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Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (13.04.2015)

Untypische Abwehrschnitzer

Jorge Villamil trifft zweimal für den RSV - das reicht aber nicht.              Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil trifft zweimal für den RSV - das reicht aber nicht. Foto: Mirko Bähr

Von Mirko Bähr Uttigen. Die Weiler Rollhockeyaner müssen in der Platzierungsrunde um Platz fünf und sechs einem Rückstand hinterherrennen. Beim RSC Uttigen setzte es für den RSV am Samstagabend eine 2:5 (0:2)-Niederlage in Spiel eins der Serie best-of-three. „Wir haben die Chancen selbst nicht rein gemacht und stattdessen mit Aussetzern in der Defensive den Gegner zum Toreschießen eingeladen“, resümierte Daniel Dietrich, Keeper der Gäste vom Nonnenholz. Untypisch seien vor exakt 44 Zuschauern die Abwehrschnitzer der RSV-Akteure gewesen. Daniel Dietrich traute seinen Augen nicht. Die sonst so defensivstarken Weiler schienen etwas unkonzentriert bei der Sache gewesen zu sein. Die Uttiger, die in eigener Halle immer eine Schippe drauf legen können und als besonders heimstark gelten, nutzten das aus. „In Uttigen ist es immer schwer, da haben wir schon in der Quali-Runde verloren. Die Einstellung war nicht schlecht, aber wir müssen nun vor unseren Fans noch konzentrierter agieren. Ich bin optimistisch, dass wir die Serie noch für uns entscheiden können“, so Daniel Dietrich.

Dafür benötigt der RSV nun zwei Siege am kommenden Wochenende in der Rollsporthalle im Nonnenholz. In Uttigen lagen die Weiler bereits mit 0:2 im Hintertreffen, ehe Jorge Villamil innerhalb von drei Minuten mit zwei Treffern den RSV wieder zurückbrachte. Allerdings: Ein Doppelschlag des RSC innerhalb von 128 Sekunden brach den Weilern rund eine Viertelstunde vor dem Ende das Genick. Erst landete ein Weitschuss von Marzio Vanina im Weiler Kasten, dann führte ein weiterer Abwehrfehler durch das 4:2 von Leandro Wada. Damit war die Messe gelesen. Der RSV Weil setzte in Uttigen alle Akteure ein. Die Youngsters Max Schmidle, Felix Furtwängler, Tim Schaller sowie Keeper Jens Schumann bekamen ausreichend Spielzeit. „Das werden wir so fortsetzen“, so Dietrich. Der Weiler Schlussmann ist trotz der 2:5-Pleite zuversichtlich. „Wir spielen nun daheim. Und wir sind es auch unseren Fans und Sponsoren schuldig, dass wir die Serie drehen.“

Tore: 1:0 (2:51) Marzio Vanina, 2:0 (23:49) Leandro Wada, 2:1 (30:27) Jorge Villamil, 2:2 (32:49) Jorge Villamil, 3:2 (34:37) Marzio Vanina, 4:2 (36:45) Leandro Wada, 5:2 (48:12) Remo Niederhauser. SR: Christian Dutoit/Gianni Fermi. Strafen: Blaue Karten: Samuel Wenger (10:51), Max Bross (23:39), Sascha Wörner (34:16/alle RSV Weil), Timo Schertenleib (34:16/RSC Uttigen).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (30.03.2015)

RSV Weil verpasst das Halbfinale

Rollhockeyteam verliert Viertelfinal-Rückspiel beim Montreux HC mit 2:5 / Dürftige Chancenauswertung / Jetzt um Platz fünf.

1. Endstation Viertelfinale heißt es für Co-Spielertrainer Samuel Wenger (links) und den RSV Weil. Foto: Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz, Playoff-Viertelfinale, Rückspiel: Montreux HC – RSV Weil 5:2 (1:0). Der RSV Weil wird erstmals in seiner Nationalliga-A-Zugehörigkeit eine Spielzeit nicht unter den ersten vier Teams abschließen. Nach dem knappen 0:1 im Playoff-Hinspiel zu Hause verlor der RSV auch das Viertelfinal-Rückspiel in der Westschweiz mit 2:5 Toren und verpasste damit den Sprung ins Halbfinale.Schon während der Qualifikationsrunde hatte sich abgezeichnet, dass die Kluft zu den Spitzenteams, die der RSV in den Vorjahren jeweils durch eine frappante Leistungssteigerung in den Playoffs überbrücken konnte, in diesem Jahr noch größer geworden war.

