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Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (19.03.2018)

Kleiner Trost: Doch noch ein Sieg zum Ausklang

Von Uli Nodler

Weil am Rhein. Wer hätte das gedacht? Am letzten Spieltag der Schweizer Nationalliga A feierte der RSV Weil doch noch einen Sieg in der Qualifikationsrunde. Der deutsche Vertreter in der Beletage des Schweizer Rollhockeys gewann am Samstag auf seiner Abschiedstour in der heimischen Rollsporthalle im Nonnenholz die Ausklangpartie gegen den RSC Uttigen mit 5:4 (1:1).

Die rund 50 RSV-Fans hatten ihren Spaß am Spiel ihrer Mannschaft, die nach ihrem bereits schon seit geraumer Zeit feststehenden Abstieg ab August dieses Jahres in der Schweizer Nationalliga B angreifen werden.

Wie schon so oft in der aktuellen Saison war der RSV auch in diesem Match dem aktuellen Fünften aus Uttigen durchaus ebenbürtig. Doch dieses Mal stimmte am Ende auch das Ergebnis, weil Sebastian Winkler drei Minuten vor dem Ende den Ball nach einem Schuss von Marc Werner zum 5:4-Siegtreffer perfekt in den Uttiger Kasten abfälschte.

Zuvor geriet das Match zum offenen Schlagabtausch. Hatten die Gäste aus dem Rollhockeydorf vor den Toren Thuns in der ersten Halbzeit die etwas größeren Spielanteile, war der RSV im zweiten Abschnitt das bessere Team mit einem deutlichen Chancenplus.

Allerdings lag das junge ESV-Team, das im letzten Saisonspiel auf Tim Schaller und David Schröder verzichten musste, viermal im Rückstand. Doch die Moral war intakt. Den Weilern gelang viermal der Ausgleich und dann sogar der Siegtreffer.

Ein solche Mentalität lässt für die Zukunft hoffen, dass es der jungen RSV-Mannschaft gelingt, in der zweithöchsten Schweizer Rollhockey-Liga wieder Fuß zu fassen. Dem Weiler Rollhockey wäre es zu wünschen.

Weiter Hoffnung macht, dass das Weiler Team bis auf Joel Montiel Soriana, der zwar in Weil bleibt, aber nur noch sporadisch das Training besucht, zusammenbleibt. „Das könnte was werden, ich bin jedenfalls zuversichtlich“, schaut RSV-Kapitän und Teamsprecher Felix Furtwängler nach vorne. Zudem findet vielleicht Max Bross, der sich in der Spielzeit 2017/18 eine Auszeit genommen hatte, wieder Gefallen am Rollhockey-Wettkampf. Ausschließen will er es nicht. Eine enorme Verstärkung wäre er auf jeden Fall.

Tore: 0:1 (1.) Lourenco Ribeiro, 1:1 (6.) Felix Furtwängler, 1:2 (27.) Walther, 2:2 (32.), 2:3 (41.) Lourenco Ribeiro, 3:3 (42.) Winkler, 3:4 (44.) Walther, 4:4 (45.) Marc Werner, 4:5 (47.) Winkler.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (26.02.2018)

RSV Weil: Der Abstieg ist besiegelt

Von Mirko Bähr

Weil am Rhein. Der Abstieg steht fest: Leer ausgegangen ist Schlusslicht RSV Weil in der Nationalliga A beim RHC Genf. Das Duell des Vorletzten gegen den Letzten ging deutlich aus. Die Hausherren behielten mit 6:0 (3:0) die Oberhand und sorgten dafür, dass der Nonnenholz-Klub nächste Saison in der Nationalliga B ans Werk geht.

Bei noch zwei verbleibenden Partien in dieser Saison gibt es maximal sechs Zähler für die Weiler Rollhockeyaner zu holen. Der Rückstand ans rettende Ufer ist nach der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten jedoch auf acht Zähler angewachsen. Und so wird der RSV ab kommender Saison nach vielen erfolgreichen Jahren nicht mehr im Oberhaus die Rollschuhe schnüren.

„Der Abstieg ist nicht mehr abzuwenden. Es hat sich lange angedeutet. Wir haben aber oft gesagt, dass in dieser Konstellation ein Abstieg keine Schande ist“, lässt Felix Furtwängler wissen, der selbst die Reise an den Genfer See aufgrund eines grippalen Infekts nicht antreten konnte. „Nun wollen wir noch die letzten beiden Heimspiele gut über die Bühne bringen. Vielleicht schaffen wir ja noch den einen Saisonsieg.“

Lange habe man insgeheim noch daran gedacht, dass man vielleicht irgendwie doch noch mithalten könne, zumal Dornbirn und Genf ebenfalls lange sehr wenig Punkte gehabt hätten. „Wir haben auf die eine oder andere Überraschung gehofft und auch ein paar gute Partien abgeliefert, gerade auswärts in Uttigen, Uri oder Montreux. Da hätten wir Punkte holen können, umso mehr macht es jetzt weh, dass wir da leer ausgingen sind“, sagt Furtwängler.

Das Team jedenfalls, macht er klar, bleibt zusammen. Einzig Rico Vilaplana ist noch unsicher. „Bei Kiko weiß man es noch nicht genau, da er sein Studium in Mulhouse beendet und nicht sicher ist, wie und wo es für ihn in der Zukunft weitergeht.“

In Genf zeigten die sechs Weiler Feldspieler eine ordentliche Leistung. Allerdings habe man wieder unnötige Gegentore bekommen, die man eigentlich hätte verteidigen können. Zwei Abpraller waren ebenso dabei wie ein Treffer nach einem eigenen Ballverlust im Mittelfeld. „Nach vorne war es einfach auch zu ungefährlich“, so die Analyse des Teams. Der RSV offenbarte einmal mehr, dass er nicht effizient genug ist.

