Home arrow Presse
Presse PDF Drucken E-Mail

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (10.04.2017)

In die Verlängerung

Weiler Rollhockeyaner verlieren 2. Viertelfinal-Spiel in Genf. 

Showdown im Nonnenholz: Felix Furtwängler (links) und der RSV müssen gegen Genf (mit Louis Forel) ins entscheidende Spiel drei gehen. Foto: vfma

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Playoff-Viertelfinale, 2. Spiel: RHC Genf – RSV Weil 3:1 (0:0) (zok). Playoffs sind nicht die Jahreszeit der Schnörkel, der Virtuosität. Mit einfachen Mitteln zum Erfolg kommen, geradlinig agieren, dies gilt als Prämisse. Unter diesen Gesichtspunkten fasste Reiner Brinker das zweite Viertelfinal-Spiel des RSV Weil mit einem Wort zusammen: "Durchwachsen." Mit 1:3 verloren die Weiler Rollhockeyaner beim RHC Genf, nun kommt es zum entscheidenden dritten Spiel im Nonnenholz.

Brinkers Auftrag an seine Mannschaft: mehr Präsenz zeigen. "Wenn ich den unbedingten Siegeswillen habe, dann kann ich auch zwei Schritte mehr laufen", kritisierte er nach der Niederlage am Genfersee. Zielstrebig den Weg zum Torerfolg zu suchen, ist in den Playoffs eine wichtige Tugend, um gegebenenfalls auch mal dreckige Treffer zu erzwingen. Umso mehr in einem Duell, dem zwei Top-Torhüter den Stempel aufdrücken: RSV-Goalie Daniel Dietrich und sein Gegenüber Sebastien Silva. Da seien fast nur glückliche Tore möglich, so Brinker.

Mit einer gewissen Schlitzohrigkeit erzwang ein solches Jorge Villamil in der 34. Minute, als er vor dem Genfer Kasten schnell schaltete und den Ball mit der Rückhand zum 1:0 ins Eck hob. Nach dem 3:2-Erfolg in der ersten Partie ermöglichte das Führungstor den Gästen eine perfekte Ausgangslage – für neun Sekunden. Vom Anspiel weg zog Genf nach vorne, Fabien Waridel glich per Bauerntrick aus. "Da waren wir nicht wirklich konzentriert und wachsam", so Brinker. Robin Simons brachte den RHC per Doppelpack bis zu Minute 39 auf die Siegerstraße.

In einem Geduldsspiel, in dem Genf vor der Pause nichts riskierte, sondern abwartend agierte, haderte Brinker weniger mit dem schnellen Ausgleich als mit der Effizienz. Zwei, drei hundertprozentige Chancen ließ der RSV in der ersten Hälfte ungenutzt. "Wir hätten es einfacher haben können", zog der Weiler Trainer einen Schlussstrich unter die Partie. Für das dritte Match am 22. April müssen seine Mannen sich noch mehr quälen, dorthin gehen, wo es weh tut. Für den Erfolg, aber auch für die eigenen Fans. Über 30 Weiler waren in der Genfer Halle – und stellten fast die Hälfte der offiziell 170 Zuschauer. "Davor ziehe ich den Hut", lobte Brinker.

Tore: 0:1 Villamil (34.), 1:1 Waridel (35.), 2:1, 3:1 beide Simons (36./39.). Zuschauer: 170.
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (03.04.2017)

RSV holt sich den ersten Matchball

Weiler Rollhockey-Nationalligist gewinnt nach 0:2-Rückstand den Playoff-Auftakt gegen den Genfer RHC mit 3:2 / Zweites Spiel am Samstag in Genf. 

Brachte die Weiler mit dem 1:2 zurück ins Spiel: Jorge Villamil Novoa (rechts) Foto: Norbert Kreienkamp

ROLLHOCKEY Nationalliga A, 1. Playoff-Runde, Hinspiel: RSV Weil – Genfer RHC 3:2 (1:2). Der erste Schritt ist geschafft. Die Rollhockeyspieler des RSV Weil haben die Tür zum Halbfinale um die Schweizer Meisterschaft aufgestoßen. Mit großartigem Kampfgeist, enormem Kraftakt und einer geschlossenen Teamleistung bogen sie am Sonntag in der ersten von maximal drei Playoff-Partien vor heimischem Publikum gegen den Genfer RHC einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg um und haben nun im Rückspiel am nächsten Samstag in Genf den ersten Matchball.

Nach der Schlusssirene herrschte denn auch grenzenloser Jubel bei den Gastgebern, die einander wie kleine Jungen in die Arme sprangen und sich vollkommen zu recht von den rund 120 begeisterten Zuschauern feiern ließen. Immerhin behielten sie nach dem zweiten Treffer von Marzio Vanina zum 3:2, der den Ball am Torpfosten hochlupfte und dann volley ins Netz drückte, und einer bereits zuvor von den Weilern beantragten Auszeit die Nerven und überstanden in den letzten 206 Sekunden den finalen Sturmlauf der enttäuschten Gäste schadlos. Auch als die Genfer 44 Sekunden vor Schluss ihren Torwart herausnahmen und durch einen weiteren Feldspieler ersetzten.

Allerdings hatten sie zu diesem Zeitpunkt einen Akteur weniger auf dem Feld, nachdem in der äußerst spannenden Endphase ihr Kapitän Federico Garcia Mendez aufgrund allzu heftigen Reklamierens die blaue Karte sah und zwei Minuten auf die Strafbank musste. Aufgeregt hatte sich Mendez über die Entscheidung der Schiedsrichter, einen Penalty der Weiler (zehntes Genfer Teamfoul) wiederholen zu lassen, da sich Gästekeeper Sebastien Silva beim Schuss von Jorge Villamil Novoa zu früh bewegte. Indes vermochte der Spanier, der eine überragende Leistung zeigte, den Ball auch beim zweiten Versuch nicht im Tor unterzubringen. Er zielte knapp über das Gehäuse. Es wäre zwei Minuten vor Ultimo das 4:2 und die endgültige Entscheidung gewesen.

Überhaupt fühlten sich die Genfer von den Referees mehrfach ungerecht behandelt. "Beide Mannschaften haben auf hohem Niveau gespielt, leider konnten die Schiedsrichter nicht mithalten", urteilte Louis Forel. Gleichwohl wussten die Gastgeber den Erfolg richtig einzuordnen. "Um in die nächste Runde einzuziehen, braucht man nicht nur ein gutes Spiel, sondern zwei", bilanzierten RSV-Trainer Reiner Brinker und Torwart Daniel Dietrich unisono. Daher gelte es, sich nicht allzu euphorisch zu freuen. "Meine Mannschaft hat eine Top-Einstellung gehabt und mit einer super kämpferischen und spielerischen Leistung ein ganz starkes Spiel gemacht, doch gibt es noch einige Luft nach oben", sagte der Coach.

Damit meinte Brinker vor allem jene Phase in der ersten Hälfte, als die Weiler mittels Doppelschlag von Forel binnen weniger Sekunden einen 0:2-Rückstand kassierten. Zunächst liefen sie nach einem Ballverlust in einen Konter, und kurz darauf standen sie, befand Dietrich, "in der Abwehr etwas unglücklich". Die zuvor höchst aufmerksam und diszipliniert agierende Defensive wackelte mächtig. Und als den Genfern ganze 17 Sekunden später nach einem Foul von Felix Furtwängler, der dafür die blaue Karte sah, auch noch ein Penalty zugesprochen wurde, drohte die vorzeitige Entscheidung.

Dietrich pariert Penalty, und Villamil Novoa verkürzt auf 1:2

Doch parierte Dietrich ("Er wollte mich ausgucken"), der seinem Team mit etlichen Paraden den Rücken stärkte, "mit einer etwas unkonventionellen Bewegung" den Schuss von Garcia Mendez. "Ein 0:3 hätten wir wohl nicht mehr aufgeholt", sagte der Keeper. Stattdessen überstanden die Weiler auch die folgende zweiminütige Unterzahl. Mehr noch: Es gelang sogar der wichtige 1:2-Anschlusstreffer. Dafür zeichnete Villamil Novoa nahezu allein verantwortlich. Erst kurvte der Spanier, nur halbherzig attackiert, im Stile eines Slalomartisten über 30 Sekunden lang durch die Genfer Abwehrreihen, umrundete das Gästetor, zog zurück zur Mittellinie, um derart energisch in eine Lücke vor dem Gehäuse zu preschen, dass er nur noch durch ein Foulspiel am Abschluss gehindert werden konnte. Und den fälligen Direkten knallte er höchstselbst zum 1:2 ins Netz und brachte die Weiler damit zurück ins Spiel.

Für das zweite Spiel in Genf am Samstag, 8. April (17.30 Uhr), setzt der RSV Weil einen Fanbus ein (Kosten 30 Euro). Anmeldungen bei Manuela Schleith in der Rollsporthalle oder auf der Facebookseite des Vereins.

Tore: 0:1 Forel (20.), 0:2 Forel (20.), 1:2 Villamil Novoa (23., Direkter), 2:2 Vanina (42.), 3:2 Vanina (47.). Zuschauer: 120.
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (31.03.2017)

Den Titel im Blick

Playoff-Auftakt für den RSV Weil: Mit dem gesperrten Kapitän und Ur-Weiler Max Bross fehlt ausgerechnet einer der Erfahrensten. 

Auf seine geballte Erfahrung muss der RSV im ersten Spiel noch verzichten: Max Bross (links, mit Felix Furtwängler) fehlt gesperrt. Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY. Für die Rollhockeyaner der schweizerischen Nationalliga A beginnt die Saison von neuem: Am Wochenende ist Playoff-Auftakt. Der RSV Weil trifft am Sonntag im Nonnenholz auf den RHC Genf. Zum Zuschauen verdammt ist dabei ausgerechnet der Publikumsliebling und Kapitän des ESV: Max Bross. Über einen Teamplayer, der allein durch seine Anwesenheit hilft.

"Ich spiele hier jetzt seit 23 Jahren", sagt Max Bross. Über zwei Jahrzehnte sind eine beeindruckende Verweildauer in ein und demselben Verein. An seinem freien Mittwochabend ist Bross gerade in die eigenen vier Wände geschlappt. Hinter Bross, dem Teamkoordinator und Meister der Feinwerkmechanik, liegt ein langer Arbeitstag. Der Mittwoch ist immerhin trainingsfrei. Montag und Dienstag haben die Weiler Rollhockeyaner durchtrainiert. Die Playoffs stehen vor der Tür. Und vor der Saison hatten die Weiler voller Selbstvertrauen angekündigt, dieses Jahr um den Titel mitspielen zu wollen.

Durch Zufall zum Rollhockey
 
Während Bross im Büro koordiniert, treibt er auf dem Spielfeld an. "Er geht mit seinem Kampfgeist und als Teamplayer immer voran", sagt sein Trainer Reiner Brinker. Beim RSV Weil ist der 29-jährige Bross seit vielen Jahren Kapitän und Leistungsträger. Eine Leitfigur.
 