Selbst auf den Playoff-Gegner Montreux, der einen Rang über dem fünftplatzierten RSV abschloss, wiesen die Weiler nach Ende der Qualifikationsrunde einen Rückstand von neun Punkten auf. Zahlreiche berufs- und krankheitsbedingte Absenzen von Stammspielern im Verlauf der Saison machten den Weilern, die sich im Gegensatz zur Konkurrenz vor der Saison keine Kader-Verstärkungen leisteten, zusätzlich zur häufig fehlenden Durchschlagskraft das Leben schwer.

HCM profitiert vor dem 1:0 von Weiler Undiszipliniertheit

"Als Ausrede dürfen die Ausfälle jedoch nicht zählen", macht der Weiler Torhüter Daniel Dietrich klar. "Wir haben im Gegensatz zu den Vorjahren auch weniger hart trainiert, und dann kommst du in einen Teufelskreis: Mit weniger Kondition bist du auch mental nicht so gut drauf und hast den ein oder anderen Aussetzer zu viel drin." Ausgerechnet Spielertrainer Enzo Lain leistete sich einen solchen in Montreux: Kurz vor dem Ende einer engen ersten Hälfte mit wenigen Chancen auf beiden Seiten, motzte Lain den Schiedsrichter an, der den Weiler Spielertrainer mit der blauen Karte bedachte. Die folgende Überzahl nutzte Montreux zur 1:0 Führung durch den Spanier Albert Soler (24.). Nach der Pause kam es noch dicker für den RSV, der in eigener Überzahl in einen Konter der Hausherren lief, den Adrian Boo Garcia zum 2:0 abschloss (29.). Zwei Minuten später traf Andreas Münger per direktem Freistoß nach blauer Karte gegen Jorge Villamil Novoa zur Vorentscheidung. Der RSV hingegen nutzte seine zwei direkten Freistöße, die er ebenfalls kurz nach der Pause zugesprochen bekam (28., 30.), nicht.

"Ein Spiegelbild der gesamten Saison", stöhnte Dietrich. "Wir waren vorne insgesamt zu ungefährlich, und gegen starke Mannschaften wie Montreux rächt sich eine schlechte Chancenauswertung." Erst Max Bross brach mit seinem Schuss unter die Querlatte den Weiler Torbann. Einen schlechten Wechsel der Gäste und eine erfolgreich ausgespielte 3:1-Situation später war der Drei-Tore-Vorsprung der Westschweizer aber wiederhergestellt. Samuel Wengers Anschlusstreffer sowie Gaël Jimenez’ Tor ins verlassene Gehäuse, das Dietrich in der letzten Minute für einen fünften Feldspieler freigemacht hatte, waren nur noch Ergebniskosmetik.

Das ungewohnte frühe Ausscheiden sei "für alle im Team natürlich eine große Enttäuschung", hält Dietrich fest. Jetzt müsse man in den verbleibenden Spielen um die Plätze fünf bis acht "trotzdem die Zähne zusammenbeißen und das Beste aus der Situation machen". Für den RSV steht am Samstag nach Ostern das erste Spiel beim Achtplatzierten aus Uttigen an. Ebenfalls im Modus Best-of-three wird ermittelt, wer gegen den Gewinner der Partie des Sechst- gegen den Siebplatzierten antritt und den fünften Platz ausspielt. Diese Platzierungsrunden hatten sich die Weiler in den ersten vier Jahren seit Einführung des Playoff-Modus jeweils durch den Einzug ins Halbfinale erspart, "dieses Mal müssen wir nun in den sauren Apfel beißen", sagt Dietrich.