Tore: 1:0 (6.) Robin Simons, 2:0 (9.) Robin Simons, 3:0 (24.) Sylvain Rossel, 4:0 (28.) Guillem Coll, 5:0 (29.) Robin Simons, 6:0 (49.) Jonathan Waridel. SR: Grossniklaus/Rubi. Z.: 50. Blaue Karten: Vilaplana (28./RSV Weil).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (12.02.2018)

Am Ende fehlt die Kraft

Von Mirko Bähr

Weil am Rhein. Das Warten auf den ersten Saisonsieg in der Nationalliga A geht weiter. Auch im Heimspiel gegen den Vorletzten RHC Dornbirn musste sich der RSV Weil geschlagen geben. 3:6 (1:2) hieß es am Ende aus Sicht des Schlusslichts.

Nein, fehlendes Engagement kann man den Schützlingen von Spielertrainer Marc Werner nicht vorwerfen. Zumindest nicht gestern, als sie bis zuletzt versuchten, das Ruder nochmals herumreißen. Am Ende fehlte auch das Glück, aber vielmehr auch die nötige Cleverness, um im richtigen Moment einfach die richtige Entscheidung zu treffen.

Sei es, wenn es darum geht, persönliche Strafen zu vermeiden, die den Gegner wieder aufbauen, oder eine gute Möglichkeit schlussendlich auch in den Maschen des gegnerischen Kastens zu versenken.

Nach gutem Beginn, als die Weiler konzentriert agierten, pennten die Gastgeber zweimal vor dem eigenen Gehäuse. Schon stand es nach einem Doppelschlag 0:2 aus Sicht des Heimteams. Zwar war der Anschluss nach 21 Minuten wieder hergestellt, als zunächst Felix Furtwängler einen direkten Penalty vergab, aber Tim Schaller im Nachsetzen traf, doch war insgesamt gesehen das Spiel der Weiler eher noch verhalten in Halbzeit eins. Nach Wiederbeginn gab der RSV kräftig Gas. Und verdientermaßen gelang denn auch Sebastian Winkler in der 33. Minute der Ausgleich. Er hatte abgestaubt – 2:2.

Die Freude über die Aufholjagd wehrte indes nur kurz. 29 Sekunden später kam Winkler nämlich in einer Abwehraktion zu spät, bekam dafür eine Blaue Karte aufgebrummt. Den direkten Penalty verwandelte Kilian Hagspiel dann im zweiten Versuch. Beim ersten hatte sich Weils Keeper Jens Schumann wohl zu früh bewegt.

„Das 2:3 war schon der Genickbruch. Da opfert man sich auf, investiert viel Kraft, schießt das 2:2 und bekommt gleich wieder eine auf die Fresse“, fand Felix Furtwängler, der RSV-Kapitän, dann schon deutliche Worte.

Weil blieb dran, vergab aber gute Chancen. Die Gäste aus Dornbirn machten das besser. David Rodriguez traf nach 38 Minuten zum 4:2. Das war die Entscheidung. Der RSV hatte keine Kraft mehr, um der Partie eine erneute Wende zu geben.

Tore: 0:1 (13.) Gomez del Torno, 0:2 (14.) Rodriguez, 1:2 (21.) Schaller, 2:2 (33.) Winkler, 2:3 (34.) Hagspiel, 2:4 (38.) Rodriguez, 2:5 (46.) Hagspiel, 3:5 (48.) Winkler, 3:6 (49.) Hagspiel. SR: Graber/Lewis. Z.: 50. Blaue Karten: Furtwängler (12.), Winkler (34./beide RSV Weil), Stockinger (43./RHC Dornbirn).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (05.02.2018)

RSV geht in Diessbach unter

Diessbach (mib). Eine echte Klatsche hat der RSV Weil in der Nationalliga A kassiert. Beim Titelanwärter Nummer eins und Pokalsieger, RHC Diessbach, gingen die Gäste mit 0:8 (0:6) unter. Weil konnte den Aufwärtstrend der vergangenen Partien nicht fortsetzen. Im Gegenteil. Die Leistung vor allem in der ersten Hälfte war desolat.

„Wir haben völlig zurecht mit 0:8 verloren. Natürlich haben wir uns nicht viel erhofft auf dieser schwierigen Bahn, aber wir wollten zumindest an die jüngsten Partien anknüpfen und nicht untergehen. Das ist uns allerdings nicht gelungen“, resümierte RSV-Akteur Felix Furtwängler.

Villamil bringt die Gastgeber in Front

Die Akteure des Tabellenschlusslichts zeigten weder den nötigen Willen, noch die richtige Einstellung gegen das Top-Team, das bereits nach 48 Sekunden in Führung ging. Ausgerechnet der Ex-Weiler Jorge Villamil hatte getroffen. Dann nahm das Unheil seinen Lauf. Diessbach war läuferisch klar überlegen und schnürte Weil in der eigenen Hälfte fest. „Die erste Hälfte war eine absolute Katastrophe“, war Furtwängler ehrlich. Weitere fünf Male netzte Diessbach ein.

Nicht besser wurde es zu Beginn des zweiten Abschnitts. Erst nach gut einer Viertelstunde fing sich der Gast. Die Hausherren wechselten fleißig durch, auch beim Schlusslicht kamen alle Spieler zum Einsatz.

