der Siegtreffer. Der allerdings, so waren sich die Weiler einig, nicht hätte zählen dürfen. „Mehr Foul geht nicht“, ließ RSV-Akteur Max Bross wissen. Torschütze Victor Raul Céron Diaz rauschte voll in Weils Torwart Jens Schumann rein. Der Treffer zählte aber. Selbst die Gastgeber waren überrascht. „Wir haben einen Punkt eingeheimst. Alles in allem war es positiv, wir durften verdientermaßen etwas Zählbares mit auf die Rückreise nehmen“, fasste Max Bross zusammen, der nach sieben Minuten die 1:0-Führung der Weiler erzielte.

Das Team des Trainerduos Samuel Wenger/Sascha Wörner spielte in den ersten 25 Minuten richtig gut auf. „Das war wirklich top“, befand Bross. Kapitän Marc Werner erhöhte auf 2:0 nach zwölf Minuten. Cleto Ré brachte seine Farben zurück, traf in der 13. und 18. Minute - 2:2. Die Weiler reagierten und Jorge Villamil markierte drei Minuten vor der Pause das 3:2. Die Verteidigung stand in der ersten Hälfte gut, man holte die Gegenspieler früh ab, blieb ihnen auf den Fersen, und vorne versuchte man es mit Schüssen aus der Distanz, die dann per Ablenker für Gefahr sorgten sollten. Das funktionierte. Je länger die Begegnung aber dauerte in Halbzeit zwei, desto stärker wurden die Hausherren. Sie schnürten die Weiler in der eigenen Hälfte ein. „Man muss zugeben, es war wohl nur eine Frage der Zeit“, so Max Bross. Und der Biasca-Treffer fiel, wenn auch sehr, sehr spät. „Wir hätten unseren Ballbesitz erhöhen müssen und vielleicht ein paar Teamfouls provozieren sollen. Wir hätten den Ball viel länger vom eigenen Tor fern halten müssen“, meinte Bross.

Tore: 0:1 (7.) Bross, 0:2 (12.) Werner, 1:2 (13.) Ré, 2:2 (18.) Ré, 2:3 (22.) Villamil, 3:3 (50.) Céron Diaz, 4:3 (55.) Céron Diaz. SR: Rubi/Grossniklaus. Z.: 200. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (03.11.2015)

Lain tritt beim RSV zurück

Enzo Lain (r.)  ist nicht mehr Trainer beim RSV.   Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Enzo Lain (r.) ist nicht mehr Trainer beim RSV. Foto: Mirko Bähr

Von Mirko Bähr Weil am Rhein. Drei deftige Klatschen, als einziger Verein in der Nationalliga A noch ohne Punkte und Schlusslicht der Tabelle: Die Lage beim RSV Weil, der in den vergangenen Jahren immer zu den Spitzenteams der höchsten Schweizer Liga zählte, war auch schon besser. Und zu allem Überfluss stehen die Rollhockeyaner nun auch noch ohne Trainer da. Enzo Lain hat sein Amt zur Verfügung gestellt. Enzo Lain ist beruflich sehr eingespannt „Enzo hat seinen Entschluss unabhängig von der momentanen Situation getroffen. Er ist beruflich sehr eingespannt und hat als Familienvater viel um die Ohren“, nennt RSV-Sprecher Max Bross die Gründe für den Lain-Rücktritt. Momentan coachen Samuel Wenger und Sascha Wörner die Mannschaft, die am Wochenende in Diessbach mit 1:6 unter die Räder geriet. Wenger stand in Diessbach an der Bande. „Natürlich ist die Situation derzeit alles andere als optimal“, lässt Bross wissen. Aber der RSV-Akteur gibt sich kämpferisch: „Wir geben sicher nicht auf.“ Das Duo Wenger/Wörner wird das Team interimsmäßig trainieren bis ein neuer Mann an der Bande gefunden ist. Gespräche sind derzeit am Laufen. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (02.11.2015) 

Da ist der Wurm drin

Kapitän Marc Werner & Co. bekommen einfach zu viele Strafen und Gegentreffer.   Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Kapitän Marc Werner & Co. bekommen einfach zu viele Strafen und Gegentreffer. Foto: Mirko Bähr