Tore: 1:0 Soler (24.), 2:0 Boo Garcia (29.), 3:0 Münger (31./direkter Freistoß), 3:1 Bross (31.), 4:1 Boo Garcia (38.), 4:2 Wenger (43.), 5:2 Jimenez (50./Ins leere Tor).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (27.03.2015)

"Wir denken nicht an ein Ausscheiden"

Guter Dinge: Daniel Dietrich Foto: Jochen Dippel

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz, Playoff-Viertelfinale, Rückspiel: Montreux HC – RSV Weil (sha). Nach der 0:1-Niederlage zu Hause steht der RSV beim Rückspiel in Montreux unter Druck. Nur mit einem Sieg in der Westschweiz können sich die Weiler in ein entscheidendes drittes Spiel am Sonntag, ebenfalls in Montreux, retten.

BZ: Herr Dietrich, bei einer Niederlage in Montreux stünde für den RSV Weil die schlechteste Endplatzierung seiner Nationalliga-A-Zeit zu Buche. Wie ist die Atmosphäre vor dem entscheidenden Duell im Team?
Dietrich: Schon im Training am Dienstag herrschte eine Aufbruchstimmung. An ein mögliches Ausscheiden verlieren wir noch keinen Gedanken. Auch im letzten Jahr sind wir mit einer Niederlage ins Viertelfinale gestartet und haben die Serie in zwei Spielen zu Hause noch gedreht.

BZ: Dieses Mal müssen zwei Siege in der Fremde her. Macht das einen großen Unterschied?
Dietrich: Klar hätten wir lieber unser Publikum bei einem so entscheidenden Spiel im Rücken, aber gerade in Montreux haben wir uns in den letzten Jahren immer gut präsentiert. Das gibt mir große Zuversicht.

BZ: Erwarten Sie wieder eine Abwehrschlacht wie im ersten Playoff-Spiel?
Dietrich: Nein, ich rechne damit, dass Montreux zu Hause deutlich offensiver agieren wird. Somit bekämen dann aber auch wir mehr Raum für unser Spiel. Die Zuschauer werden auf jeden Fall mehr Tore zu sehen bekommen als noch vor einer Woche, da bin ich sicher.

BZ: Könnte sich Montreux, das zwei Matchbälle besitzt, seiner Sache schon zu sicher sein?
Dietrich: Das ist vorstellbar. Für uns ist dagegen klar, dass eine abermalige Niederlage das endgültige Aus bedeutet. Entsprechend engagiert wird das Team auftreten. In der Kombination könnte uns das durch die zwei Spiele bringen.


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (27.03.2015)

Lohnender Tapetenwechsel

Stark am Ball: Jorge Villamil Novoa stellt seine Gegner häufig mit unerwarteten Tricks vor Probleme. Foto: Schuster

ROLLHOCKEY. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse gewesen, für den sich Jorge Villamil Novoa vor dreieinhalb Jahren entschieden hat. Mit gerade 18 Jahren verließ der junge Spanier seine Heimatstadt Oviedo und machte sich auf in sein persönliches Abenteuer. Nach seinem Schulabschluss in der Hauptstadt Asturiens reizte ihn ein neues Land, eine andere Sprache, eine neue Kultur.

Alles Sehnsüchte, die Gleichaltrige zu einer Weltreise veranlassen. Doch Novoa hatte sich ein bestimmtes Ziel gesetzt: das Dreiländereck – genauer gesagt: Weil am Rhein. Dort, das hatte Novoa von Bekannten erfahren, ballten sich geradezu die Rollhockey-Klubs.

Neben dem traditionsreichen RSV Weil trug im Stadtteil Friedlingen der RHC seine Spiele in der Schweizer Nationalliga A aus. Und Rollhockey, bei dem auf Rollschuhen einer Hartplastikkugel hinterhergeflitzt wird, spielte Novoa schon seit er drei Jahre alt war leidenschaftlich gerne. Zwar genießt der Sport in Asturien keinen Kultstatus wie in Katalonien, "wo geschätzte 80 Prozent der spanischen Proficlubs herkommen", wie Novoa erzählt, "aber auch in der Region um Oviedo gibt es einige Teams".

Den Sport wollte Novoa als Türöffner nutzen, um in der neuen Heimat Fuß zu fassen. "Eine Karriere als Profispieler habe ich nie erwogen, der Sport war für mich all die Jahre über einfach ein schönes Hobby und sollte es auch bleiben", erzählt Novoa, der im letzten Jahr seiner Juniorenzeit mit dem U- 20-Team von F. M. Oviedo spanischer Vizemeister hinter dem großen FC Barcelona wurde.