2009 feierte er mit Weil den großen Triumph in der Schweiz: Der RSV gewann das Double aus Meisterschaft und Pokal. Für Bross waren es sportlich seine erfolgreichsten Jahre. Damals gehörte er zum Kader der deutschen Rollhockey-Nationalmannschaft, durfte 2007 zur Weltmeisterschaft und 2008 zur Europameisterschaft. "Wir haben zwar nicht gut abgeschnitten, das war aber trotzdem etwas ganz besonderes", denkt Bross heute noch gerne an diese Zeit zurück.

Zum Rollhockey kam er aus Zufall. "Mein Vater hat Eishockey gespielt und sich dabei schwer am Knöchel verletzt", erinnert sich Bross, "da lag es nah, zum weniger verletzungsgefährdenden Rollhockey zu wechseln." 1994 war das, Weil war damals im deutschen Rollhockey die große Nummer.

Der Sport ist Bross’ Passion geworden. Allerdings betreibt er ihn mittlerweile nicht mehr so intensiv wie noch vor zehn Jahren. "Mit all der Arbeit ist die Nationalmannschaft nicht mehr drin", erklärt der Weiler, der 2015 seinen Meister gemacht hat. Die deutsche Auswahl trainiert hauptsächlich im Ruhrpott – unvereinbar mit dem Beruf.

Einen Vereinswechsel hat der Ur-Weiler nie in Betracht gezogen. "Clubs, die in Frage kommen würden, sind ja mindestens anderthalb Stunden weg", sagt Bross, "das wollte ich nie." In Weil hat er alle Mannschaften durchlaufen, spielte Anfang der 2000er für drei Teams gleichzeitig. Als die Weiler 2004/05 erstmals in der Schweiz starteten, da packte Bross den Sprung in die erste Mannschaft – und ist seitdem Teil des NLA-Kaders. "Er hat schon große Erfahrung", zollt Brinker seinem Schützling Respekt.
 
Sonntag zuhause gegen den RHC Genf
 
Am Sonntag trifft Weil im Playoff-Viertelfinale auf den RHC Genf. Schon wieder. Just jene Mannschaft, gegen die der RSV so oft den Kürzeren zog und auch 2016 schon nach zwei Partien wieder die Segel streichen musste. "Wir haben viel darüber geredet im Training", sagt Bross. "Die Vorbereitung läuft gut", ergänzt Trainer Brinker vor dem ersten Spiel der Best-of-three-Serie.

Am Sonntag muss er auf seinen Kapitän verzichten. Der fehlt bereits seit drei Spielen gesperrt. "Eine unglückliche Geschichte", berichtet Bross: "Der Schiedsrichter hatte eine Beleidigung aus dem Publikum mir zugeschrieben." 200 Franken Strafe und vier Spiele Strafe waren die Folge. "Hätten wir Berufung eingelegt, wären mindestens 1000 Franken auf uns zugekommen." Seitdem schwächelt Weil etwas, der Kapitän fehlt.

Coach Brinker relativiert aber: "Auch wenn Max nicht spielen kann, mit seiner Energie im Training und seiner Anwesenheit am Spieltag zieht er die anderen mit." Bross sieht das ähnlich. "Ich versuche, so gut es geht zu unterstützen." Die Meisterschaft, so versichern Kapitän und Trainer, sei weiterhin das zentrale Ziel. Durch mehrere Ausfälle sei dies allerdings noch schwieriger zu erreichen. So kann auch Alberto Garcia (gebrochener Daumen) nicht mitwirken. Aber Bross bleibt zuversichtlich: "Wir sind seit Jahren eine Playoff-Mannschaft."

In der Saison-Endphase sei sein Team immer am stärksten, auch wenn zuletzt zweimal gleich zum Playoff-Auftakt das Aus kam. Bross wird beim zweiten Spiel das Team wieder auf dem Feld unterstützen können. In Weil hoffen sie, dass es der Kapitän schon richten wird.
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (21.03.2017)

Eine gute Warnung

Weiler Rollhockeyaner mit durchwachsener Generalprobe vor NLA-Playoffs / Viertelfinale gegen Genf. 

Spielbestimmend, aber nicht zwingend: die Weiler um Felix Furtwängler (rechts) Foto: Uwe Rogowski

ROLLHOCKEY Nationalliga A. Als Tabellenzweiter geht der RSV Weil in die Playoffs der Rollhockey-Nationalliga A. Zum Abschluss der Hauptrunde gab es eine Niederlage und einen Sieg. Allerdings trübt eine Verletzung die Vorfreude auf die Endrunde.

Daniel Dietrich wirkte ein wenig zerknirscht. "Es war beide Male keine gute Leistung", sagte der Weiler Goalie nach den Duellen mit dem RHC Wimmis. Wie schon in den vergangenen Wochen war Weil auch gegen das Ligaschlusslicht zwar spielbestimmend, aber "vor dem Tor viel zu wenig zwingend". Der Zufall war das tragende Element in der Offensive. Das führte am Samstag zu einer 1:3-Niederlage in Wimmis, den Weiler Ehrentreffer besorgte Max Schmidle 13 Sekunden vor der Schlusssirene. Tags darauf im Nonnenholz gelang dem RSV zwar keine Leistungssteigerung, doch nutzten die Gastgeber diesmal ihre Chancen und bezwangen den RHC mit 6:5.

Den Tabellenletzten spielte der Zweite nicht an die Wand, doch das könne "eine gute Warnung sein", so Dietrich, "dass die Saison sehr schnell zu Ende sein kann, wenn wir so weiterspielen". In die Playoffs müssen die Weiler allerdings ohne Alberto Garcia starten. "Er hat in Wimmis einen Schuss auf den Daumen abbekommen", erklärt Dietrich. Die Folge: Eine Fraktur – und voraussichtlich mehrere Wochen Pause. Damit fehlt den Weilern ihr zweitbester Torschütze.

Das Playoff-Viertelfinale beginnt der RSV am 2. April (15.30 Uhr) zuhause gegen den RHC Genf, und mit dem Tabellensiebten haben die Weiler noch eine Rechnung offen. Im Vorjahr waren sie in der ersten Runde ebenfalls auf Genf getroffen, scheiterten jedoch glatt in zwei Spielen. Doch um nach der Meisterschaft zu greifen, "muss man jeden Gegner schlagen können", sagt Dietrich.

RHC Wimmis – RSV Weil 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 Müller (13.), 2:0 Gmür (36.), 3:0 Müller (49.), 3:1 Schmidle (50.).
 
RSV Weil – RHC Wimmis 6:5 (3:1)

Tore: 1:0 Villamil (13.), 1:1 Meier (15.), 2:1 Furtwängler (22.), 3:1 Vanina (23.), 4:1 Schaller (32.), 4:2 Müller (35.), 5:2 Vanina (41.), 5:3 Brand (44.), 6:3 Schaller (46.), 6:4 Brand (47.), 6:5 Meier (49.). 
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (13.03.2017)

Als Team die Hürde Uri genommen

Jorge Villamil  netzt viermal für   Weil  ein.   Foto: Grant Hubbs Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil netzt viermal für Weil ein. Foto: Grant Hubbs

Von Gerd Lustig

Weil am Rhein. Der RSV Weil bleibt in der Schweizer Nationalliga A weiter in der Erfolgsspur. Das Team von Trainer Reiner Brinker nahm jetzt am drittletzten Spieltag vor den Playoffs die Hürde Uri und besiegte den dortigen RHC mit 6:2 (4:2).

Die Treffer für die Grenzstädter erzielten viermal Jorge Villamil Novoa sowie zweimal Alberto Garcia. Damit bleibt der RSV weiterhin auf Tabellenplatz zwei, punktgleich vor den beiden ebenfalls siegreichen Teams aus Montreux und Dornbirn, die aber jeweils ein Spiel mehr ausgetragen haben.

„Das war heute eine ganz starke Teamleistung“, freute sich Torhüter und Co-Trainer Daniel Dietrich. Von A bis Z sei gut und vor allem auch konzentriert gespielt worden. „Da wurde vorbildlich füreinander gekämpft“, lobte er. Natürlich verdiene Jorge Villamil ein dickes Kompliment. Denn vier Tore, die müsse man ja schließlich erst einmal machen.

Insgesamt so, räumt er ein, sei der Sieg beim RHC Uri vielleicht ein wenig zu hoch ausgefallen. Gerade in der zweiten Halbzeit hätten die Uri-Spieler nämlich dreimal nur Latte und Pfosten getroffen. Doch mit dem Glück des Tüchtigen habe man letztlich den Sieg in der Fremde unter Dach und Fach gebracht. Zu bedenken sei dabei auch, dass der RSV gerade in Durchgang zwei durch Zeitstrafen (Furtwängler, Werner, Garcia und Villamil Novoa) oftmals habe in Unterzahl agieren müssen.

„Unterm Strich war’s also ein verdienter Sieg“, so Dietrich, der sich jetzt freut, dass es der RSV in den ausstehenden zwei Partien selbst in der Hand hat, Platz zwei zu halten.

RHC Uri – RSV Weil 2:6 (2:4). – Tore: 0:1 (7.) Villamil Novoa, 0;2 (11.) Garcia, 1:2 (13.) Briker, 1:3 (13.) Villamil Novoa, 2:3 (15.) Greimel, 2:4 (21.) Villamil Novoa, 2:5 (27.) Garcia, 2:6 (47.) Villamil Novoa

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (27.02.2017)

Dritte Pleite in Folge

Nach der Roten Karte für Max Bross muss der RSV Weil die nächsten zwei Spiele ohne seinen gesperrten Kapitän auskommen.   Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Nach der Roten Karte für Max Bross muss der RSV Weil die nächsten zwei Spiele ohne seinen gesperrten Kapitän auskommen. Foto: Bernd Kohler

Der RSV Weil geht dem Ende der Qualifikation in der Schweizer Nationalliga A im Rollhockey ohne Fortüne entgegen. Das Team von Trainer Reiner Brinker verlor gestern mit 0:3 (0:2) gegen den HC Montreux sein drittes Spiel in Folge und zudem Max Bross kurz vor Spielschluss mit einer Roten Karte.

Weil am Rhein. Der RSV Weil hat sich mit der Niederlage gegen die Defensivkünstler aus dem Waadtland doch noch einige sportliche Probleme aufgehalst. Plötzlich ist der angestrebte zweite Platz in Gefahr. Denn drei Runden vor Ende der Quali-Runde sind viele Konkurrenten nah an die Südbadener, die noch Zweiter sind, herangerückt.

Bei drei Gegentoren gegen Montreux schien der Spielverlauf auf den Kopf gestellt: Der RSV spielte zwar fast 50 Spielminuten auf das Tor der Gäste, doch diese verteidigten mit Geschick und vor allem viel Glück ihren Vorsprung. Der Sieg ist deshalb nicht einmal unverdient. Montreux profitierte vor allem von den Spiel- und Schussqualitäten eines Xavier Torrens Terns.