Die dritte Saisonpleite im dritten Spiel hat es für den RSV Weil in der Nationalliga A gehagelt. Auf dem ungeliebten Terrain des RHC Diessbach blieb die Mannschaft von Coach Enzo Lain ohne Chance und musste mit einer 1:6 (0:2)-Packung die Heimreise antreten. Von Mirko Bähr Diessbach. „Drei Pleiten zum Auftakt. Ich weiß nicht, ob es das schon einmal gab. Vor allem in dieser Art und Weise. Vorne schießen wir wenig und hinten kriegen wir viele Tore“, erklärte Kapitän Marc Werner. Es kam wieder einmal so einiges zusammen. Viel zu viele unnötige Teamfouls, unsinnige Blaue Karten, Unsicherheiten im eigenen Spiel und ein sehr naives Abwehrverhalten. „So können wir das natürlich nicht regeln“, weiß Werner. Pascal Kissling sorgte im Alleingang für die 2:0-Pausenführung. Er war nach 14 und 16 Minuten erfolgreich, während die Weiler nach 18 und 21 Minuten nach Blauen Karten für Max Bross und Felix Furtwängler in Unterzahl spielen mussten. In der 41. Minute musste auch noch Sirak Abraha raus. „Die müssen nicht sein. Wir bekommen sie, weil wir zu emotional sind und da die Cleverness fehlt“, so Werner.

Von den 18 Teamfouls seien neun völlig unnötig gewesen. Diessbach erhöhte nach 29 Minuten auf der eigenen Bahn durch Nino Wyss auf 3:0, ehe Jorge Villamil einen Penalty zum 1:3 nach 38 Minuten nutzen konnte. Apropos Penalty. Weils Keeper Jens Schumann hielt in dieser Begegnung gleich sechs davon. Die Weiler kamen mit der Bahn und dem Pressing der Hausherren einfach nicht zurecht. Nach dem 1:3 übte Weil mehr Druck aus. Die Räume nutzte Diessbach konsequent. Severin Kummer erhöhte nach 41 Minuten auf 4:1, César Salgueiro auf 5:1 (47.) und Albert Galan in der 49. Minute auf 6:1. „Es steckt der Wurm drin. Aber wir dürfen nicht aufgeben. Wir müssen weiter trainieren, irgendwann hat das ein Ende. Wir sollten den Reset-Knopf drücken“, so Marc Werner, der Diessbach ein Lob zollte. „Das ist eine gute Mannschaft“, meinte der RSV-Kapitän.

Tore: 1:0 (14.) Kissling, 2:0 (16.) Kissling, 3:0 (29.) Wyss, 3:1 (38.) Villamil, 4:1 (41.) Kummer, 5:1 (47.) Salgueiro, 6:1 (49.) Galan. SR: Fermi/Kovats. Z.: 85. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (19.10.2015)

RSV Weil kassiert zweistellige Abfuhr

Rollhockeyteam unterliegt RC Biasca im ersten Heimspiel der Schweizer Nationalliga A mit 6:10. 

Nachdenklich: Enzo Lain, Trainer des RSV Weil Foto: Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – RC Biasca 6:10 (1:5) (jd). So leicht sind die Rollhockeyspieler des RC Biasca in der Rollsporthalle des RSV Weil vermutlich selten zuvor zu Toren und Punkten gekommen, vielleicht sogar noch nie. Nach einer in der ersten Hälfte indiskutablen Vorstellung kassierten die Gastgeber auch am zweiten Spieltag der Schweizer Nationalliga A eine herbe Schlappe, und dies sogar zweistellig.

Der schnelle 0:1-Rückstand sorgte noch nicht für allzu viel Unruhe, auch nicht das 0:2 per Konter. Zumal der Spanier Jorge Villamil Novoa postwendend mittels Direktem zum 1:2 verkürzte, nachdem er zuvor bei einem prima Solo von den Beinen geholt wurde. Doch die Freude währte nur kurz. Schon mit dem nächsten Distanzschuss stellte Biasca den alten Abstand her. Mehr noch: Gegen die äußerst passive Weiler Abwehr erhöhten die Gäste, die teilweise völlig ungehindert kombinieren durften, bis zur Pause sogar auf 5:1. "Wir haben das viel zu locker genommen, und unser Torwart hatte auch nicht den besten Tag, wurde aber von den Mitspielern im Stich gelassen", sagte Trainer Enzo Lain. Tatsächlich sah Nachwuchskeeper Jens Schumann bei einigen Gegentreffern nicht allzu glücklich aus. Doch bewahrte er sein Team in Hälfte zwei mit zwei gehaltenen Penaltys sogar vor einem höheren Rückstand.