Per Mail kontaktierte Novoa kurz vor seiner Reise nach Weil die RSV-Verantwortlichen, ob er nicht bei einem Probetraining vorbeischauen dürfe, damit sich der Verein ein Bild von ihm machen könne. Der RSV willigte ein, und beim Probetraining schaute gleich noch ein Friedlinger Scout vorbei, der wie die Weiler angetan war vom pfeilschnellen Novoa. Wenn man den heute 21-Jährigen bei den Spielen des RSV Weil beobachtet, erkennt man schnell, dass aus dem angestrebten Abenteuer ein angenehmer Alltag geworden ist.

"Eine Karriere als Profi habe ich nie erwogen."
Jorge Villamil Novoa

Wenn Novoa nicht auf dem Feld steht, flachst er auf der Bank mit seinen Teamkollegen und hilft bisweilen auch bei der Reserve in der Nationalliga C aus. "Dass ich mich nach Weil aufgemacht habe, war wohl die wichtigste Entscheidung meines bisherigen Lebens", glaubt Novoa, der sich nach dem Probetraining wie sein Freund Nacho Sariego, den es mittlerweile in die zweite französische Liga verschlug, schnell mit dem RSV einigte – ohne die Zuzahlung eines Gehalts.

Das hätte es wohl in Friedlingen gegeben, wo man sich aber gegen Novoa und für den Brasilianer Michel Dantas Zanini als Offensivkraft entschied. "Ich habe beim Probetraining klar gemacht, dass ich in Spanien eher defensiv gespielt hatte und für den Spielaufbau zuständig war."

"Jorge war ein kleiner Luftikus, als er hier ankam."
RSV-Betreuer Harald Vogt

Nach einem Jahr in der Grenzecke, das er mit einem Minijob in einem Supermarkt überbrückte, tat sich eine vielversprechende berufliche Perspektive auf. Für Novoa war klar, dass er an der Dualen Hochschule in Lörrach den Studiengang International Business Management beginnen wollte. Ihm fehlte aber das passende Unternehmen, bei dem er die Praxisphasen für das Studium absolvieren konnte. "Dann vermittelte mir RSV-Fan Holger Blaschka einen Bewerbungstermin in dem Unternehmen, in dem er selbst arbeitet. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar", sagt Novoa, für den nun intensive Zeiten anbrachen, wollte er doch nach der Arbeit in der Firma, die in Bad Säckingen liegt, mindestens zweimal die Woche trainieren. "Mittlerweile bin ich eher viermal wöchentlich in der Halle, wobei ich manchmal nur Tricks ausprobiere, die ich in Rollhockeyvideos der internationalen Top-Ligen gesehen habe." Das Schweizer Rollhockey, "das sich vom Hockey in Spanien und Portugal sehr unterscheidet, wo der Taktik eine größere Rolle zukommt" (Novoa), änderte die Aufgabe des jungen Spaniers.

Beim RSV spielte der technisch versierte Spanier, der auch über die nötige Qualität im Torabschluss verfügt, nun weit offensiver und war plötzlich doch vorne in der Torjägerliste zu finden. Dies schien im vorletzten Sommer ein Grund für Mäzen Roger Ehrler zu sein, der mittlerweile den RHC Friedlingen aufgelöst und den frisch gegründeten RHC Basel aufgebaut hatte, erneut bei Novoa vorstellig zu werden.

Am Ende entschied sich der Spanier für einen Verbleib beim RSV. "Das Mannschaftsgefühl, das hier herrscht, kann mir ein kleines finanzielles Zubrot nicht ersetzen", erläutert er seine Entscheidung. "Gerade die Anfangszeit in Weil war hart. Ich war das erste Mal weg von zu Hause, sah meinen ein Jahr jüngeren Bruder, mit dem ich fast meine komplette Kindheit verbrachte, fast gar nicht mehr. Da haben mir Teamkameraden, der Vorstand und die Fans bei der Eingewöhnung sehr geholfen. Sie wurden zu einer Ersatzfamilie", erinnert sich der 21-Jährige.