„Klar, hier kann man verlieren, aber nicht so. Wir haben nichts zustande bekommen“, so Furtwängler.

RHC Diessbach - RSV Weil 8:0 (6:0). - Tore: 1:0 (1.) Villamil, 2:0 (8.) Kiessling, 3:0 (11.) Kiessling, 4:0 (20.) Wyss, 5:0 (23.) Dysli, 6:0 (25.) Wyss, 7:0 (26.) Kiessling, 8:0 (36.) Baumann. SR: Steff/Hinteregger. Z.: 100. Blaue Karte: Dorian Furtwängler (36./RSV Weil).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (22.01.2018)

Dem eigenen Erfolg im Weg

Von Matthias Konzok 

RSV Weil setzt positive Entwicklung in der Rollhockey-Nationalliga A zwar fort, verliert Kellerduell gegen Genf mangels Effizienz aber 0:3. 

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RHC Genf 0:3 (0:1). Leistung und Ergebnis haben beim RSV Weil nicht zueinandergefunden. Die 0:3-Niederlage im Kellerduell der Rollhockey-Nationalliga A gegen Genf verdeutlicht das Kernproblem des Schlusslichts.

Ein paar Grundvoraussetzungen sind für das Rollhockey unerlässlich. Schläger, Rollschuhe, auch Knie- und Ellenbogenschützer sind empfehlenswert – und Geduld. Viel Geduld. Die Angriffe sind in der Regel geprägt von geduldigem Lauern, stetem Lauf- und Passspiel, reihum im Rechteck, um sich den Gegner zurechtzulegen und auf die entscheidende Aktion hinzuarbeiten.

In der 43. Minute ist für allzu viel Geduld aber keine Zeit mehr. Der RSV liegt gegen Genf mit 0:2 zurück und drängt in Überzahl auf den Anschluss. Mit schnellen Pässen zieht sich die Schlinge immer enger um den Genfer Kasten. Doch im Abschluss bleiben die Weiler erfolglos, beispielsweise verfehlt Sebastian Winkler zweimal den Kasten. Wie kurz zuvor Felix Furtwängler, dessen Nachschuss eines Direkten am langen Pfosten vorbeikullert. Bezeichnend für den RSV, dem es nicht an Chancen mangelt, dafür aber an der Effizienz – das Sinnbild einer Saison.

Mitte November noch erlebten die Weiler im Pokal ein 0:10-Debakel in Genf, nach dem erneuten Aufeinandertreffen sah Kapitän Furtwängler nun im RSV die "bessere Mannschaft in einem attraktiven Spiel, das nicht dem Niveau des Tabellenkellers entsprach". Mit einem Sieg wären die Weiler am RHC auf den vorletzten Platz vorbeigezogen.

Dass dies nicht gelang, ist für den RSV jedoch kein Weltuntergang. Der Fokus liegt auf der Entwicklung, "wir wollen uns stetig verbessern", sagt der Kapitän. "Und das ist uns gelungen." Die Weiler knüpften an die Leistung gegen Uri an, als beim 3:4 nach Verlängerung der erste Punktgewinn der Saison gelang.

Der RSV hat ein Manko der ersten Saisonhälfte behoben und agiert mittlerweile über die gesamte Spielzeit konstant. Das beinhaltet auch längere Ballphasen, die anfangs "maximal 15 Sekunden gedauert haben", sagt Furtwängler. Mittlerweile sind die Weiler an dem Punkt angekommen, dass gegen sie passives Spiel angezeigt wird und sie zum Abschluss kommen müssen – sprich nach 45 Sekunden.

RSV-Kapitän Felix Furtwängler: "Können noch geduldiger sein."

Dennoch: "In manchen Situationen können wir noch geduldiger sein und müssen nicht zwingend den Abschluss suchen, sondern den Gegner mehr laufen lassen", sagt Furtwängler.

Gegen Genf "standen wir uns selbst im Weg", befand der Kapitän und sich selbst von Kritik nicht aussparte: "Heute geht viel auf meine Kappe." Furtwängler ließ mehrere Chancen liegen, so scheiterte er mit einem Penalty (8.) und sah wenig später die Blaue Karte. Die Folge: die Genfer Führung durch Juan Agustin Cerezo (11.). Es blieb der einzige Treffer des auffälligsten Genfers – groß gewachsen, breite Schultern, ein robuster Akteur –, denn reihenweise scheiterte er an RSV-Torhüter Jens Schumann. Der 22-Jährige hat sich vom unerfahrenen Neuling zum sicheren Rückhalt entwickelt, strahlt Ruhe und Sicherheit aus.

Auch dank Schumann hielt Weil das Spiel offen, kam zu hochkarätigen Chancen, scheiterte zweimal am Torgestänge. Die berühmte Rache der fehlenden Effizienz schlug in Minute 41 zu: Genf traf zum zweiten Mal, das 3:0 unmittelbar vor der Schlusssirene war nur noch statistischer Natur. Dem RSV fällt derweil zuhause das Toreschießen schwer, in fünf Partien gelangen nur vier Treffer, Furtwängler selbst hat alle seine sieben Saisontore auswärts erzielt. Doch der Trend lässt vermuten, dass diese Serie reißen wird. Die Weiler, sie benötigen noch Geduld.