Nach der Pause gingen die Weiler denn auch deutlich aggressiver zur Sache und kamen mit drei Treffern in Folge sogar auf 5:6 heran (35.). Doch nach einigen weiteren turbulenten Szenen vor seinem Tor zog Biasca mittels verwandeltem Penalty nach dem zehnten Weiler Teamfoul sowie zwei klassischen Kontertreffern binnen lediglich drei Minuten auf 9:5 davon (43.). Danach senkten sich die Köpfe der Weiler Spieler endgültig tief nach unten, die Moral war buchstäblich am Boden.

Tore: 0:1 Camillo Boll (4.), 0:2 Ré (14.), 1:2 Novoa (15./Penalty), 1:3 Ruggiero (18.), 1:4 Camillo Boll (20.), 1:5 Ceròn Diaz (23.), 2:5 Novoa (27./Penalty), 2:6 Gregorio Boll (29.), 3:6 Novoa (30.), 4:6 Marzio (34.), 5:6 Novoa (35.), 5:7, 5:8 (40., 43. beide Ceròn Diaz), 5:9, 5:10 (43., 49., bd. Ré), 6:10 Furtwängler (50.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (12.10.2015)

RSV wird überrollt

Die RSV-Akteure haben  in Uttigen   ihrem  Trainer Enzo Lain (rechts) nicht richtig zugehört   Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Die RSV-Akteure haben in Uttigen ihrem Trainer Enzo Lain (rechts) nicht richtig zugehört Foto: Mirko Bähr

Von Mirko Bähr Uttigen. Oh je, das hat gesessen: Mächtig unter die Rollen ist der RSV Weil zum Saisonauftakt der Nationalliga A beim RSC Uttigen gekommen. Die Hausherren kamen vor 112 Zuschauern zu einem deutlichen 7:1 (4:0)-Erfolg. „Was vor allem weh macht, ist die Tatsache, dass wir es dem Gegner wirklich nicht schwer gemacht haben“, nimmt RSV-Akteur Max Bross keinen Blatt vor dem Mund. „Nach vorne lief nichts zusammen. Der Spielaufbau hatte kein System. Verteidigt haben wir auch kaum und haben immer wieder gegnerische Spieler im Rücken laufen lassen“, resümierte Bross nach der Pleite zum Start in die neue Runde. Voll motiviert und voller Zuversicht waren die Weiler angereist. Doch bereits nach 25 Sekunden nahm das Unheil seinen Lauf. Robin Schaffer, der insgesamt viermal die schwarze Kugel im RSV-Gehäuse unterbrachte, traf bereits nach 25 Sekunden zur Führung. Ein Weitschuss fand an Freund und Feind vorbei via Innenpfosten den Weg ins Tor. Miguel Ribeiro, der für die restlichen drei Treffer für Uttigen sorgte, legte schon nach 2 Minuten nach ­ - 2:0. Und ehe sich die Weiler versahen, stand es nach 16 Minuten 4:0. Bevor Schaffer einnetzte war Ribeiro zur Stelle.