Auch RSV-Betreuer Harald Vogt erinnert sich noch genau an Novoas Ankunft. "Jorge war schon ein kleiner Luftikus, als er mit 18 Jahren hier ankam. Da dachte er noch, vieles kommt von alleine", sagt Vogt und grinst. "Aber er hat ziemlich schnell kapiert, wie es bei uns im Verein und im Alltag läuft, dass sich jeder engagieren muss." Auch Co-Spielertrainer Samuel Wenger bescheinigt Novoa "eine enorme Entwicklung, nicht nur auf, sondern vor allem neben dem Platz. Mich beeindruckt Jorges Wille. Wie er sich hier Stück für Stück ein Leben neben dem Hockey aufgebaut hat, das ist schon klasse".

Einzig sein Temperament will Novoa noch mehr unter Kontrolle bringen. "Im Spiel bin ich oft der erste Kandidat für eine Hinausstellung. Ich weiß aber, dass ich mit solchen Undiszipliniertheiten der Mannschaft nur schade, und versuche, mich mehr zurückzuhalten", sagt Novoa, der im vergangenen halben Jahr während eines Auslandssemesters beim italienischen Profiteam Lodi mittrainierte. Täglich wurde geübt, was für Novoa in den ersten drei Monaten, als er berufsbedingt in Como wohnte, eine allabendliche Kurzreise ins südöstlich von Mailand gelegene Lodi bedeutete. "Irgendwann habe ich aufgehört, die Kilometer auf dem Tacho zu zählen, aber es hat einfach großen Spaß gemacht in dem jungen Team mitzutrainieren, und es hat mich in meinem Spiel weitergebracht." Auch die lokalen Medien interessierte der spanische Gast: "Nach einem Interview, bei dem ich extra anmerkte, dass ich wieder nach Weil gehen würde, stand trotzdem in der Zeitung: Jorge Villamil Novoa, ein junger Spieler mit einem Traum: bald für Lodi aufzulaufen." Künftig werde er derlei Passagen "noch einmal querlesen", meint Novoa, der den erneuten Tapetenwechsel nach Weil keineswegs bedauert.

Denn mit dem RSV hat er noch einiges vor: "Schweizer Meister werden", entgegnet Novoa der Frage nach seinem Ziel für die Playoffs. "Wir spielen vielleicht nicht das schönste Hockey in der Schweiz, aber jeder bei uns kämpft bis zur letzten Sekunde wie ein Löwe. Das macht uns zu einem sehr unangenehmen Gegner."

Und wenn es doch nicht reichen sollte für hohe Würden. "Dann habe ich im Rollhockey zwar noch keinen Titel gewonnen. Den bisher größten Erfolg meines Lebens habe ich aber trotzdem indirekt mit dem Hockey erzielt: Durch den Sport bin ich in Weil erst richtig angekommen." Nicht nur für den Spanier, sondern auch für den RSV ein Glücksfall.


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (23.03.2015)

RSV Weil droht bereits das Aus

Rollhockeyteam verliert Heimspiel im Playoff-Viertelfinale um die Schweizer Meisterschaft gegen Montreux HC mit 0:1.

Ohne Torerfolg blieben der RSV Weil und Max Bross (Mitte) im Playoff-Heimspiel gegen den starken Torhüter von Montreux, Jean-Pierr Vizio. Hier wird er gestoppt vom früheren Ferran Guimera (rechts). Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A, Schweiz, Playoff-Viertelfinale: RSV Weil – Montreux HC 0:1 (0:0) Tore. Als nahezu alle, Spieler genauso wie Zuschauer, sich in der Rollsporthalle im Nonnenholz bereits auf eine Verlängerung eingestellt haben, fällt doch noch ein Treffer. Es ist der entscheidende, allerdings für Montreux HC. Genau 103 Sekunden vor Schluss nimmt Jerome Lafourcade eine Vorlage eines Mitspielers auf, entwischt dem Weiler Spielertrainer Enzo Lain, nimmt den Ball direkt und lässt RSV-Torhüter Daniel Dietrich keine Abwehrchance.