Der Spanier, Kopf der Mannschaft, schoss den Gast in der fünften Spielminute innerhalb weniger Sekunden 2:0 in Front und markierte in der zweiten Halbzeit auch noch seinen dritten Treffer. Nach dem 0:2 verhalf den Weilern auch ein druckvoller Sturmlauf und viel Kampfgeist nicht zur Wende.

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles probiert, aber aus den Chancen kein Tor gemacht“, resümierte nach dem Spiel ein angesäuerter RSV-Trainer Reiner Brinker. Und Torhüter Daniel Dietrich erkannte zurecht: „Wir haben heute drei unglückliche Tore kassiert und stecken momentan in einem Loch. Da müssen wir ganz schnell wieder rausfinden.“

Die nächsten zwei Spiele allerdings ohne Max Bross. Der gefrustete Kapitän reklamierte kurz vor Schluss nach einem Foul am Jorge Villamil zu heftig beim Schiedsrichter und sah die Rote Karte.

Hilfreich zur Rückbesinnung alter Weiler Tugenden könnte jetzt die einwöchige Buurefasnachtspause sein. Danach geht’s zum unberechenbaren Verfolger Uri, ehe zum Schluss der Doppelspieltag am 18./19. März mit zwei Begegnungen gegen den Tabellenletzten Wimmis über die Platzierung für die Playoffs entscheidet.

RSV Weil – HC Montreux 0:3 (0:2). – Tore: 0:1 (5.) Terns, 0:2 (5./Penalty) Terns, 0:3 (34.) Terns. – SR: Eggimann (Münsingen)/Jordi (Bern). – Z.: 115. Blaue Karte: Furtwängler (5./2 min). Rot: Bross (50./10 min).

 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (20.02.2017)

Folgenschwere 69 Sekunden

Rollhockey-Nationalligist RSV Weil verliert 2:4 bei RC Biasca. 

Joel Soriano erzielte seinen fünften Saisontreffer, aber für einen Sieg reichte es den Weilern im Tessin dennoch nicht. Foto: Matthias Konzok

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RC Biasca – RSV Weil 4:2 (3:2) (zok). Wenn Spiele auf der Kippe stehen, wenn Mannschaften eine Partie drehen, dann wird im Sport oft und gerne das Momentum als einflussreicher Faktor herangezogen. Welche Auswirkungen dies haben kann, musste in der Rollhockey-Nationalliga A der ESV Weil bei der 2:4-Niederlage in Biasca leidvoll erfahren. Bis zur 19. Minute lagen die Gäste 2:0 vorne, ehe die Tessiner das Momentum auf ihre Seite holten. Als Biasca den Anschluss herstellte, kippte die Partie – und binnen 69 Sekunden geriet Weil mit 2:3 in Rückstand.

"Wir waren zu weit von den Leuten weg", benannte RSV-Coach Reiner Brinker den entscheidenden Fehler seiner Schützlinge. Sein Team habe Biasca zum Toreschießen eingeladen und sei "total aus dem Rhythmus gekommen". Immerhin: Ihrer Fehler waren sich die Spieler bewusst und übten dahingehend Selbstkritik. Zunächst hatte die Weiler Mannschaft noch den Eindruck erweckt, wie schon beim 5:1 im Hinspiel erneut einem ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern. Jorge Villamil (10.) und Joel Soriano (17.) schossen eine 2:0-Führung heraus, ehe das Momentum auf die Tessiner Seite wechselte.

Im zweiten Abschnitt hatte der RSV mehrfach den Ausgleich auf dem Schläger. Doch fehlte es den Gästen an der nötigen Fortune, sie scheiterten am Pfosten und an der Latte, zudem verweigerten die Unparteiischen einem Weiler Treffer die Anerkennung. An Chancen mangelte es dem RSV nicht, freilich aber an der Effizienz. So besiegelte Biascas Topscorer Ré Cleto zwei Minuten vor der Schlusssirene per Penalty die Weiler Niederlage.

"Wir müssen uns an die eigene Nase fassen", sagte Brinker. Doch als Trainer denkt er über das eine Spiel hinaus und setzt auf den Lerneffekt – mit Blick auf ein mögliches Playoff-Duell mit Biasca. Nach derzeitigem Stand stünden sich der Tabellenzweite Weil und die Tessiner (7.) im Viertelfinale gegenüber. "Wir werden die Fehler analysieren", so der Coach. Um bei einem erneuten Aufeinandertreffen besser vorbereitet zu sein – und das Momentum nicht mehr Biasca zu überlassen

Tore: 0:1 Villamil (10.), 0:2 Soriano (17.), 1:2 Camillo Boll (19.), 2:2 Rodoni (19.), 3:2, 4:2 beide Cleto (20./48.). Zuschauer: 189.
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (13.02.2017)

Sprung an die Spitze knapp verpasst

Weiler Rollhockeyaner unterliegen im Gipfeltreffen bei Meister Diessbach 2:3 / Zuvor Schlagabtausch beim 6:4-Sieg gegen Uttigen. 

Gegen Uttigen nach der Pause ins Straucheln gekommen: der Weiler Alberto Garcia (rechts) gegen RSC-Kapitän Timo Schertenleib Foto: Konzok

ROLLHOCKEY Nationalliga A. Es hätte ein perfektes Wochenende für den RSV Weil werden können: Durch den 6:4-Erfolg gegen RSC Uttigen am Samstag hatte sich der RSV Weil das Gipfeltreffen tags darauf bei Tabellenführer RHC Diessbach ermöglicht. Doch beim amtierenden Meister der Rollhockey-Nationalliga A unterlag das Team von Reiner Brinker mit 2:3. "Wir waren nicht gut drauf", musste der Weiler Coach feststellen.

Unkonzentriert war der RSV am Sonntag zu Werke gegangen, leistete sich Leichtsinnsfehler und lief ab der zehnten Minute einem Rückstand nach. Zweimal brachte Alberto Garcia die Gäste heran: In der 18. Minuten stellte er nur 18 Sekunden nach dem 0:2 den Anschluss her, im zweiten Abschnitt hielt er die Weiler Hoffnungen durch das 2:3 (35.) aufrecht. Doch blieb es am Ende bei der Hoffnung, auch weil der RSV in der Schlussphase mit zwei Blauen Karten hadern musste: Zwar nutzten die Gastgeber weder die Sanktion gegen Joel Soriano (42.) noch jene gegen Garcia (47.) zum Torerfolg, die RSV-Offensive aber war ausgebremst. Spielentscheidend war indes, dass die Weiler ihr Potenzial nicht ausgeschöpft hatten.

Das Gipfeltreffen war manchem RSVler tags zuvor beim Heimsieg gegen Uttigen vielleicht schon durch den Kopf gespukt. Denn nach einem perfekten Start schlich sich beim RSV der Schlendrian ein. Mit 4:0 lag Weil nach 18 Minuten vorne und dominierte die Gäste, deren wenige Chancen RSV-Goalie Daniel Dietrich reaktionsschnell zunichte machte. Doch unmittelbar vor der Halbzeit kassierte der RSV das 1:4 durch einen Direkten. "25 Sekunden vor Schluss dürfen wir den Ball nicht hergeben", monierte Brinker die Entstehung der Situation. Der RSV verlor den Faden, "Anfang der zweiten Halbzeit sind wir nicht wie gewollt ins Spiel gekommen", stellte der Coach fest. Sein Team habe den Gegner erst stark gemacht. Die fehlende Cleverness, das eigene Spiel bis zum Schluss durchzuziehen, brachte Weil in die Bredouille. Das Duell entwickelte sich zum offenen Schlagabtausch, Uttigen verkürzte auf 2:4 (36.).

Obwohl der RSV noch zweimal traf, ließen sich die Gäste nicht abschütteln. Erst jubelte Felix Furtwängler über sein Kullertor zum 5:2, nachdem RSC-Goalie Roman Langenegger seinen Sololauf eigentlich schon pariert hatte (39.) und Verteidiger Fabian Althaus den Ball überraschend nicht mehr von der Linie kratzen konnte. Auch auf das Zaubersolo von Garcia, der auf dem linken Flügel erst einen Gegenspieler vernaschte, um die Scheibe aus spitzem Winkel maßgeschneidert zum 6:3 ins kurze Eck zu lupfen (43.), hatte Uttigen nochmals eine Antwort parat.

Mehr ließen Dietrich & Co. in der Schlussphase – trotz einer Unterzahl – jedoch nicht mehr zu. Den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel konnte der RSV allerdings nicht mit dem Sprung an die Spitze veredeln – weil Diessbach seine Heimstärke ebenfalls unter Beweis stellte und auch die fünfte Partie in eigener Halle gewann.

RSV Weil – RSC Uttigen 6:4 (4:1)

Tore: 1:0 Garcia (4.), 2:0 Villamil (14.), 3:0, 4:0 Soriano (17., 18.), 4:1 Althaus (25.), 4:2 Frey (36.), 5:2 Furtwängler (39.), 5:3 Schertenleib (41.), 6:3 Garcia (43.), 6:4 Rui Ribeiro (45.). Zuschauer: 150.

RHC Diessbach – RSV Weil 3:2 (3:1)

Tore: 1:0, 2:0 beide Kissling (10., 18.), 2:1 Garcia (18.), 3:1 Salgueiro (24.), 3:2 Garcia (35.). Zuschauer: 83.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (06.02.2017)

Der RSV Weil düpiert den Schweizer Cupsieger

Jubel auf spanisch beim RSV Weil.  Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Jubel auf spanisch beim RSV Weil. Foto: Bernd Kohler

Weil am Rhein. Der Stachel der Enttäuschung saß tief am Samstag bei Spielern und Fans des RHC Dornbirn. Als frisch gebackener Schweizer Cupsieger zum Rückspiel der Qualifikationsrunde nach Weil gekommen, mussten die Vorarlberger mit einer 1:5 (0:3) -Schlappe die Heimreise antreten.

So schnell geht’s im Sport: Eine Woche vor dem Auftritt im Nonnenholz, hatte sich der österreichische Aufsteiger in die Schweizer Nationalliga A noch als Pokalsieger feiern lassen und war mit großen Ambitionen ins Nonnenholz gereist. Doch aus der erhofften Revanche für die 3:4-Vorrundenniederlage gegen die Weiler wurde nichts. „Das war kein guter Tag für uns, wir haben die erste Halbzeit mit drei kapitalen Abwehrfehlern – allerdings gegen einen starken Gegner – verschenkt“, resümierte Dornbirns Trainer Jesus Gende.

Der RSV Weil hatte sich auf einen starken Cupsieger eingestellt und ließ die gegnerische Abwehr bei seinen Toren alt aussehen. Die Vorarlberger lagen zwar nach 18 Spielminuten schon 0:3 im Rückstand, hatten in der von beiden Seiten aber schnell und engagiert geführten Partie gute Tormöglichkeiten, doch ein Keeper Daniel Dietrich in Hochform hielt die „Null“ bis zur 39. Spielminute, als Alberto Gomez del Torno den einzigen Treffer der Gäste erzielte.