Tore: 0:1 Cerezo (11.), 0:2 Desponds (41.), 0:3 Simons (50.). Zuschauer: 80.
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (15.01.2018)

Klasse: RSV holt ersten Punkt

Uri (nod). Das kann sich sehen lassen. Die junge Mannschaft des RSV Weil hat am Samstag ihren ersten Punkt in der Meisterschaftsrunde der Schweizer Nationalliga A geholt. Beim RHC Uri gaben sich die Weiler erst in der zweiten Verlängerung mit 3:4 geschlagen und ergatterten beim 3:3 nach der regulären Spielzeit ihren ersten Punkt.

Das muss doch nun Mut für die kommenden Aufgaben machen. Die Partie in Uri zeigte, dass der RSV Weil in der Beletage des Schweizer Rollhockeys durchaus konkurrenzfähig ist. Über die gesamte Spielzeit war es ein Duell auf Augenhöhe. Uri war zwar über weite Strecken leicht tonangebend, doch dem RSV-Team gelang es immer wieder, in der Offensive Akzente zu setzen.

So glichen Tim Schaller (24.) und zweimal Felix Furtwängler die Führungen des Gastgebers jeweils wieder aus.

Auch der Weiler Auftritt in der Defensive konnte sich sehen lassen. Auch hier scheint das intensive Training Früchte zu tragen. In der ersten fünfminütigen Verlängerung fiel kein Tor. Erst in der zweiten Verlängerung entschied Michael Gehrig mit seinem Treffer zum 4:3 die Partie zu Gunsten Uris.

In der Tabelle ist der RSV Weil zwar immer noch Letzter, hat aber nach Punkten zum Vorletzten Genf aufgeschlossen. Das muss doch Selbstvertrauen geben.

Tore: 1:0 (13.) Gehrig, 1:1 (24.) Schaller, 2:1 (27.) Imhof, 2:2 (29.) Furtwängler, 3:2 (34.) Gehrig, 3:3 (45.) Furtwängler, 4:3 (60.) Gehrig.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (11.12.2017)

"Mal ein Spiel auf NLA-Niveau"

RSV Weil unterliegt trotz guter Leistung beim RSC Uttigen 3:4. 

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSC Uttigen – RSV Weil 4:3 (1:2) (zok). Ein bisschen klang trotzige Erleichterung bei Felix Furtwängler durch. "Das war mal ein Spiel auf NLA-Niveau von uns", sagte der Kapitän des RSV Weil nach der Partie beim RSC Uttigen. Allerdings endete der Auftritt mit dem bekannten Ergebnis: keine Punkte für den RSV, der 3:4 verlor – achte Niederlage im achten Spiel.

Dennoch: "Das war ein guter Ansatz gegen ein gutes Team. Wir waren von Anfang an parat", resümierte Furtwängler. Einstellung, Wille, Kampf – all das, woran es zuletzt mangelte, lieferten die Weiler über 50 Minuten mit einer konzentrierten Leistung ab. Und der RSV kam in den bisher seltenen Genuss einer Führung, Furtwängler hatte per Doppelschlag auf 2:0 gestellt. Vielleicht habe Uttigen den RSV unterschätzt, anfangs hätten nicht die besten Vier auf dem Feld gestanden. Doch auch gegen die Topformation der Gastgeber hielten die Weiler mit. Nach der 2:1-Führung "ging es hin und her", so Furtwängler, der RSV-Torhüter Jens Schumann ("Er hat viele Bälle herausgefischt") lobend hervorhob.

Den Gästen wurden die Kernprobleme zum Verhängnis. Zum einen: fehlende Effizienz. Zum anderen: Oftmals gestalten die Weiler das Ergebnis zur Pause eng, doch verfügen die Gegner über höhere Qualität, können im zweiten Abschnitt dank größerer Wechseloptionen "einen Gang höher schalten". So auch Uttigen, das die Partie umbog (4:2/39.). Und am Ende vermisste der RSV auch das Quäntchen Glück. Wie das nun einmal so ist, wenn man im Tabellenkeller steckt.

Tore: 0:1, 0:2 beide Felix Furtwängler (6., 7.), 1:2 Pereira (18.), 2:2 Frey (27.), 3:2 Lourenco Ribeiro (32.), 4:2 Schertenleib (39.), 4:3 Felix Furtwängler (48.). Zuschauer: 88.
 
 

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (04.12.2017)

Absturz nach Pause

Von Mirko Bähr

Weil am Rhein. Die Weiler Rollhockeyaner sind am Tiefpunkt angelangt. Eigentlich wollte man gegen Aufsteiger SC Thunerstern die ersten Punkte einheimsen. Nach dem 1:5 in der Vorwoche zuhause, setzte es jetzt auswärts eine 1:10 (0:2)-Klatsche. Die Leistung in der zweiten Hälfte war die eines Absteigers. Das Schlusslicht der Nationalliga A muss sich damit anfreunden, am Ende das Oberhaus nach vielen erfolgreichen Jahren verlassen zu müssen.

Am Thunersee kassierte der RSV Weil seine siebte Pleite im siebten Spiel. Die Tordifferenz spricht ebenso Bände: -35. „Das war gar nichts. Die Einstellung und der Wille haben dann nicht mehr gestimmt“, blickte RSV-Teamsprecher Felix Furtwängler auf die miserable zweite Hälfte zurück.

Die sechs Gästeakteure, die personell arg gebeutelt waren, da auch Spielertrainer Marc Werner aufgrund der Fingerverletzung passen musste, wurden vom Gastgeber regelrecht auseinandergenommen.

Mit einem 0:2-Rückstand war man in die Pause gegangen. „Da waren wir ja noch gut dabei, zwei Tore sind ja im Rollhockey nichts“, meint Furtwängler. Man hatte sich fest vorgenommen, es nach Wiederbeginn besser zu machen. Der Schuss ging nach hinten los. Elf Minuten später stand es bereits 6:1 für Thun. „Da ist uns das Spiel entglitten, wir sind nur hinterhergelaufen“, gibt Furtwängler zu.