„Wir wussten ganz genau, dass er im Strafraum auf seine Chancen lauert und trotzdem haben wir ihm zu viel Platz gelassen“, sagt Bross. Nach Wiederbeginn wurde es auch nicht viel besser. Zu viele „dumme Teamfouls“ habe man begangen, so Bross. „Da müssen wir cooler werden.“ Ribeiro erhöhte nach 27 Minuten auf 5:0, ehe die Weiler zum Ehrentreffer kamen. Jorge Villamil war per Penalty erfolgreich. Doch in Gefahr geriet der Uttiger Sieg nicht mehr. „Wir hatten zu keiner Phase die Möglichkeit, diese Partie zu drehen“, erklärt Max Bross, der dann mit ansehen musste, wie Schaffer nach 36 und 39 Minuten den Endstand fabrizierte. Trotz seiner sieben Gegentreffer war RSV-Keeper Jens Schumann alles anderes ein Schwachpunkt. „Er war gut“, meint Bross, der dem herben Dämpfer auch etwas Positives abgewinnen konnte. „Jetzt müssen wir gegen Biasca richtig Gas geben.“

Tore: 1:0 (1.) Schaffer, 2:0 (2.) Ribeiro, 3:0 (10.) Ribeiro, 4:0 (16.) Schaffer, 5:0 (27.) Ribeiro, 5:1 (30.) Villamil, 6:1 (36.) Schaffer, 7:1 (39.) Schaffer. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (05.10.2015)

Alles im grünen Bereich

Dreifacher Torschütze beim Pokalspiel   in Thun: RSV-Akteur  Jorge Villamil.   Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Dreifacher Torschütze beim Pokalspiel in Thun: RSV-Akteur Jorge Villamil. Foto: Mirko Bähr

Von Mirko Bähr Thun. Der Favorit hat sich keine Blöße gegeben. Der RSV Weil hat die zweite Runde des Schweizer Cups erreicht. Beim SC Thunerstern (Nationalliga B) gelang dem Team von Trainer Enzo Lain vor 115 Zuschauern ein ungefährdeter 7:2 (5:2)-Erfolg . Die Messe war bereits zur Pause gelesen. Die Weiler haben aus Fehlern gelernt. In der vergangenen Runde flog das Team aus der Nationalliga A noch in Runde eins aus dem Wettbewerb. Damals wurde Bern auf die leichte Schulter genommen. Diesmal war es anders. Auch, weil sich die beiden Neuzugänge scheinbar bestens integriert haben. So durften sich Joel Mantiel Soriano und Marzio Vanina gleich im ersten Pflichtspiel in die Torschützenliste eintragen. Zu Beginn der Partie lief es aber gar nicht so rund. Das lag auch an Thun.

Die Gastgeber kämpften um jeden Zentimeter, gingen richtig hart zur Sache. Teilweise auch etwas „übermotiviert“, wie RSV-Akteur Max Bross feststellte. Schon nach acht Minuten nahm der RSV das erste Timeout. Ruhe reinbringen und sich neu sammeln – das war wohl die Devise. Eine Blaue Karte für die Hausherren, Diogo Gomes hat Felix Furtwängler gefoult und musste auf der Strafbank Platz nehmen, brachte dann die Weiler auf die Erfolgsspur. Denn nur fünf Sekunden durfte Joel Montiel Soriano im zweiten Anlauf jubeln. Sechs Minuten später erhöhte Jorge Villamil auf 2:0. Damit war die Partie aber noch keineswegs entschieden. Auch nicht, als Villamil nach 21 Minuten das 3:0 klar machte. Die Thuner schlugen zurück. Fabio Tommasi verkürzte auf 1:3. Weils Keeper Jens Schumann war es dann zu verdanken, dass die Thuner nicht zum Anschlusstreffer kamen. Schumann parierte einen Penalty. Auf der Gegenseite klingelte es dafür. Und wie: Tim Schaller und erneut Villamil waren innerhalb von vier Sekunden mit einem Doppelpack erfolgreich – 5:1. „Das ging sehr zügig“, schmunzelte Bross, dessen Team dann aber doch noch vor der Pause erwischt wurde. Lorenzo Rui verkürzte. Allerdings: Der RSV ließ nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil. Die Weiler agierten in der zweiten Hälfte abgeklärt und souverän. Marzio Vanina (29.) und Soriano erhöhten den Spielstand. „Wir konnten dann noch einige Spielzüge ausprobieren“, so Bross. „Für’s erste Spiel war es okay. Aber natürlich haben wir noch Luft nach oben. Insgesamt lief es aber so, wie wir es uns erhofft haben.“

Tore: 0:1 (14.) Soriano, 0:2 (20.) Villamil, 0:3 (21.) Villamil, 1:3 (23.) Tommasi, 1:4 (25.) Schaller, 1:5 (25.) Villamil, 2:5 (25.) Rui, 2:6 (29.) Vanina, 2:7 (34.) Soriano. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (09.10.2015)

DANIEL DIETRICH, RSV WEIL

Stärken und Schwächen

Seit 2006 steht Daniel Dietrich im Gehäuse des RSV Weil. Genügend Zeit für den Schweizer Torhüter, seine Mannschaftskollegen einzuschätzen. Hier spricht er über Stärken, Schwächen und Eigenheiten jedes Mitspielers.