Der verdiente Sieg der Hausherren war nie in Gefahr, weil das Team mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung aufwartete und endlich auch in der Torchancenauswertung eine Duftmarke für die nächsten Gegner setzte. Für Mannschaftskapitän Max Bross waren Leistung und Ergebnis nur „zufriedenstellend“. Bross: „Wir wollten heute zu Null gewinnen, das ist nicht gelungen und die Teamfouls müssen wir auch noch reduzieren.“ Die Fouls der besten Abwehr der Liga lagen wieder im zweistelligen Bereich, blieben aber ohne Folgen. 4:3 lautete am Ende das Penaltyverhältnis, aber dank starker Torhüter auf beiden Seiten konnte keiner verwandelt werden.

„Dass wir keinen Penalty verwandelt haben, nervt schon“, resümierte Trainer Reiner Brinker, der aber mit der Leistung der Mannschaft zufrieden war. Eine Weiler Schwächeperiode zu Beginn der zweiten Halbzeit deutete kurzzeitig auf eine Wende des Spiels hin. Aber auf das 4:0 von Felix Furtwängler konterten die Vorarlbergerzwar noch in der gleichen Spielminute mit dem Anschlusstor, doch ein weiterer kapitaler Schnitzer in Dornbirns Abwehr nutzte Marzio Vanina zum 5:1-Endstand.

Spätestens jetzt war der vor einer Woche noch gefeierte Schweizer Cupsieger aus Österreich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Der RSV Weil dagegen geht am kommenden Wochenende als Tabellenzweiter in die Spitzenspiele gegen Uttigen (Samstag daheim) und in Diessbach (Sonntag).

RSVWeil – RHC Dornbirn 5:1 (3:0). – Tore: 1:0 (4.) Bross, 2:0 (14.) Villamil, 3:0 (18.) Montial, 4:0 (38.) Furtwängler, 4:1 (39.) Gomez del Torno, 5:1 (50.) Vanina. – Schiedsrichter: Lewis (Ins)/Graber(Lenzburg). – Zuschauer: 170.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (23.01.2017)

Weil gelingt die Wiedergutmachung

Jorge Villamil (rechts), hier beim Torschuss, ging diesmal leer aus.            Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil (rechts), hier beim Torschuss, ging diesmal leer aus.  

Revanche gelungen. Sechs Tage nach der 3:7-Schlappe beim RHC Genf gelang dem RSV Weil im Rückspiel der Qualifikation Wiedergutmachung durch einen hart erkämpftes 2:1 (1:0). Die Südbadener verbesserten sich auf den dritten Tabellenplatz. Platz eins erobert hat sich Meister RHC Diessbach, der im Spitzenspiel Montreux mit 3:0 besiegte.

Weil am Rhein. Wille und Einsatzbereitschaft waren vorhanden, nach 50 Spielminuten hatte auch Mannschaftskapitän Max Bross recht behalten, der vor dem Spiel in der heimischen Rollsporthalle prophezeite: „Wir wollen uns unbedingt für die Hinspielniederlage revanchieren.“ Revanche ist dem RSV verdientermaßen gelungen, auch wenn gegen die im Tabellenkeller stehenden Genfer Defizite sowohl im Angriff als auch in der Abwehr vorhanden waren.

RSV-Keeper Dietrich der Matchwinner

RSV-Torwart Daniel Dietrich war nach dem Spiel sehr kritisch, sprach sogar vom „mit Abstand schlechtesten Saisonheimspiel“ Und: „Wir waren durch die klare Niederlage in Genf stark verunsichert und haben heute keine gute Leistung geboten. Wir können mehr.“ Dietrich war trotz des Sieges nach dem Spiel sauer. Zu oft hatte er Fehler seiner Vorderleute ausbügeln müssen.

Gefordert war der RSV-Keeper vor allem nach jeweils Blauen Karten für seinen Kollegen Jorge Villamil, der sich mit insgesamt 14 Strafminuten in dieser Saison an die Spitze der „Sünder“ manövrierte. Nach den beiden Fouls parierte Dietrich die jeweils fälligen Penalties des Schweizer Nationalspielers Federico Garcia Mendes und hielt dabei im Unterzahlspiel mit Paraden seine Mannschaft im Spiel.

Allerdings war auch bei den Hausherren die Chancenauswertung dürftig: Marzio Vanina vergab ebenso einen Penalty (3. Minute) wie Felix Furtwängler (35.). Zuvor allerdings hatte der Nachwuchsmann des RSV seine Mannschaft nach sehenswerter Kombination in Führung gebracht. Genf hielt die Partie aber jederzeit offen und kam durch Gaël Gimenez vier Minuten nach dem Pausentee zum nicht unverdienten 1:1-Ausgleich.

In der hektischen Schlussphase hatte Jorge Villamil Pech, als er bei seinen Schüssen erst Teamkollege Vanina im Gesicht und zwei Minuten später den Pfosten des Genfer Tores traf. Als schon alles auf eine Verlängerung hindeutete, stand Max Bross vier Minuten vor dem Ende nach Zuspiel von Villamil goldrichtig und bezwang den jungen Marc Blöchlinger im Kasten der Genfer zum 2:1.

„Nach dem Dämpfer im Hinspiel hat die Mannschaft heute eine super Einstellung gezeigt und gegen einen starken Gegner verdient gewonnen“, freute sich RSV-Trainer Reiner Brinker, dessen Team erst wieder in knapp zwei Wochen zuhause gegen Dornbirn gefordert ist.

RSV Weil – RHC Genf 2:1 (1:0). – Tore: 1:0 (22.) Furtwängler, 1:1 (29.) Jimenez, 2:1 (46.) Bross. – Zuschauer: 100. – Schiedsrichter: Jordi (Bern)/Rubi (Uttigen). ­Blaue Karten: Villamil (11. und 18., je 2 Minuten) - Jimenez (3./2 Minuten).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (20.01.2017)

"Es brannte der Mülleimer"

VOR DEM SPIEL:Daniel Dietrich, Rollhockey-Torhüter RSV Weil.

Daniel Dietrich Foto: Jochen Dippel

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RHC Genf, Samstag, 15.30 Uhr (uwo). Eine Reaktion zeigen, die jüngste 3:7-Niederlage in Genf korrigieren – das wollen die Rollhockeyaner des RSV Weil am Samstag im Rückspiel. Vor der Partie stand Torhüter Daniel Dietrich für den BZ-Fragebogen Rede und Antwort – auch zu Nichtsportlichem. 

» Ich unternehme eine Zeitreise – wohin und warum? Ins Mittelalter. Da haben die Menschen sehr simpel, sehr primitiv gelebt. Ich fände es mal spannend, das gesehen zu haben.

Erinnern Sie sich an einen Schülerstreich? Oh ja, das war nicht so lustig. Wir waren ein paar Jungen auf dem WC, spielten mit einem Feuerzeug. Plötzlich brannte der Mülleimer, es hat total gequalmt, die Feuerwehr musste kommen.

» Eine schlechte Angewohnheit von mir? Zu impulsiv im Training. Da fliegt schon mal der Stock durch die Gegend.

Die beste Ausrede, warum jemand nicht zum Training kam? Eine Stunde vor dem Training fiel einem Mitspieler ein, dass er zum Geburtstag der Schwiegermutter musste.

» Der verrückteste Vogel beim RSV? Max Bross. Der hat nur Flausen im Kopf.

Lieblingslektüre? Ein Buch von Oliver Kahn: "Ich. Erfolg kommt von innen".

» Gerne mal essen gehen würde ich mit... Roger Federer. Er hat enorm viel geleistet und ist immer komplett bodenständig geblieben.

Lieblingsurlaubsziel? USA. Dort war ich in den letzten Jahren öfter. Das Land hat einen großen Reiz, auch im Sport mit Eishockey und American Football.

» Die beste Erfindung überhaupt? Das Auto. Schön wäre aber auch, wenn man einen achten Wochentag erfinden würde, damit man mehr Zeit hat.

Das Beste am Rollhockey? Ich finde den Teamgeist im Mannschaftssport das Schönste. Wenn man zusammen gewinnt, fühlt sich das wunderschön an, bringt es große Glücksgefühle.

» Reiner Brinker ist ein super Trainer, aber... manchmal erzählt er schon ein bisschen Quatsch.

Am Samstag gegen Genf... werden wir eine bedeutend bessere Leistung als am letzten Sonntag zeigen. Das war eine Frechheit von uns, völlig inakzeptabel. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (16.01.2017)

Schwarzer Tag am Genfersee

Beim Rollhockey-Nationalligisten RSV Weil läuft bei der 3:7-Niederlage in Genf nichts zusammen. 

Erzielte die RSV-Führung: Marzio Vanina Foto: zok

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RHC Genf – RSV Weil 7:3 (5:2) (zok). Reiner Brinker verlor gar nicht erst viel Zeit. Der Coach des RSV Weil kam gleich auf den Punkt: "Wir waren unterirdisch schlecht", lautete sein Fazit nach der 3:7-Pleite in der Rollhockey-Nationalliga A beim RHC Genf. Obgleich Weil in der bisher so starken Saison den ersten Dämpfer hinnehmen musste, überbewerten wollte Brinker dies nicht – und zeigte sich vielmehr recht entspannt. "Es gibt eben ein, zwei Spiele in der Saison, in denen gar nichts läuft." Solch einen schwarzen Tag erwischte die Weiler Equipe am Genfersee.

Der mannschaftlichen Geschlossenheit blieb der RSV dabei treu. Allerdings führt ihn diese normalerweise zum Erfolg, in Genf aber erlebte das Team einen kollektiven Ausfall. Egal wen Brinker aufs Feld schickte, er passte sich der Leistung seines Vorgängers an. Nichts von dem, was er vor dem Spiel gesagt hätte, habe sein Team umgesetzt, monierte der RSV-Coach.

Vor den Gastgebern, bis dahin Vorletzter, hatte Brinker im Vorfeld gewarnt. Auch Genf sei ein Team, das mit dem Ball umgehen kann. Unter Beweis stellte der RHC dies unter anderem beim sehenswerten Konter zur 2:1-Führung, als Louis Forel in der zehnten Minute eine Passstafette abschloss und die Partie drehte.

Obwohl Marzio Vanina den RSV mit 1:0 in Führung gebracht hatte (6.), fanden die Gäste nie in die Partie. "Das Spiel ist an uns vorbeigelaufen", konstatierte Brinker. Weder konnte der RSV seine gewohnt dominante Rolle einnehmen, noch auf seine Defensivstärke bauen. Nach nervösem Beginn verlief das Duell für die Gäste in die falsche Bahn, auch das 2:3 durch Max Bross (19.) brachte Weil nicht in die Spur, stattdessen schlugen die Hausherren 80 Sekunden später zurück. Im zweiten Abschnitt konnte Marc Werner nur zum 3:6 verkürzen (43.).