SC Thunerstern - RSV Weil 10:1 (2:0). - Tore: 1:0 (9.) Raphael Rettenmund, 2:0 (19.) Wada, 3:0 (30.) Gian Rettenmund, 4:0 (31.) Tommasi, 4:1 (34.) Frank Werner, 5:1 (35.) Wagner, 6:1 (36.) Raphael Rettenmund, 7:1 (38.) Wagner, 8:1 (40.) Rui, 9:1 (43.) Fankhauser, 10:1 (44.) Rui. SR: Hinteregger/Gisler. Z.: 71.

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (27.11.2017)

Kein Hoffnungsschimmer in Sicht

RSV Weil bleibt in der Rollhockey-NLA auch nach sechs Spielen ohne Punkt / 1:5-Niederlage gegen Aufsteiger SC Thunerstern. 

Ohne Fortune vor dem gegnerischen Tor: der RSV um Neuzugang Francisco Rico Vilaplana Foto: Gerd Gründl

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – SC Thunerstern 1:5 (0:2) (BZ). Der Himmel über dem Nonnenholz verdunkelt sich weiter. Für den RSV Weil ist derzeit kein Hoffnungsschimmer in der Nationalliga A in Sicht. Auch im sechsten Saisonspiel blieb der Rollhockeyclub ohne Punktgewinn – 1:5 gegen Liganeuling SC Thunerstern.

Was bleibt dem RSV nach einer weiteren Niederlage? Nur der schwache Trost, dass die Partie bis in die Schlussphase hinein offen war, die Gäste das Ergebnis erst mit drei späten Treffen noch deutlich gestalteten. Doch das Klassement offenbart keine Aufschlüsselung in gute und schlechte Spielphasen, Bonuspunkte lassen sich weder für Moral noch für ein Chancenplus notieren. Was bleibt, sind die nackten Zahlen. Und die besagen: Mit der NLA-Konkurrenz können die Weiler derzeit nicht mithalten. Sechs Spiele, sechs Niederlagen, kein Punkt. Im Schnitt erzielt der RSV die wenigsten Tore (1,84) und kassiert die meisten Treffer (6,17) in der NLA.

Gegen Thunerstern hatten die Weiler die Chance, sich in Schlagdistanz zum Tabellensechsten zu bringen. An Chancen mangelte es den Weilern nicht, doch geht dem Kellerkind die Kaltschnäuzigkeit vor des Gegners Tor ab. Aus wenigen Möglichkeiten viel Ertrag zu erzielen, diese Rechnung geht beim RSV nicht auf.

An Anschauungsunterricht mangelt es ihnen dabei nicht, regelmäßig vollführen ihre Gegner ein effizientes Angriffsspiel. So auch der Aufsteiger. Nach einer Viertelstunde überrumpelte Gian Rettenmund die Weiler an der Bande und nutzte ein kollektives Fehlverhalten in der Defensivbewegung zur Führung. Beim zweiten SC-Treffer genügten Lorenzo Rui zwei Körpertäuschungen zu einem unbedrängten satten Abschluss – mit 0:2 lag der RSV zur Pause zurück.

Allmählich wird der Rückstand in dieser Saison zur Weiler Tradition: Bereits zum fünften Mal kassierte der RSV den ersten Treffer der Partie. Die Folge: stetes Anlaufen, zusätzliche Kräfte mobilisieren und Risiko erhöhen. Gegen Thunerstern resultierte daraus der Anschlusstreffer durch Tim Schaller nach 34 Minuten, in der Schlussphase allerdings war nur Thunerstern erfolgreich und zog auf 5:1 davon.

Nur weil die Konten des RHC Dornbirn und des RHC Genf, bedingt durch Punktabzüge, ebenfalls noch bei Null stehen, hat der RSV Weil im Tabellenkeller noch Gesellschaft. Am Sonntag geht’s zum Rückspiel nach Thun. Es spricht, Stand jetzt, nicht viel dafür, dass die Wende eingeleitet wird.

Tore: 0:1 Gian Rettenmund (16.), 0:2 Rui (21.), 1:2 Schaller (34.), 1:3 Raphael Rettenmund (43.), 1:4 Gian Rettenmund (48.), 1:5 Tommasi (50.). Zuschauer: 80.

 




Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (23.10.2017)

Ein klare Heimpleite

Von Mirko Bähr

Gegen das Spitzenteam RHC Diessbach war kein Kraut gewachsen: Der RSV Weil kassierte gestern in heimischer Halle eine deutliche 1:8 (1:4)-Pleite. Der Ex-Weiler Jorge Villamil traf für seinen neuen Verein gleich viermal.

Weil am Rhein. Die Punkte müssen in dieser Saison gegen andere Mannschaften her. Die Weiler können nach den prominenten Abgängen einfach nicht mit den Top-Teams mithalten. Es geht um den Abstieg, um nicht mehr und nicht weniger. Das wissen die Verantwortlichen, und so bleibt man auch nach der vierten Niederlage im vierten Saisonmatch ruhig und besonnen.