Marvin Sütterlin (19): "Ein sehr talentierter Torhüter und sehr guter Teamplayer, aber man muss ihn immer wieder ein bisschen anspornen. Der Extrovertierteste von uns drei Torhütern."

Jens Schumann (20): "Der Torhüter ist ruhig, kein Sprücheklopfer, arbeitet im Training sehr gut und versucht ständig, sich zu verbessern. Daher hat er es sich auch verdient, während meiner Abwesenheit die Nummer eins zu sein."

Jorge Villamil Novoa (22): "Der Spanier ist ein Ebenbild von mir: äußerst ehrgeizig und stolz. Sportlich ist er der Talentierteste im Team und ein Topscorer, der in einem Spiel den Unterschied ausmachen kann."

Felix Furtwängler (22): "Sehr beliebt im Team, hatte ein schwieriges Jahr hinter sich, stagnierte. Absolvierte jetzt eine sehr gute Vorbereitung, die hoffen lässt, dass bei ihm der Knopf aufgeht."

Sirak Abraha (30): "Die gute Seele des Teams, wichtiger Ergänzungsspieler. Sehr wichtig mit seinem Einfluss und seiner Erfahrung, findet in der Kabine die richtigen Worte. Bei Auswärtsspielen bringt er immer Kaffeemaschine und Set mit und fragt jeden, ob er einen Kaffee haben möchte."

Marc Werner (25): "Er wurde schon in jungen Jahren Kapitän, ist anerkannt, eine wichtige Figur im Team – einer unserer Sprücheklopfer. Läuferisch und konditionell ist er der Beste, macht kaum Fehler, ist äußerst wichtig für wichtige Spiele."

Tim Schaller (21): "Ein ruhiger Typ, aber sehr wichtig, enorm stark im Antritt, im Abschluss unberechenbar, hat sich Vertrauen vom Trainer erkämpft."

Max Bross (27): "Die Stimmungskanone, hat stets einen guten Spruch. Sehr ehrgeizig, nach seiner Meisterprüfung jetzt wieder voll dabei, hat keine Angst, geht dahin, wo es wehtut."

Soel Montiel Soriano
(29): "Spanischer Neuzugang vom RHC Basel, toller Typ für das Team, ist bereits gut integriert, spricht gut Deutsch. War beim RHC Basel als Einziger im Team nicht angestellt und berufstätig, hatte wenig Einsatzzeiten, hat einen guten Schuss und jetzt das Vertrauen des Trainers."

Marzio Vanina (25): "Neuzugang aus Uttigen, aktueller Schweizer Nationalspieler. Er ist ein richtiger Strafraumspieler und bringt das Element ein, das uns bisher fehlte."

Max Schmidle (19): "Die Nachwuchshoffnung, steht im erweiterten Kader, hat Schritt nach vorne gemacht."

Enzo Lain (41): "Er ist der beste Trainer der Nationalliga, man merkt die Profischule in Italien: sehr detailverliebt, legt viel Wert auf Technik und Taktik. Ich gönne es ihm, dass er mal einen Titel mit uns gewinnt." 

 



Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (09.10.2015)

"Spiele nie mehr für anderen Verein"

Sein Arbeitsplatz beim RSV Weil: Torhüter Daniel Dietrich Foto: Schön

ROLLHOCKEY. Es ist schon eine Weile her, genau genommen elf Jahre: Seinerzeit wurde die Mannschaft des RSV Weil Deutscher Rollhockeymeister. Es war 2004 der Letzte von vier DM-Titeln in der ersten Bundesliga. Fortan suchten die Weiler ihr Glück in der Schweiz. Allerdings verlief der Umzug nicht ganz so glatt wie geplant, denn die dort bereits parallel spielende zweite Mannschaft verpasste den Aufstieg in die Nationalliga A. Mithin musste sich der RSV erst sportlich hochdienen.