Zum dürftigen RSV-Auftritt habe sich noch eine "katastrophale Schiedsrichterleistung" (Brinker) gesellt. Zwei blaue Karten gegen Weil mündeten in zwei Gegentoren. Was sich Genf erlauben durfte, wurde beim RSV geahndet – es passte alles ins Bild.

Das Spiel mag verloren gegangen sein, nicht aber Brinkers Ruhe. Die enttäuschende Leistung macht den Weiler Trainer noch lange nicht nervös. "Abhaken und gut trainieren", sagt Brinker vor dem nächsten Heimspiel – gegen Genf. Wenn alles gut läuft, hat sein Team den schwarzen Tag für diese Saison ja bereits abgehakt.

Tore: 0:1 Vanina (6.), 1:1 Waridel (9.), 2:1 Forel (10.), 3:1 von Däniken (18.), 3:2 Bross (19.), 4:2, 5:2, 6:2 alle Garcia Mendez (20., 25., 38.), 6:3 Werner (43.), 7:3 Waridel (46.). 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (09.01.2017)

Mit Spielwitz und Nervenstärke

RSV Weil glänzt beim 5:1-Sieg gegen den RC Biasca und festigt seinen Platz in der Spitzengruppe der Rollhockey-Nationalliga A.

Meist einen Schritt schneller: Der Weiler Doppeltorschütze Felix Furtwängler (rechts) hängt Lukas Rodoni (Biasca) ab. Foto: Matthias Konzok

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RC Biasca 5:1 (2:1). Der RSV Weil will in dieser Saison unter die besten vier Teams der NLA. Diesen Anspruch hat der Club beim 5:1-Sieg gegen den RC Biasca eindrucksvoll untermauert.

Es war keine einfache Aufgabe für Daniel Dietrich. In der ersten Halbzeit war der RSV-Goalie kaum ernsthaft geprüft worden. Doch unmittelbar vor und nach der Pause geriet Dietrich plötzlich zunehmend in den Fokus und musste in einem wilden Hin und Her umgehend auf Betriebstemperatur kommen. Doch zeichnet es einen Top-Torhüter wie Dietrich aus, dass ihm dies problemlos gelang und er die Weiler 2:1-Führung rettete. "Das war die entscheidende Phase des Spiels. Für kurze Zeit sind wir geschwommen", analysierte der Goalie später. Mit zwei blauen Karten hatte sich der RSV selbst in die Bredouille gebracht und an Souveränität eingebüßt, doch Biasca nutzte dies nur zum Anschlusstreffer in Überzahl (25.).

Vielmehr bewiesen die Weiler Nervenstärke – und zur richtigen Zeit auch Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten. "Mit dem 3:1 war die Ruhe wieder da", so Dietrich. In der 33. Minute hob Felix Furtwängler den Ball mit der Rückhand in den Winkel, nur 46 Sekunden später legte Tim Schaller das 4:1 nach. Als Joel Soriano per Penalty den fünften Weiler Treffer besorgte (36.), war den Tessinern der Zahn gezogen.

Die kurzzeitige Schwimmübung war nur ein kleiner Schönheitsfehler eines eindrucksvollen RSV-Auftritts. "In solchen Momenten müssen wir noch mehr Ruhe bewahren", befand Dietrich. Doch auch wenn die Gäste den Ausgleich auf dem Schläger hatten, ernsthaft in Gefahr geriet der fünfte Weiler Sieg im sechsten Spiel nicht. "Wir waren physisch so stark, dass sie keine Chance hatten", lobte RSV-Trainer Reiner Brinker. Sein Team dominierte die Tessiner, agierte mit viel Spielwitz und präsentierte sich in der Spielanlage variabel. Häufig erarbeiteten sich die Weiler ihre Chancen mit flüssigen Kombinationen, setzten aber ebenso regelmäßig dank ihrer individuellen Klasse zu Soli durch die Abwehr an. Mal legten sie sich Biasca geduldig zurecht, um in anderen Momenten schnell und zielstrebig den Abschluss zu suchen. Die logische Konsequenz: Nach einer Viertelstunde hatten Furtwängler und Marzio Vanina eine 2:0-Führung für den RSV erzielt.

Das einzige Manko war erneut die Effizienz. Angesichts der zahlreichen Chancen ärgerte sich Brinker über die magere Torausbeute im ersten Abschnitt. Dafür agierte sein Team defensiv aufmerksam, bot Biasca dank einer guten Ordnung kaum Ansatzpunkte für gefährliche Abschlüsse. Ohne ihren verletzten Topscorer Cleto Ré verzweifelten die Tessiner am Weiler Bollwerk. Dabei nutzte Brinker das Duell mit dem Tabellensiebten auch zur Rotation. "Es ist wichtig, dass alle spielen. Auch in Druckphasen", erklärte der Weiler Coach, der seine Ersatzspieler verstärkt aufs Feld schickte. Der Leistung tat die Rotation keinen Abbruch.

Nach dem 5:1 konnten es die Weiler etwas ruhiger angehen lassen und übten sich mitunter als Zauberkünstler auf vier Rollen. Der neue Tabellendritte präsentierte sich nach mehrwöchiger Spielpause in starker Form. Doch noch schlummert im RSV-Team weiteres Potenzial. "Wir haben noch Luft nach oben", stellte Brinker fest. "Wir sind noch lange nicht dort, wo wir hinkönnen." Nach dem Auftritt gegen Biasca klingt das für die Konkurrenz fast wie eine Drohung.

Tore: 1:0 Furtwängler (4.), 2:0 Vanina (15.), 2:1 Rodoni (25.), 3:1 Furtwängler (33.), 4:1 Schaller (34.), 5:1 Soriano (36.). Zuschauer: 100. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (05.12.2016)

Mit Sieg in die Pause

Weils Alberto Garcia sucht die Lücke. Der RSV siegt bereits zum vierten Mal.  Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Weils Alberto Garcia sucht die Lücke. Der RSV siegt bereits zum vierten Mal. Foto: Bernd Kohler

Für die unglückliche Niederlage in Montreux ist dem RSV Weil am Samstag mit einer über weite Strecken recht passablen Vorstellung Wiedergutmachung gelungen. Das Team um Trainer Reiner Brinker landete vor 150 Zuschauern einen knappen, aber hochverdienten 3:2 (1:1)-Heimsieg gegen den RHC Uri und bleibt Tabellendritter der Schweizer Nationalliga A-Tabelle.

Weil am Rhein. Nach dem vierten Sieg im fünften Spiel gehen die Akteure des RSV Weil mit breiter Brust vorzeitig in die fünfwöchige Festtagspause. Das nächste Spiel steht erst am 7. Januar 2017 zuhause gegen RC Biasca auf dem Spielplan. Das für den 17. Dezember terminierte Gastspiel der Weiler gegen Wimmis wird wegen der Europacup-Teilnahme der Berner voraussichtlich am 18. Januar 2017 nachgeholt.

Die Partie im Nonnenholz begann mit einem Paukenschlag: Der erste Angriff der Urner führte nach exakt 25 Sekunden zum 0:1 durch Joshua Imhof. Bei dessen Schuss war RSV-Torhüter Daniel Dietrich die Sicht versperrt. Die gegenüber der vergangenen Runde spielerisch und taktisch stark verbesserten Gäste operierten aus einer aufmerksamen Abwehr mit schnellen, gefährlichen Gegenstößen.

„Wir standen zu weit weg vom Gegner“, kritisierte RSV-Trainer Reiner Brinker. Und Keeper Daniel Dietrich war der Spielrhythmus seiner Vorderleute wie auch beim Gegner viel zu langsam. Daran änderte auch der 1:1-Ausgleich (7. Minute) durch das Abstaubertor von Marzio Vanina nichts. Wenn Michael Gehrig statt den Pfosten (9.) ins Tor getroffen und Dietrich nicht einen Penalty von Eduardo Asis abgewehrt hätte (12.), der RHC Uri wäre wohl mit einer Führung in die Pause gegangen.

Durch eine Tempoverschärfung nach der Pause setzten die Hausherren den Gegner unter Druck. Weil war nun die klar bessere Mannschaft, die sich gute Torchancen erspielte. „Die Mannschaft ging mit viel mehr Elan zur Sache, hatte das Spiel unter Kontrolle und schoss dabei eine verdiente Führung heraus“, resümierte Daniel Dietrich. Zu spät kam für die Gäste der Anschlusstreffer acht Sekunden vor Schluss durch Kapitän Patrick Greimel.

Torfolge: 0:1 (1.) Joshua Imhof, 1:1 (7.) Marzio Vanina, 2:1 (36.) Felix Furtwängler, 3:1 (38.) Jorge Villamil, 3:2 (50.) Patrick Greimel. – Schiedsrichter: Markus Großniklaus, Urs Rubi (beide Uttigen). – Zuschauer: 150. – Blaue Karte: Vanina (2 Min.) -

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (02.12.2016)

Mister Zuverlässig

Nationalspieler Marzio Vanina glänzt beim RSV Weil als Vorbild

Er mag vielleicht nicht spektakulär spielen, doch für den RSV Weil ist Marzio Vanina ungemein wichtig: Der Schweizer Rollhockey-Nationalspieler glänzt auf konstant hohem Niveau. 

Herzblut-Tessiner im Weiler Dress: Marzio Vanina (rechts, gegen den Genfer Flavio Silvia) Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RHC Uri, Samstag, 15.30 Uhr. Der RSV Weil will in der Schweizer Nationalliga A oben mitspielen. Die bisherige Bilanz der Rollhockey-Spieler lässt sich sehen. Garant in Weil ist Mister Zuverlässig: der Tessiner Marzio Vanina.

"Dafür brauche ich aber Zeit", antwortet Vanina in seinem unvergleichlichen Schweizer Dialekt auf die Frage, wie das nun war mit seiner Karriere. Vanina bittet um eine Minute, um eine ruhige Ecke zu finden. Die Mittagspause ist gerade rum. Der 27-Jährige arbeitet in einer Basler Versicherungsfirma. Eigentlich bleibt da keine Zeit für einen Mittagsplausch. Aber Termin ist Termin und Vaninas Markenzeichen ist die Zuverlässigkeit. Versetzen würde er einen Gesprächspartner nie.

"Ein absoluter Vorbildtyp", schwärmt Trainer Reiner Brinker über den Stürmer, der dieses Jahr auch defensiver agiert. "Er ist jetzt nicht der Wow-Wow-Wow-Typ", erklärt Brinker, "aber er spielt konstant auf hohem Niveau." Der gebürtige Schweizer sei dabei pflegeleicht und auch ein Garant für den guten Start des RSV – nach vier Spielen steht Weil auf Platz drei. Doch das soll nur der Anfang sein: "Unser Ziel muss sein, uns stetig zu steigern", findet Vanina.