RSV-Akteur Felix Furtwängler freute sich denn auch über eine „richtig gute erste Hälfte“ des Heimteams. „Wir haben gut verteidigt, waren aggressiver als zuletzt und sind sehr, sehr viel gelaufen“, stellte er fest. Je länger aber die Partie dauerte, desto besser setzten sich die zweifelsohne besseren Individualisten des RHC durch. „Sie haben oft das Eins-gegen-Eins gesucht und konnten sich da auch immer sehr gut behaupten, meinte Furtwängler, dessen Team einen frühen Rückstand in der 9. Minute egalisierte. Torschütze war Joel Montiel. Es sollte der einzige Treffer des RSV Weil bleiben.

„Diessbach hat uns nicht gegen die Wand gespielt. Die Treffer fielen auch mitunter zufällig“, so Furtwängler. Einmal prallte der Ball von seinem Rollschuh ins Tor.

RSV Weil - RHC Diessbach 1:8 (1:4). - Tore: 0:1 (7.) Wyss, 1:1 (9.) Montiel, 1:2 (10.) Wyss, 1:3 (15.) Villamil, 1:4 (18.) Villamil, 1:5 (32.) Villamil, 1:6 (32. ) Villamil, 1:7 (39.) Wyss, 1:8 (50.) Arn. SR: Graber/Dornbierer. Z.: 80. Blaue Karte: Marc Werner (44./RSV Weil).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (16.10.2017)

Erstes Erfolgserlebnis

Niederlage in der Meisterschaft, Sieg im Pokal: Machte in Dornbirn die Chancenverwertung noch schwer zu schaffen, ballerte sich der RSV Weil in Uttigen mit neun Treffern in die zweite Runde des Cup-Wettbewerbs.

Dornbirn (mib). Zunächst ging die Reise am Samstag nach Österreich. Die Weiler mussten beim RHC Dornbirn ran und sich am Ende mit 4:6 (2:4) geschlagen geben.

Eine Niederlage, die vermeidbar gewesen wäre, hätten die Gäste in der Chancenverwertung nicht wieder eine miese Bilanz vorzuweisen gehabt. „Wir waren besser, aber die alte RSV-Krankheit hat uns ein besseres Ergebnis gekostet“, ließ Felix Furtwängler wissen. Er hatte allein vier Penaltys gezählt, die allesamt nicht verwandelt wurden.

Die Weiler hatten den Start in der Dornbirner Stadthalle verpennt. Nach 26 Sekunden stand es 0:1 und nach vier Minuten schon 0:2. Dann habe man sich aber gefangen, so Furtwängler. Nach zwei Treffern von Joel Montiel lag der RSV nach 25 Minuten mit 2:4 im Hintertreffen.

In der Pause wurden einige Dinge angesprochen und schließlich auch in die Tat umgesetzt. „Wir haben besser verteidigt, allerdings machten wir die Tore nicht rein“, meinte Furtwängler, der immerhin zweimal traf, am Endresultat von 4:6 aus Sicht der Gäste aber auch nichts ändern konnte.

Trotz der dritten Pleite im dritten Ligaspiel fuhren die Weiler erhobenen Hauptes nach Hause zurück. „Dass wir so gut mitspielen, haben wir im Vorfeld nicht gedacht“, ist Furtwängler guten Mutes. Die Einstellung und der Wille waren vorhanden. „Jeder war heiß.“

RHC Dornbirn - RSV Weil 6:4 (4:2). - Tore: 1:0 (1.) Hagspiel, 2:0 (4.) Lorenzo, 2:1 (12.) Montiel, 3:1 (13.) Brunner, 3:2 (22.) Montiel, 4:2 (25.) Hagspiel, 5:2 (32.) Hagspiel, 5:3 (34.) Furtwängler, 6:3 (35.) Brunner, 6:4 (50.) Furtwängler. SR: Rubi/Schneider. Z.: 70. Blaue Karten: Hagspiel (12./41.), Fässler (24./beide Dornbirn).

Gestern beim Pokalspiel gegen Nationalliga B-Vertreter Uttigen Devils durfte Weil endlich munter Tore scheißen und am Ende auch jubeln. Mit 9:6 behielt der ESV in einer torreichen Begegnung die Oberhand.

Uttigen Devils - RSV Weil 6:9 (2:4). - 1:0 (4.) Rüegsegger, 1:1 (9.) Furtwängler, 2:1 (9.) Grossen, 2:2 (16.) Montiel, 2:3 (20.) Winkler, 2:4 (23.) Werner, 2:5 (28.) Schmidle, 2:6 (30.) Furtwängler, 3:6 (40.) Rüegsegger, 4:1 (37.) Vilaplana, 4:7 (41.) Rüegsegger, 5:7 (44.) Steffen, 5:8 (48.) Vilaplana, 6:8 (48.) Grossen, 6:9 (50.) Furtwängler. SR: Lewis/Eggimann. Z.: 30. Blaue Karten: Furtwängler (10.), Schmidle /41./beide Weil), Walther (28.(, Grossen (50./beide Uttigen).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (10.10.2017)

Drei Wege zu einer Kanterniederlage

Rollhockey-Nationalligist RSV Weil offenbart bei der 2:6-Niederlage gegen den RHC Uri in drei Bereichen entscheidende Nachteile.

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RHC Uri 2:6 (1:2) (BZ). Zweites Spiel, zweite Niederlage und erneut sechs Gegentore – der Saisonstart in der Nationalliga A verheißt für die Rollhockeyspieler des RSV Weil nichts Gutes. Der Umbruch schlägt sich deutlich in den Ergebnissen nieder, obgleich die Partie gegen den RHC Uri (2:6) nicht in einer derart hohen Niederlage hätte enden müssen. So sind es positive Aspekte aus Weiler Sicht, dass das Duell bis in die Schlussphase offen war, und "die Einstellung gestimmt hat", so Kapitän Felix Furtwängler. Der RSV zeigte sich in der Defensivarbeit verbessert, durfte sich zudem über das Debüt des spanischen Neuzugangs Franciso Rico Vilaplana freuen. Letztlich führten aber drei Faktoren zu einer deutlichen Pleite.