Doch dies ist mittlerweile Geschichte. Denn der sportliche Fauxpas wurde umgehend, schon eine Saison darauf, souverän ausgebügelt. Seither gehören die Weiler unverrückbar zum Establishment in der höchsten Spielklasse der Eidgenossenschaft – versehen mit allen Pflichten und Rechten. Auch gewisse Animositäten der Konkurrenz, die es als unmöglich ansah, dass ein deutscher Verein Schweizer Meister werden könnte, scheinen mittlerweile der Vergangenheit anzugehören. Spätestens seit dem Double 2008/2009.

Für die Schweizer Rollhockeyspieler war dies ohnehin kein Problem. Schließlich wechselten schon zuvor einige Akteure über die Grenze. Dazu gehört etwa Samuel Wenger, der mit den Weilern Erfolge in beiden Ländern feierte. Nach einer sportlichen Pause, familiär und beruflich bedingt, fand der Schweizer Vize-Weltmeister indes wieder Lust an einem Comeback und beendete erst mit Ablauf der vergangenen Saison seine Karriere.

Gleichwohl ist "Sammy", wie er liebevoll genannt wird, auch in der neuen Runde wieder gefordert, hinter der Bande. Denn nun gönnt sich sein Landsmann Daniel Dietrich eine zweimonatige Auszeit. Der Stammtorhüter, der vor dieser Saison das Amt des Sportchefs beim RSV Weil übernommen hat, hält sich zunächst auf Mallorca und anschließend in den USA auf. Danach wird er Ende November wieder zurückkehren und wieder seine traditionell in schwarz gehaltene Torwartausrüstung anlegen. Bis dahin wird ihn Wenger als Ansprechpartner vertreten.

Von etwaigen Ermüdungserscheinungen will Dietrich, der die Vorbereitung voll mitmachte, nichts wissen. Im Gegenteil. "Ich bin immer noch total heiß und voll motiviert", betont der in Bern lebende Keeper vor seiner zehnten Spielzeit beim RSV Weil. "Das macht mich schon ein bisschen stolz", betont "Dänu", wie ihn seine Kollegen nennen. Somit macht ihm die Fahrerei von Bern nach Weil und zurück, insgesamt 200 Kilometer, mehrmals wöchentlich nichts aus. "Wenn man das gerne macht, ist das kein Problem."

Sportliche Mischung stimmt diese Saison beim RSV Weil

Schließlich sei der RSV Weil "ein toller Verein, zwischen uns hat es von Anfang an gepasst". Mehr noch: "Man kann davon ausgehen, dass ich nie mehr für einen anderen Verein auf diesem Niveau spielen werde und beim RSV meine Karriere beenden werde", versichert der Mann mit der 99 auf dem Trikot ("eine tolle Nummer, nicht ganz hundert"), der rund 50 Länderspiele für die Schweiz bei Junioren und Senioren absolvierte und sich selbst als "eine Mischung zwischen Wahnsinn und ruhendem Pol" einstuft.

Für die anstehende Saison hat Daniel Dietrich ein positives Gefühl. "Die Mannschaft ist etwas jünger, die Jungen aber erfahrener; die Mischung stimmt." Durch die beiden Neuzugänge Marzio Vanina, der nun in Basel arbeitet und daher nach fünf Jahren von Uttigen zum RSV Weil wechselte, und den Spanier Soel Montiel Soriano habe man "bislang vermisste Elemente neu ins Spiel bekommen". Der Keeper ist überzeugt, "dass wir die beste Weiler Mannschaft seit Jahren haben".

Der RSV Weil gastiert zum Auftakt der Nationalliga A am Samstag beim RSC Uttigen. Für Dietrich wird Enzo Lain, der das Traineramt weiterhin bekleidet, wohl Jens Schumann inm Tor aufbieten. Das Heimdebüt folgt am 17. Oktober (15.30 Uhr) gegen RC Biasca.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 25. April 2016 )