RSV-Coach Brinker: "Solche Spieler wünscht man sich"

"Solche Spieler wünscht man sich", lobt Brinker den Stürmer und gibt zur Verdeutlichung einen Vergleich. Sein flinker Flügelflitzer aus Spanien, Jorge Novoa Villamil, schlage flotte Haken. Seine Tricks sorgen für Raunen auf den Rängen. "Der ist wahnsinnig schnell", sagt der Chefcoach über den 22-Jährigen. "Aber er ist noch jung und zudem zu temperamentvoll, da hat er ständig Ausreißer nach und unten." Einer wie Vanina, der mehrfache Nationalspieler der Schweiz, sei da zuverlässiger.

Apropos zuverlässig, Vanina hat ein ruhiges Plätzchen gefunden. "Kennen Sie das Tessin, kennen Sie Biasca?" Vanina beginnt seine Erzählung mit Fragen. Im beschaulichen 6000-Seelendorf im Kreis Riviera, wo sich das malerische Bleniotal und der Fluss Brenno treffen, dort hat Vanina seine Jugendjahre verbracht. Er ist Herzblut-Tessiner: "Ich bin nur viel zu selten dort." Die Stadt auf der Gotthard-Linie ist nicht nur für ihre charmante Altstadt, sondern auch für ihre Rollhockey-Tradition bekannt. Seit 1985 jagen sie dort dem schnellen, kleinen, runden Ball hinterher. Mit 16 schaffte Vanina den Sprung ins Nationalliga-Team. Mit 18 war allerdings Schluss. "Im Tessin kann man nämlich nicht studieren", sagt er.

In Bern nahm Vanina 2009 ein Mathematik-Studium auf. Die Rollschuhe schnürte er in der Folge im nahegelegenen Uttigen. "Die Europacup-Spiele dort waren ein Highlight", erinnert sich der Wahl-Basler an die Spiele in Portugal und Spanien. Höhepunkte hat er in seiner Rollhockey-Karriere ohnehin viele erlebt. Mit 17 schaffte er den Sprung in die Jugendnationalmannschaft. Es folgten zwei U-17-Europameisterschaften sowie die U-20-WM in Chile.

Die Akklimatisierung im Aktivbereich bereitete ihm keine Probleme. "Seit fünf Jahren spiele ich in der Elite-Nati", erklärt Vanina. Die Elite-Nati – das ist das Schweizer A-Nationalteam. Höhepunkt seiner dortigen Karriere war die Weltmeisterschaft 2013 in Angola: "Das war ein Riesen-Event."

Die Geschichte hinter dem Wechsel über die Grenze nach Weil ist indes eine banale. Vor zwei Jahren nahm Vanina ein Jobangebot in Basel an. Der Wechsel zum RSV lag nahe. Vanina hat ihn nicht bereut. "Die Stimmung hier ist familiärer als in den anderen Teams, in denen ich bis jetzt gespielt habe."

Zurück zur Zuverlässigkeit. "Immer dabei zu sein, ist für mich ja nicht anstrengend", relativiert Vanina. Rollhockey sei schließlich seine Leidenschaft. Am Samstag kommt Tabellennachbar Uri. Vaninas Konstanz wird gefragt sein. Und wenn aber doch bald mal wieder frei ist, dann freut sich Vanina aufs Tessin – sein Herz hängt immer noch an den bewaldeten Hängen seiner Heimat. 

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (21.11.2016)

Nicht zwingend genug

Max Bross und der RSV Weil sind vor dem gegnerischen Tor nicht gefährlich genug.  Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Max Bross und der RSV Weil sind vor dem gegnerischen Tor nicht gefährlich genug. Foto: Mirko Bähr

Ohne Punkte im Gepäck ist der RSV Weil aus der französischen Schweiz zurückgekommen. Beim HC Montreux unterlag die Mannschaft von Trainer Rainer Brinker mit 1:3 (1:1). „Die Leistung von uns war gut, aber der Gegner war einfach leicht besser“, resümiert RSV-Keeper Daniel Dietrich nach der ersten Saisonniederlage im vierten Spiel.

Montreux. Damit tauschten beide Teams die Plätze in der Tabelle. Die läuferisch und technisch sehr versierten Akteure aus Montreux grüßen nun von der Tabellenspitze, während Weil auf Rang zwei zurückgefallen ist.

Am Ende seien es Kleinigkeiten gewesen, die diese Partie der Nationalliga A entschieden hätten. So war zum einen das Glück auf Seiten der Hausherren. Beispielsweise dann, als bei einem Weiler Angriff der Ball nicht so von der Bande zurücksprang wie vermutet, die Gastgeber einen Konter fuhren und schließlich zum 2:1 einnetzen konnten. Zum anderen war Montreux vor dem gegnerischen Gehäuse einfach den einen Tick gefährlicher.

Die 100 Zuschauer bekamen in den 50 Minuten nur wenige hochkarätige Szenen vor beiden Tore zu sehen. Die Defensivreihen prägten das Match. „Beide Teams hatten wenig Chancen“, erinnert sich Dietrich. Die Weiler, die zuhause immerhin Double-Sieger Diessbach geschlagen hatten, waren diesmal wenig durchschlagkräftig. „Das war alles nicht zwingend genug, wir haben kaum für Gefahr gesorgt“, sagt der Keeper.

Der RSV begann gut, hatte mehr Ballbesitz, doch der erste Treffer ging auf das Konto des HCM. Tiago Ferreira traf mit einem verdeckten Distanzschuss nach 13 Minuten. Sechs Zeigerumdrehungen später aber die Antwort der Gäste. Alberto Garcia traf ebenfalls per Weitschuss. Fünf Minuten nach der Pause fiel das bereits angesprochene 1:2 aus Sicht der Weiler. Wieder war Ferreira erfolgreich. In Minute 39 entschied Arnau Bertran mit einer tollen Einzelleistung, einem Schuss unter die Latte und dem 3:1 die Begegnung.

„Wir haben verloren, natürlich sind wir enttäuscht. Die Leistung war aber gut, man kann wirklich niemandem einen Vorwurf machen. Und deshalb ist das auch kein Genickbruch. Für uns gilt es nun, den Mund abzuwischen. In 14 Tagen geht es gegen Uri weiter“, so Dietrich.

Tore: 1:0 (13.) Ferreira, 1:1 (19.) Garcia, 2:1 (29.) Fereirra, 3:1 (39.) Bertran. SR: Eggimann/Jordi. Z.: 100.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (11.11.2016)

Weil gelingt Revanche für Pokal-Aus

Jorge Villamil (links, am Ball) glänzt beim 5:2-Heimsieg gegen Diessbach als vierfacher Weiler Torschütze.  Foto: Bernd  Kohler Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil (links, am Ball) glänzt beim 5:2-Heimsieg gegen Diessbach als vierfacher Weiler Torschütze. Foto: Bernd Kohler

Auch im dritten Spiel der Qualifikationsrunde siegreich: Zumindest bis Samstag setzte sich der RSV Weil nach dem 5:2 (3:1)-Heimsieg am Mittwochabend gegen den RHC Diessbach an die Tabellenspitze der Schweizer Nationalliga A im Rollhockey.

Weil am Rhein. Auch gegen den Double-Meister präsentierten sich die Gastgeber gut aufgestellt und nahmen erfolgreiche Revanche für die Cup-Niederlage in Dissbach. „Ich habe auch heute eine geschlossene Mannschaftsleistung gesehen, so müssen wir weitermachen“, freute sich RSV-Coach Reiner Brinker nach dem Spiel. Sein Team wirkte wesentlich entschlossener und spritziger als die Seeländer, die offensichtlich noch den Europapokal-Fight vier Tage zuvor im italienischen Lodi in den Beinen hatten. Frustriert über den klaren Rückstand seiner Mannschaft, schaute sich Spielertrainer Kissling die Schlussminuten draußen aus der Distanz an.

Diessbach spielte über weite Strecken gut mit, nutzte aber seine Torchancen nicht. Pascal Kissling, seit Jahren Top-Torjäger in der Nationallkiga A, kam diesmal kaum zur Geltung, versuchte immer wieder vergeblich einen aufmerksamen Torhüter Daniel Dietrich mit Distanzschüssen oder mit dem altbekannten „Bauerntrick“ zu überwinden. Auch einen direkten Penalty brachte der Supertechniker kurz vor Halbzeit nicht am RSV-Keeper vorbei. Diessbachs Angreifer taten sich auch deshalb schwer, weil sich die Weiler Defensivkräfte recht zweikampfstark erwiesen, allen voran Felix Furtwängler. Haderten die Weiler beim 1:5 Pokal-Aus vor vier Wochen noch über ihre vergebenen Torchancen, so wurde diesmal ein wahres Feuerwerk vor Gaspar da Silvas Kasten abgebrannt. Der schnelle RSV-Stürmer Jorge Villamil überwand seinen spanischen Landsmann gleich vier Mal, einen Treffer steuerte ein spielfreudiger Alberto Garcia bei.

Auf keinen Fall überbewerten wollte Torwart Daniel Dietrich das klare Ergebnis: „Wir haben gegen einen heute erschreckend schwachen Gegner gewonnen. Auf jeden Fall hat aber auch unsere gute Saisonvorbereitung bisher Früchte getragen.“ Ein sicher größerer Prüfstein wartet auf die Brinker-Truppe im nächsten Spiel am 19. November in Montreux.

RSV Weil – RHC Diessbach 5:1 (3:1). – Tore: 1:0 (8.) Villamil, 2:0 (14.) Garcia, 2:1 (20.) Galan, 3:1 (22.) Villamil, 4:1 (32.) Villamil, 5:1 (33.) Villamil, 5:2 (49.) Arn. – Zuschauer: 120. – Schiedsrichter: Dornbierer (Frick), Graber (Vordemwald).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (24.10.2016)

Uttigen-Fluch besiegt

Erstes Spiel, erstes Tor: Marc Werner vom RSV.  Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Erstes Spiel, erstes Tor: Marc Werner vom RSV. Foto: Mirko Bähr

Das war ein echtes Ausrufezeichen des RSV Weil in der Nationalliga A. Am zweiten Spieltag behielt das Team von Coach Reiner Brinker mit 3:1 (1:0) beim Spitzenteam RHC Uttigen die Oberhand. „Wir sind als Einheit aufgetreten, das war der Schlüssel“, freute sich Weils Torhüter Daniel Dietrich nach dem zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel.

Uttigen. Aus dem Dorf am westlichen Rand des Aaretals reisten die Weiler Rollhockeyaner zuletzt immer wieder als Punktelieferant ab. Gestern war das anders. „Es ist ein paar Jahre her, dass wir hier was geholt haben. Es wurde langsam aber sicher auch Zeit“, meinte Dietrich.