Damit führt das Team aus der französischen Schweiz in der Serie "Best of three" um die Schweizer Meisterschaft nun mit 1:0 und hat im Rückspiel am kommenden Samstag den ersten Matchball zum Einzug ins Halbfinale. Hingegen droht den Weilern, die wieder auf Samuel Wenger und Sirak Abraha zurückgreifen konnten, nun bereits das schnelle Aus. Um selbst noch die Vorschlussrunde zu erreichen, benötigen sie zwei Auswärtssiege – am Samstag und in einem eventuell entscheidenden dritten Spiel tags darauf am Sonntag. "Wir sind noch nicht tot und werden alles versuchen, um weiterzukommen", versicherte Dietrich, der ebenso wie sein Genfer Gegenüber Jean-Pierre Vizio eine überragende, fehlerlose Partie ablieferte. Und fügte trotzig hinzu: "Wir sind eine Playoffmannschaft, das haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt und das weiß auch Montreux."

Beide Mannschaften bis zum Ende gleichwertig

Dass dies keine hohle Phrase ist, bewies das erste Match. Bis zum Schluss befanden sich beide Teams auf Augenhöhe, kämpften zäh und verbissen um jeden Zentimeter Raum. "Wir hätten das Spiel genauso gut gewinnen können", waren sich Lain und Dietrich einig. Die Chancen dazu hatten die Einheimischen, doch immer wieder stand ihnen Vizio im Weg, oder aber die Schüsse verfehlten knapp das Ziel, wie beim freigespielten Max Bross aus kurzer Distanz in Minute 32. "Es war schwer, da durchzukommen, denn Montreux stand in der Abwehr eng und hat uns Angreifer gut übergeben", beschrieb Bross die Probleme. "Aber es läuft bei mir selbst derzeit nicht richtig rund." Und Dietrich ergänzte treffend: "Es war uns schon vorher klar, dass es kein Offensivspektakel werden würde, sondern eine Defensivschlacht, denn die Stärken beider Mannschaften liegen in der Abwehr."

Allerdings standen sich beide Teams in den hinteren Reihen in nichts nach, verteidigten diszipliniert, neutralisierten einander weitgehend und bauten ein engmaschiges Abwehrnetz auf. "Das haben wir gut gemacht, da kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen", befand Lain. Es ehrt den Weiler Spielertrainer, dass er sich beim Tor des Tages eine Mitschuld gab. "Ich weiß, wo Lafourcade hingehen will, gehe auch mit, bleibe aber hängen und komme nicht mehr ganz zu ihm hin."

Zwar versuchten die Weiler in der zwar nicht hochklassigen, dafür aber spannenden, taktisch sehenswerten und fairen Partie (kein Strafstoß, keine Karte) anschließend noch einmal alles, um doch noch den Ausgleich zu erzielen. Mit Macht und ihrer nun geöffneten Abwehr drängten sie die Gäste vom Genfer See zurück, so dass sich auch noch einige turbulente Szenen vor dem Gästegehäuse abspielten. Doch zu klaren Einschussmöglichkeiten kamen die Einheimischen nicht mehr. "Natürlich ist die Niederlage etwas ärgerlich, so dass Montreux nun alle Trümpfe in der Hand hält", blickt Enzo Lain voraus. "Aber wir werden uns kurz schütteln, uns nächste Woche auf das Rückspiel vorbereiten und dann versuchen, die Serie noch umzudrehen."

Tor: 0:1 Lafourcade (49.).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (09.03.2015)

Tim Schaller erzielt das Golden Goal

4:3 in Verlängerung – Rollhockeyteam des RSV Weil beschert Meister Genfer RHC erste Niederlage.

Tim Schaller (Weil, Mitte) bejubelt sein Siegtor gegen Genf Foto: Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – Genfer RHC 4:3 (3:3, 2:2) nach Verlängerung. Zum Abschluss der Qualifikationsrunde um die Schweizer Meisterschaft ist den Rollhockeyspielern des RSV Weil noch einmal ein sportlicher Coup gelungen. Denn in der Heimpartie gegen den Genfer RHC brachten sie dem Schweizer Serienmeister und souveränen Tabellenführer die erste Niederlage in dieser Saison bei. Damit absolvierten die Weiler zwar ihre 18 Matches und beendeten die Runde auf dem fünften Tabellenplatz, doch der Gegner in den folgenden Playoffspielen steht noch immer nicht fest.