Nummer eins: die Strafen. Dreimal trat Uri zum Penalty an, aus allen drei Situationen resultierte ein Treffer. Die Weiler Strafen ermöglichten es den Gästen, das Ergebnis in den Schlussminuten in die Höhe zu schrauben. Zwar parierte RSV-Torhüter Marvin Sütterlin gegen Patrick Greimel (46.), doch schaltete Uri schneller als die Gastgeber, Greimel legte quer auf Michael Gehrig – 2:5. Den dritten Versuch vollendete Greimel direkt, wie schon beim Treffer zum 2:1 (15.). Für den RSV, für den Marc Werner durch einen Rückhandschlenzer in den langen Winkel das 1:1 erzielte (8.), verwertete Joel Soriano zwar einen Penalty zum 2:2 (31.), doch in der Schlussphase ließen die Weiler eine Gäste-Strafe und damit die Chance auf das 3:4 ungenutzt.

Das führt zu Faktor Nummer zwei: die Effizienz. Kapitän Felix Furtwängler hatte schon vor dem Auftakt darauf hingewiesen, dass die Weiler wohl weniger Chancen kreieren werden, daraus aber umso mehr Kapital schlagen müssten. Gerade gegen ein favorisiertes Team wie Uri ist die Effizienz ein entscheidender Aspekt, was sich nach 40 Minuten für den RSV schmerzlich offenbaren sollte. Furtwängler scheiterte in aussichtsreicher Position, die Gäste lancierten einen Überzahlkonter und gingen 3:2 in Führung. Nur 80 Sekunden später baute Uri seinen Vorsprung durch einen abgefälschten Distanzschuss aus.

Und Faktor Nummer drei? Die Kondition. In der Schlussphase brachen die Weiler ein, Uri nutzte den Kräftevorteil konsequent aus. Zumindest bleiben dem RSV unterm Strich die ersten überzeugenden 40 Spielminuten. Doch das reicht nicht für Punkte.

Tore: 0:1 Greimel (3.), 1:1 Werner (8.), 1:2 Greimel (15.), 2:2 Soriano (31.), 2:3 Gasser (41.), 2:4, 2:5 beide Gehrig (42., 46.), 2:6 Greimel (49.). Zuschauer: 80.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (26.09.2017)

Anschauungsunterricht der Tessiner Art

RSV Weil bezieht zum Saisonauftakt der Rollhockey-Nationalliga A eine 0:6-Niederlage gegen einen grundsoliden RC Biasca. 

Auch die Effizienz fehlte: Max Schmidle (hinten, RSV) gegen Giacomo Scanavin (Biasca) Foto: Niklas Schöchlin

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RC Biasca 0:6 (0:3) (zok). Allgemein herrschte Einigkeit darüber, dass es für den RSV Weil keine einfache Saison in der Nationalliga A wird. Rückschläge sind nach der personellen Zäsur einkalkuliert. So war sich Kapitän Felix Furtwängler vor dem Auftakt bewusst, dass es "vielleicht auch die eine oder andere deutliche Niederlage geben wird". Nun hätten die Weiler den Zeitpunkt der ersten deutlichen Niederlage sicher gerne noch etwas hinausgezögert, und sie nicht unbedingt zum Auftakt zuhause bezogen. Gegen den RC Biasca unterlag der RSV mit 0:6.

Ein halbes Dutzend an Gegentoren lassen vermuten, dass der Schuh beim Saisonstart in der Abwehr drückte. Doch "wir haben eigentlich gut verteidigt und nicht schlampig agiert", sagte Furtwängler. "Aber was wir ihnen geboten haben, haben sie eiskalt genutzt", wobei auch ein, zwei Gegentore dabei gewesen seien, "die wir so nicht bekommen dürfen".

Primäre Ansatzpunkte für eine Verbesserung lieferte vielmehr der Offensivplan des RSV, der zum Saisonstart nicht so recht wusste, wo er steht – und deshalb auch verhalten agierte, das eigene Vorhaben auf dem Feld nicht in die Tat umsetzen konnte. "Biasca war klarer in den Aktionen", benannte Furtwängler einen wesentlichen Unterschied.

Die Gäste sind ein eingespieltes Team, bieten zwar kein Spektakel, dafür aber ein "solides Grundhockey", so Furtwängler. An eben jener Solidität sollen und können sich die Weiler orientieren. Denn derart viele Chancen wie zu früheren Zeiten dürfte der RSV erst einmal nicht mehr verzeichnen, umso mehr ist Effektivität gefragt. So fehlte es auch an Kaltschnäuzigkeit, um vor der Pause auf 1:3 zu verkürzen und das Spiel offen zu gestalten.

Bis zur 17. Minute war der RSV mit drei Toren ins Hintertreffen geraten. Und die Tessiner machten im zweiten Abschnitt mit einem Doppelschlag binnen 32 Sekunden zum 5:0 frühzeitig alles klar (32.). Am Ende blieben die Weiler ohne Torerfolg, und mussten sechs Gegentreffer hinnehmen.

Dies noch ohne den spanischen Neuzugang Rico Francisco Vilaplana, der erst jetzt richtig ins Training einsteigen kann. So sind vom ehemaligen Juniorennationalspieler noch keine Wunderdinge zu erwarten, er muss sich erst an Mannschaft und Liga gewöhnen. Und der RSV hat nun zwei Wochen Zeit, um sich auf die nächste NLA-Aufgabe vorzubereiten: am 7. Oktober gegen den RHC Uri.