Der Berner in Diensten des RSV lobte nach der Schlusssirene vor allem die „gute Verteidigungsarbeit“. Es passte am gestrigen Nachmittag aber auch alles zusammen. „Wir haben von A bis Z eine reife Leistung gezeigt“, ließ er wissen. Und das gegen einen Kontrahenten, der in der Liga zu den Besten seiner Zunft zählt. „Das ist eine Spitzenmannschaft, die sind nur schwer zu schlagen.“

Es war vor allem eine geschlossene Mannschaftsleistung, die diesen doch eher überraschenden Erfolg in der Fremde erst möglich machte. „Wir sind als Team aufgetreten, das war wichtig und der Schlüssel zum Sieg. Klar, wir verfügen sicherlich über überragende Einzelkönner, aber das nutzt am Ende nichts.“

Diesmal verpennten die Gäste den Start nicht. Im Gegenteil. Weil war gleich auf der Höhe des Geschehens. „Es gab Phasen, in denen wir gedrängt haben, aber auch Phasen, wo Uttigen das Heft in der Hand hatte“, bemerkte. Eine Phase, die den RSV im Vorteil sah, wurde zur Führung ausgenutzt. Jorge Villamil schnappte sich den Ball hinter dem gegnerischen Kasten, vor nach vorne und fand mit seinem wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz die Lücke - 1:0 nach 23 Minuten.

Nach der Pause erhöhte Marzio Vanina per indirektem Freistoß nach dem zehnten Uttiger Teamfoul auf 2:0 (34.). „Ganz souverän fand der Ball via Innenpfosten den Weg ins Netz“, schmunzelte Dietrich. Der hatte gut lachen. Er parierte in der Folge einen Freistoß. Nachdem die Weiler eine Unterzahl nach der ersten Blauen Karte für Villamil überstanden hatte, gelang Marc Werner in seinem ersten Einsatz in dieser Saison das 3:0 (43.).

Uttigen gab sich jedoch vor heimischem Publikum nicht auf und kam in der 47. Minute durch Timo Schertenleib zum 1:3. Jetzt wurde es nochmals turbulent, wie Dietrich feststellte. Aber mit Glück und Geschick verteidigte der RSV die Zwei-Tore-Führung. Die Weiler rangieren mit fünf Zählern aus zwei Spielen auf dem zweiten Tabellenrang.

Tore: 0:1 (23.) Villamil, 02: (34.) Vanina, 0:3 (43.) Werner, 1:3 (47.) Schertenleib. SR: Lewis/Novo. Z.: 138. Blaue Karten: Althaus (45./Uttigen), Villamil (40. und 45./Weil).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (18.10.2016)

Ein weinendes und ein lachendes Auge

RSV Weil gewinnt sein NLA-Auftaktspiel in Dornbirn mit 4:3 nach Verlängerung, gibt zuvor aber eine 3:1-Führung aus der Hand.

Vier Weiler Treffer, vier verschiedene Torschützen: Beim NLA-Auftakt netzte auch Jorge Novoa Villamil (rechts) für den RSV ein. Foto: Grant Hubbs

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RHC Dornbirn – RSV Weil 3:4 n.V. (zok). Ein klein wenig war Daniel Dietrich, Rollhockey-Goalie beim NLA-Club RSV Weil, hin- und hergerissen. "Ein weinendes und ein lachendes Auge" hatte er nach dem 4:3-Auftaktsieg nach Verlängerung beim RHC Dornbirn. Weinend, denn Weil führte beim Aufsteiger bereits mit 3:1, kassierte in der Schlussphase aber den Ausgleich. Lachend, denn beim 2:3 waren die Gäste bereits beim neunten Teamfoul angelangt – das zehnte hätte Dornbirn einen Penalty beschert. "Das konnten wir aber vermeiden", sagte Dietrich und sprach nicht nur deshalb schließlich von einem "geglückten Saisonstart".

Sondern auch, weil in der Verlängerung zwei RSV-Neuzugänge für die Entscheidung sorgten. Ein schnelles Zusammenspiel zwischen Alberto Garcia und Sandro Moor führte zum Siegtreffer. Garcia hatte den Ball in der Abwehr abgefangen und den umgehend startenden Moor lanciert. Moor bewies, warum Trainer Reiner Brinker ihm großes Potenzial bescheinigte, sehenswert war seine Drehung samt Pass auf Garcia. "Er hat ein tolles Auge bewiesen und in den Lauf von Alberto gespielt", lobte Dietrich seinen jungen Teamkollegen. Der routinierte Garcia netzte zum 4:3-Sieg für Weil ein.

Schon beim 1:1-Ausgleich hatte der Neuzugang aus Basel seinen Schläger im Spiel gehabt und Felix Furtwängler vor dem gegnerischen Kasten bedient. Nur 65 Sekunden hatten die Gäste benötigt, um eine passende Antwort auf die frühe Dornbirner Führung zu geben. Zudem stellte Dietrich in der ersten Hälfte seine Klasse unter Beweis, indem er allen voran den zweiten der beiden direkten Freistöße des RHC bravourös abwehrte. Im zweiten Durchgang brachten Jorge Villamil und Marzio Vanina den RSV bis zur 40. Minute mit 3:1 in Führung. Die Hausherren bäumten sich jedoch noch einmal auf und glichen aus (47.).

Doch belohnten sich die Weiler mit dem Siegtor für eine gute Leistung, auch der Spielfluss wird beim RSV kontiniuierlich besser. Doch gilt es künftig, sich weniger Strafen einzuhandeln und unnötige Fouls zu vermeiden, wie Dietrich mahnt. Dann lachen künftig auch beide Augen.

Tore: 1:0 Lorenzo (5.), 1:1 Furtwängler (6.), 1:2 Villamil (38.), 1:3 Vanina (40.), 2:3 Kaul (45.), 3:3 Stefan Sahler (47.), 3:4 Garcia (54.). Zuschauer: 204.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (14.10.2016)

Jetzt müssen die Karten auf den Tisch

ESV-Torjäger Jorge Villamil ist in Dornbirn dabei.  Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

RSV-Torjäger Jorge Villamil ist in Dornbirn dabei. Foto: Bernd Kohler

Genug der Saisonvorbereitung und der Testspiele, jetzt müssen die Karten auf den Tisch. Für den RSV Weil steht das erste Qualifikationsspiel der Saison 2016/17 in der Schweizer Rollhockey- Nationalliga A am Samstag beim österreichischen Rekordmeister RHC Dornbirn auf dem Programm.

Weil am Rhein. Ein leichter Aufgalopp für die Südbadener? „Auf keinen Fall“, widerspricht Daniel Dietrich, „vielmehr ist die Liga ausgeglichener denn je, es wird viele enge Spiele geben.“ Der Torhüter des RSV verweist darauf, dass die Mannschaften in der NLA leistungsmäßig dichter zusammengerückt sind. Nicht wenige Clubs haben sich mit Südländern verstärkt. Auch der RSV hat mit dem 32-jährigen Spanier Alberto Garcia einen spielstarken Akteur an Land gezogen.

Gleich drei Südländer sind neu beim Aufsteiger Dornbirn, der mit Jesus Paris Gende auch einen neuen Trainer hat. Offensichtlich wollen sich die Vorarlberger nun im Schweizer Oberhaus dauerhaft etablieren, zumal dem Club in der Vergangenheit stets das Image einer Fahrstuhlmannschaft anhaftete. Die Weiler werden jedenfalls auf eine Mannschaft mit breiter Brust stoßen, denn mit dem 3:2 gegen Uri haben die Ösis im ersten Quali-Spiel bereits einen Saisonauftakt nach Maß hingelegt. Einen weiteren Erfolg hat sich die Mannschaft um den Ex-Weiler Dominique Kaul am Samstagabend zum Ziel gesetzt, denn wer will schon als Verlierer zum Dornbirner Oktoberfest.

Urlauber Bross und Soriano nicht dabei

Und die Werbetrommel wurde auch schon mal kräftig gerührt: Jeder Jugendliche, der mit einer Kuhglocke kommt, erhält ein Gratis-Lebkuchenherz.

RSV-Trainer Reiner Brinker registriert das alles gelassen: „Wir müssen da keine Angst haben. Sollte der Gegner aber unterschätzt werden, könnten wir in Schwierigkeiten geraten.“ Joel Montiel Soriano befindet sich im Urlaub, ebenso Mannschaftskapitän Max Bross, der auch noch im ersten Saisonheimspiel gegen Diessbach fehlt.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (12.10.2016)

Die Entwicklung vorantreiben

ROLLHOCKEY-ERSTLIGIST IM 11-PUNKTE-CHECK:Der RSV Weil will wieder ins vordere Feld der Schweizer Eliteliga vorstoßen. 

Weiler Kapitän und Leitfigur: Max Bross Foto: Grant Hubbs

ROLLHOCKEY Nationalliga A. In der Beletage des Schweizer Rollhockeys ist der RSV Weil eine feste Größe. Diesen Status will die Mannschaft auch in der neuen Saison untermauern.

1. Ausgangslage

Seit 2004 spielt der RSV Weil mittlerweile bei den Eidgenossen. In der letzten Saison folgte nach Platz sechs in der Qualifikation gegen Genf das Aus im Playoff-Viertelfinale. Nach dem Rückzug des RHC Basel umfasst die NLA in der neuen Runde nur noch neun statt zehn Teams.

2. Kommen & Gehen

Der Kader hat sich nur leicht verändert, ist qualitativ im Vergleich "ziemlich gleich", so Trainer Reiner Brinker. Sirak Abraha und Marc Werner pausieren – gerade letzterer ist für den Coach ein "Riesenverlust". Doch gewann der RSV in Alberto Garcia einen erfahrenen Neuzugang. Er wechselte mit Torhüter Julian Froese vom RHC Basel über das Rheinufer. Froese wie auch der junge Sandro Moor (RHC Vordemwald) bringen großes Potenzial mit.

3. Atmosphäre im Verein

Der RSV ist ein kleiner Verein, der Zusammenhalt dafür groß. "Das Kollektiv macht uns stark", betont Brinker. In der Schweizer Liga fühlen sich die Weiler wohl, einzig der Strafenkatalog des Verbandes, der den Teilnehmern auferlegt wird, stört die NLA-Vereine. Die Sanktionen seien unverhältnismäßig teuer. "Damit schadet man dem Sport eher", kritisiert Brinker.

4. Der Trainer

Reiner Brinker ist ein RSV-Urgestein, als Defensivspieler war er bei allen Titelgewinnen in Deutschland (viermal Meister, dreimal Pokalsieger) des RSV dabei, wechselte später hinter die Bande. Zwischenzeitlich zog er sich vom Posten zurück. Nachdem er merkte, dass sich die Lage festgefahren hatte, sorgte er selbst für frischen Schwung. Seit Dezember 2015 ist der 44-jährige Gipser und Stuckateur wieder Weiler Chefcoach.

5. Das Training

Die drei Einheiten in der Woche verteilen sich in der Regel zweimal auf Hockeyübungen unter Brinker sowie einem Konditionstraining unter Placido Davi. Die beiden Coaches stimmen die Pläne miteinander ab, variieren die Gestaltung je nach Saisonphase. Schuften die Spieler im Konditionstraining, setzt Brinker den Schwerpunkt am Folgetag auf die Taktik. Dann ist der Kopf gefordert, aber der Körper bekommt die nötige Regeneration.