Dies wird sich erst am nächsten Mittwochabend entscheiden, wenn der Tabellenvierte RHC Diessbach (34 Punkte), der aktuell der Weiler Gegner wäre, sein Nachholspiel gegen den Zweiten RHC Basel bestreitet. Mit einem Sieg könnten sich die Gastgeber noch am Montreux HC (35) vorbei auf Position drei verbessern. Sicher ist allerdings, dass die Weiler in der ersten von maximal drei Partien Heimrecht besitzen – am 21. März. Das Rückspiel wird eine Woche später ebenso auswärts ausgetragen wie eine eventuelle entscheidende dritte Begegnung.

Schaller hörbar erleichtert nach seinem Siegtreffer

Ein Youngster bescherte den Weilern den Sieg gegen Genf. Tim Schaller traf nach 2:57 Minuten der Verlängerung mit einem knallharten Schlagschuss bei einem schneller Konter zum "Golden Goal" und sorgte damit für den "schnellen Tod" der Gäste. "Als ich nach vorne gerollt bin, hatte ich plötzlich Platz und dachte nur: Zieh’ ab und schieße einfach mal", schilderte das 20-jährige Weiler Eigengewächs die finale Aktion. "Und dann war der Ball plötzlich drin, weil ihn der Torwart über seine Schoner fliegen ließ."

Kein Wunder, dass Tim Schaller seine Freude laut herausbrüllte, ehe er sich seine Teamkollegen jubelnd auf ihn stürzten. Schließlich spürte er damit auch ein Stück Erleichterung. "Da ich letzte Woche das entscheidende Gegentor zum 3:4 gegen Uri mitverschuldet habe, freut mich mein Treffer jetzt besonders", sagte der frühere deutsche Jugend-Nationalspieler, der unlängst eine Ausbildung zum Physiotherapeuten begonnen hat.

Über den Sieg freuten sich die Weiler natürlich zurecht. Allerdings wollte Spielertrainer Enzo Lain jenen nicht überbewerten. "Für beide Teams ging es um nichts mehr, so dass wir ebenso wie Genf personell viel durchgewechselt haben", bilanzierte der RSV-Coach, der erneut auf den erkrankten Co-Spiertrainer Samuel Wenger verzichten musste. "Aber der Sieg war gut für die Moral, und ich wollte sehen, wie unsere Leute drauf sind, dafür habe ich gute Hinweise bekommen."

Besonders geärgert haben Lain indes zwei "schlampige Ballverluste" kurz vor Ende der ersten Hälfte, die Genf mittels Kontern und einem Doppelschlag binnen knapp zwei Minuten eiskalt mit dem 2:2-Ausgleich bestrafte. "Das war fahrlässig, zumal wir vorher mehrfach gute Chancen ungenutzt gelassen haben, unsere 2:0-Führung auszubauen." So scheiterte Jorge Villamil Novoa (25.) ebenso mit einem Penalty am Genfer Torhüter Timothé Riotton wie nach der Pause Max Bross (39.) und Sascha Wörner (45.). Doch parierte auf der Gegenseite auch RSV-Keeper Daniel Dietrich, der nach seiner Grippepause wieder das Gehäuse hütete, zwei derartige Freischüsse von Flavio Silva (43.) und Federico Garcia Mendez (49.).

Tore: 1:0 Villamil Novoa (7.), 2:0 Wörner (13.), 2:1 Alves (22.), 2:2 Coelho (24.), 3:2 Werner (30.), 3:3 Matter (43.), 4:3 Schaller (53.).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (02.03.2015)

RSV Weil verpasst Heimsieg

Rollhockeyteam unterliegt in Schweizer Nationalliga A dem RHC Uri in der Verlängerung mit 3:4.

Spielertrainer Enzo Lain vom RSV Weil blieb zwar ohne Tor, entwischt hier aber einem Gegenspieler des RHC Uri. Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – RHC Uri 3:4 (3:3, 3:3) nach Verlängerung. Der "plötzliche Tod" hat die Rollhockeymannschaft des RSV Weil nach genau 53 Sekunden der zweiten Verlängerung ereilt. Unverhofft, wie das beim "Sudden Death" eben so üblich ist. Allerdings völlig unnötig, hatten die Gastgeber die Partie doch sowohl in der zweiten Hälfte der normalen Spielzeit als auch in den ersten fünf Minuten der Verlängerung doch weitgehend überlegen gestaltet.