Tore: 0:1, 0:2 beide Orlandi (2., 12.), 0:3, 0:4 beide Camillo Boll (17., 32.), 0:5 Ruggiero (32.), 0:6 Orlandi (39.). Zuschauer: 100.

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (22.09.2017)

Die fetten Jahre sind vorbei

ROLLHOCKEY-NATIONALLIGIST IM 12-PUNKTE-CHECK: Der RSV Weil blickt nach personellem Aderlass dem Abstiegskampf entgegen. 

Derzeit Spieler und Trainer in Personalunion: Marc Werner Foto: Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A. Als Spitzenclub der NLA hatte sich der RSV Weil etabliert. Doch nun heißt es: Neustart. Die Rollhockeyspieler aus dem Nonnenholz backen erst mal kleinere Brötchen

1. Wie ist die Lage?
Immer wieder Genf. Im April scheiterte der RSV zum vierten Mal in fünf Jahren in den Playoffs am RHC. Aus in Runde eins statt Meisterschaft – hohes Ziel, tiefer Fall. Der Resetknopf ist gedrückt, der RSV stellt sich nun auf Abstiegskampf ein. Aber: Das Team soll ohne Druck agieren. Selbst der schlimmste Fall – Abstieg in die NLB – "wäre kein Genickbruch", so der sportliche Leiter Daniel Dietrich.

2. Kommen & Gehen
Dietrich ist sich sicher: "Der Umbruch wäre auch beim Meistertitel gekommen." Der personelle Aderlass ist indes mehr als nur ein qualitativer Einschnitt, er reißt auch Lücken in das Teamgefüge. In Kapitän Max Bross und Goalie Dietrich haben zwei Weiler Identifikationsfiguren ihre Karrieren beendet. Ein Wiedersehen wird es mit Jorge Villamil Novoa (RHC Diessbach) und Marzio Vanina (RSC Uttigen) geben, wohingegen Alberto Garcia (EHC Vordemwald) in die NLB wechselte. Damit ist eine hochwertige Startfünf auf einen Schlag weg. Zwei externe Neuzugänge hat der RSV geholt: Sebastian Winkler (früher RHC Basel, RHC Friedlingen) kehrt nach Weil zurück, neu ist der Spanier Rico Francisco Vilaplana. Geblieben sind Stammkräfte wie der neue Kapitän Felix Furtwängler, Joel Montiel Soriano und Marc Werner. Sie sollen die jungen Spieler aus der zweiten Reihe und dem Nachwuchs an die NLA heranführen.

3. Was ist neu?
In der NLA als Goalie einer der besten seines Fachs, ist Dietrich nach seinem Karriereende dem RSV als sportlicher Leiter erhalten geblieben.

4. Der Trainer
Der alte Coach ist nicht weg, aber erstmal nicht da: Reiner Brinker pausiert voraussichtlich bis Jahresende. Für ihn springt Marc Werner als Spielertrainer ein. Obwohl erst 27 Jahre alt "hat er sehr viel Rollhockeyerfahrung", sagt Furtwängler. "Er ist ehrgeizig, konzentriert, geht auf die Spieler ein", ergänzt Dietrich. "Ein Idealist." Und: Werner sei realistisch ob der Herausforderung und sich der schwierigen Situation bewusst.

5. Offensiv oder defensiv?
"Es wird sich einiges ändern", sagt Kapitän Furtwängler. Auch weil mit Dietrich ein Extrakönner seines Fachs im Tor stand, "konnten wir es uns erlauben, offensiver zu spielen". Dem neuen, jungen Torhüter-Trio fehlt noch die Erfahrung. "Das Wichtigste ist, defensiv gut zu stehen und die Chancen effizient zu nutzen."

6. Wie voll wird's in der Halle?
Der RSV kann auf einen treuen Kern zählen, über 100 Zuschauer kamen zuletzt stets. Doch muss sich zeigen, inwiefern die Fans nach anspruchsvolleren Jahren auch den neuen Weg mitgehen.

7. Welcher Spieler fällt auf?
Neuzugang Rico Francisco Vilaplana, 23, ist ehemaliger spanischer Juniorennationalspieler, spielte für Erstligist PAS Alcoy. Aber: "Er braucht Zeit, um sich an Team und Niveau zu gewöhnen", sagt Furtwängler. In der NLA werde ein anderes Hockey als in Spanien gespielt.

8. Wer hat das Sagen im Verein?
Kommunikation ist das A und O. Dietrich stimmt sich nicht nur mit dem Vorstand ab, er hält auch stets Rücksprache mit dem Team. Über Köpfe hinweg zu entscheiden "wäre nicht zielführend".

9. Welche Schlagzeile gibt es nächste Saison ganz sicher zu lesen?
"RSV benötigt nach Umbruch noch Zeit."

10. Kabinenmusik?
Die Kabine hat keine Decke, liegt in der Halle. Somit hört das Team, was dort gespielt wird – eher die Kategorie Oldies. Die Spieler würden sich gegen einen etwas aktuelleren Sound nicht verwehren.

11. Die Vereinskneipe
Die Rollsporthalle ist ihre Heimat, dort bleiben die Weiler auch nach den Spielen.

12. Prognose in Phrasen-Kurzform
"Wächst die zweite Garde schnell in ihre neue Rolle, ist der Ligaerhalt realistisch."

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 24. Mai 2018 )