6. Möglicher Spieler der Saison

Kapitän Max Bross ist beim RSV mit seiner Einstellung und seinem Kampfgeist ein leuchtendes Vorbild. Er wird weiterhin ein Eckpfeiler sein. Zugleich traut Brinker den talentierten Neuzugängen Froese und Moor einen Riesenschritt in ihrer Entwicklung zu.

7. Der Unterbau

Beim RSV soll allmählich etwas heranwachsen. Unter dem NLA-Team schlummert Potenzial, doch benötigt der Verein Zeit, um die Entwicklung voranzutreiben. Derzeit spielt die zweite Mannschaft in der Nationalliga C, der Weiler Nachwuchs in der Schweizer U-20-Eliteklasse.

8. Die treue Seele

Das RSV-Team ohne Goalie Daniel Dietrich oder Leitwolf Max Bross? Kaum vorstellbar. "Sie gehören dazu wie der Rollschuh zum Hockeyspielen", sagt Brinker.

9. Der Edelfan

Sie zählen zu den Unentwegten beim RSV: Peter Hartenfeller und Berti Lang. Jahrelang engagierte sich das Duo im Verein und steht Brinker & Co. noch immer jederzeit beratend zur Seite.

10. Unangenehmste Auswärtsfahrt

Auf die Fahrt nach Biasca könnte Reiner Brinker verzichten. Schon als Akiver spielte er nicht gern bei den Tessinern. Früher sei es dort auch mal unsportlich zugegangen. Die Halle ist zudem kalt und der Boden findet wenig Anklang.

11. Aussicht

Der RSV peilt zunächst das Heimrecht in den Playoffs an – einen Platz unter den ersten Vier. Primäraufgabe: Das Spielverständnis untereinander verfeinern, die Neuzugänge in das System integrieren. Dann kann Weil den Blick nach oben richten. "Wir zählen zu den stärksten Teams der Liga", sagt Brinker.

Auftakt: 15. Oktober RHC Dornbirn (A).
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (04.10.2016)

Helm auf

Weils Keeper Daniel Dietrich und seine Teamkollegen bekommen es gleich mal mit einem harten Brocken zu tun. Foto: Bernd Kohler

Aus Fehlern wird man klug, sagt der Volksmund. Also, sagte man sich in der Rollhockeyabteilung des RSV Weil, eine so lasche Saisonvorbereitung wie im Vorjahr soll es diesmal nicht geben. Deshalb wurde beim einzigen deutschen Verein in der Schweizer Nationalliga A rechtzeitig mit der Vorbereitung begonnen, intensiv trainiert und in einigen Vorbereitungstests spieltechnische Varianten mit den Neuzugängen geprobt.

Weil am Rhein. Obwohl mit Sirak Abraha, Marc Werner, die sportlich kürzer treten wollen und Torhüter Jens Schumann (nur noch 2. Mannschaft) drei Akteure aus der A-Mannschaft nicht mehr oder nur noch bedingt zur Verfügung stehen, glaubt Mannschaftssprecher Daniel Dietrich, dass der Kader durch die Neuzugänge qualitativ stärker geworden ist. „Nur muss diese Qualität auf dem Spielfeld auch umgesetzt werden“, fordert der 34-jährige RSV-Torhüter, einer der Besten seiner Zunft im schweizerischen Oberhaus. Und noch etwas ist „Dänu“ Dietrich wichtig: „Wir müssen auf dem Spielfeld als Mannschaft auftreten, dann haben wir auch Erfolg.“

Keineswegs als Ergänzungen sondern vielmehr als Verstärkungen sieht Dietrich die drei Neuzugänge Julian Froese, Sandro Mohr und Alberto Garcia. Dem erst 18-jährigen Froese wird es zwar vorerst kaum gelingen, „Leitwolf“ Dietrich im Tor zu verdrängen, als Mitglied der deutschen Junioren-Nationalmannschaft kann das Nachwuchstalent aber bereits heute für positive Schlagzeilen sorgen.

Wie Froese kam Garcia vom inzwischen aufgelösten RHC Basel. Der 32-Jährige ist damit der dritte Südländer im Kader nach Jorge Villamil und Joel Montiel. Garcia verfügt über eine präzise Schusstechnik und soll die Abwehr stabilisieren.

Mehr Esprit innerhalb der Mannschaft verspricht sich RSV-Trainer Reiner Brinker von Sandro Moor, der vom Nationalliga A-Absteiger Vordemwald zu den Südbadenern wechselte. Mit zehn Toren in der vergangenen Qualifikation schaffte es der Zofinger immerhin in die Top Ten der Torschützenliste. Weiterhin Konditionstrainer ist Placido Davi, der nun zusätzlich auch das Amt des Mannschaftsbetreuers ausübt.

Möglicherweise wird Marc Werner nach einer „schöpferischen Pause“ bald wieder in den Kader rücken. „Das würde uns natürlich gut tun“, urteilt Coach Brinker über ein möglicherweise baldiges Comeback des aus seiner Sicht wohl schnellsten Rollschuhläufers der NLA.

Der Einstieg in die neue Saison hätte für den RSV Weil kaum schwieriger sein können. In der ersten Runde des Schweizer Cups wartet am Donnerstag (6.10./20.30 Uhr) Double-Meister RHC Diessbach. Das schwere Pokal-Los kommt aus Sicht von Daniel Dietrich gerade richtig: „Unmittelbar vor der Punktspielsaison ist das ein echter Härtetest und eine Standortbestimmung für uns.“

Das erste Qualifikationsspiel des RSV steht am 15. Oktober in Vorarlberg beim Aufsteiger RHC Dornbirn auf dem Programm, das erste Heimspiel wird am Mittwoch, 9. November, gegen Diessbach angepfiffen.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (29.09.2016)

Teamgeist muss besser werden

Trainer Reiner Brinker gibt die Marscroute für Joel Montiel und die RSV-Kollegen vor.   Foto: Kohler Foto: Die Oberbadische

Trainer Reiner Brinker gibt die Marscroute für Joel Montiel und die RSV-Kollegen vor. Foto: Kohler

Mehr Mannschaftsgeist statt Egotismus fordert der dienstälteste aktive Rollhockeyspieler des RSV Weil am Rhein, Daniel Dietrich, von seinen Teamkollegen. Der 34-jährige Schweizer und Torwart der Südbadener fiebert mit seinen Mannschaftskollegen der in Kürze beginnenden neuen Saison der Schweizer Nationalliga A entgegen.

Weil am Rhein. Was wird die neue Runde bringen? „Der Start soll auf jeden Fall erfolgreicher verlaufen als vor einem Jahr“, fordert Daniel Dietrich, unumstrittener Führungsspieler bei den Blau-Weißen. Damals erlebten Spieler und Verantwortliche des einzigen deutschen Klubs in der höchsten Schweizer Liga einen Saisoneinstieg, der schlechter kaum sein konnte. Nach langer Sommerpause fehlten aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Spieler im Vorbereitungstraining. Testspiele gab es auch keine.

„Ein Einspielen oder situationsbedingte Spielzüge zu trainieren, das war lange nicht möglich, weil die Mannschaft ganz selten komplett im Training war“, kritisierte damals Trainer Reiner Brinker. Die Folge war, dass der RSV gerade noch den Sprung in die Playoffs schaffte. Ein erfolgreicher Endspurt dank eines außergewöhnlichen Kraftaktes, der wohl auch dafür entscheidend war, dass den Weilern schon in der ersten Runde gegen Genf die Puste ausgegangen war und ausschieden.

Das soll heuer nicht passieren. Daniel Dietrich verweist vor der in Kürze beginnenden Pokal- und Qualifikationsrunde auf eine bisher „durchwachsene Vorbereitung“: Beim Turnier in Remscheid gingen alle Spiele gegen deutsche Bundesligaklubs verloren. Das Zusammenspiel mit den Neuzugängen harzte noch. Wesentlich besser lief es dann beim Kyburg-Cup in Thun, wo weitere taktische Spielvarianten probiert wurden. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war Trainer Reiner Brinker zufrieden. Noch einmal verbessert zeigte sich das RSV-Team wenige Tage später beim 8:2-Testspielsieg im Nonnenholz gegen den NLB-Klub Vordemwald, dem Ex-Verein des Weiler Neuzugangs Sandro Moor.

Von ganz anderem Kaliber ist der nächste Gegner des RSV, der in der ersten Runde um den Schweizer Cup am 6. Oktober beim Double-Gewinner RHC Diessbach antreten muss, der erneut zu den Mannschaften zählt, die in der Qualifikation ganz vorne erwartet werden. Unter die Top-Vier will der RSV Weil am Ende der Quali im nächsten Frühjahr. Wo die Mannschaft im Augenblick spielerisch angelangt ist, wird Trainer Brinker nach dem Auftritt in Diessbach sehen. Neun Tage später steht beim Aufsteiger RHC Dornbirn das erste Qualifikationsrundenspiel auf dem Programm. „Erfahrungsgemäß ist das erste Punktspiel nicht einfach“, sagt Daniel Dietrich, „wir sollten die Aufgabe aber lösen können.“

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (14.06.2016)

Brinker bleibt und zwei Neuzugänge

Reiner Brinker coacht den RSV Weil auch in der kommenden Saison.  Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Reiner Brinker coacht den RSV Weil auch in der kommenden Saison. Foto: Mirko Bähr

Weil am Rhein (mib/nod). Gute Nachrichten hat es dieser Tage beim RSV Weil gegeben. So wird Reiner Brinker die erste Mannschaft auch in der kommenden Saison 2016/2017 in der Schweizer Nationalliga A coachen. Brinkers Wirken seit seinem Einstieg im Laufe der vergangenen Saison war überaus erfolgsorientiert. Das hat die Verantwortlichen überzeugt. Brinkers Assistent in Sachen Kondition wird weiterhin Placido Davi sein.

Extern verstärkt wurde zwischenzeitlich auch der Kader für die anstehende Spielzeit. Alberto Garcia und Julian Froese streifen sich das Weiler Trikot über. Beide wechseln vom RHC Basel zum RSV. Der Schweizer Klub wird aufgelöst. Gut für den RSV war, dass Garcia wegen seiner Freundin, die hier berufstätig ist, die Grenzecke nicht verlassen wollte. „Alberto ist eine großartige Verstärkung für uns. Die große Stärke des Stürmers ist sein präziser Schuss“, wusste Teamsprecher und Stammtorhüter Daniel Dietrich zu berichten.

Mit Julian Froese hat sich ein vielversprechendes Talent dem RSV angeschlossen. Torhüter Froese zählt zum aktuellen Kader der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Er darf sich Hoffnungen auf die Teilnahme an den Junioren-Europameisterschaften machen. Sie finden im Oktober dieses Jahres im schweizerischen Pully statt.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 21. April 2017 )