Nach einer gleichermaßen abwechslungsreichen wie turbulenten ersten Hälfte beschränkte sich der RHC Uri nahezu auf schnelle, überfallartige Konter, die stets gefährlich blieben. Und als sich die Zuschauer bereits auf ein finales Penaltyschießen eingestellt hatten, führte einer dieser Tempogegenstöße auch zum Siegtreffer. Nach einem Doppelpass mit Joshua Imhof an der Bande, entwischte Michael Gehrig dem jungen Weiler Tim Schaller, tauchte völlig frei vor Jens Schumann auf und ließ mit einem trockenen Schuss zum "Golden Goal" dem Weiler Nachwuchstorhüter keine Abwehrchance. Jener hatte zuvor seine Sache hervorragend gemacht. "Aber irgendwann ist so einer dann eben mal drin", bemerkte Schumann achselzuckend.

Ersatztorhüter Jens Schumann glänzt zwischen den Pfosten

"Jens hat eine super Leistung gezeigt, an ihm lag es nicht, dass wir verloren haben", urteilte RSV-Spielertrainer Enzo Lain. Dabei war der junge Keeper, der zwei Penaltys parierte, "anfangs ziemlich nervös" gewesen. Immerhin hatte er erst zwei Tage zuvor erfahren, dass er wohl für den Weiler Stammtorwart Daniel Dietrich werde einspringen müssen. Jener musste aufgrund einer fiebrigen Grippe ebenso kurzfristig pausieren wie RSV-Routinier Samuel Wenger. "Ihr Fehlen ist aber keine Entschuldigung", betonte Lain. Dafür machte er in erster Linie die "fehlende Beweglichkeit im Angriff" verantwortlich. "Das ist unser Dauerproblem, das wir bis zu den Playoffs in drei Wochen in den Griff kriegen müssen." Dort werden die Weiler, die in der Tabelle mit vor dem letzten Spieltag der Hauptrunde mit 24 Punkten auf Rang fünf gleichauf mit dem RC Biasca liegen, auf den RHC Diessbach oder Montreux HC treffen. "Wer das sein wird, ist egal", sagte Lain.

Mit etwas mehr Konzentration hätte der RSV diesen Platz bereits sichern können. Immerhin führten sie in der ersten Hälfte nach einem verwandelten Penalty durch Sascha Wörner mit 1:0, schafften durch Marc Werner lediglich 13 Sekunden nach dem 1:2-Rückstand den 2:2-Ausgleich, ehe Jorge Villamil Novoa die Weiler mit 3:2 nach vorn schoss – volley nach einem hinter dem Tor angelupften Ball. Indes war der Spanier unfreiwillig auch am 3:3 beteiligt. Denn nach einem Foul sah er die Blaue Karte, und den fälligen Penalty versenkte Patrick Greimel.

Tore: 1:0 Wörner (11./Penalty), 1:1 Joshua Imhof (15.) 1:2 Gehrig (18.), 2:2 Wernert (18.), 3:2 Novoa (23.), 3:3 Patrick Greimel (24./Penalty).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (23.02.2015)

Glückliches Ende eines turbulenten Tages

Max Bross erzielt in Wimmis   den entscheidenden Treffer in der Verlängerung.   Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Max Bross erzielt in Wimmis den entscheidenden Treffer in der Verlängerung. Foto: Mirko Bähr

Von Bernd Kohler Wimmis. Ein recht turbulenter Samstag endete für den RSV Weil mit einem Happy-End: Mit 3:2 (1:1) bezwang man den RHC Wimmis in der Verlängerung und verbesserten sich zwei Spieltage vor Abschluss der Quali-Runde auf Platz fünf. Das Weiler Dilemma begann schon auf der Autobahn: Stau von Pratteln bis Bern, Ankunft in Wimmis zehn Minuten vor Spielbeginn. Raus aus dem Bus, rein in die Sportkluft und mit zehn Minuten Verspätung kalt aufs Spielfeld. Das RSV-Team hatte sich da kaum richtig positioniert, da lag es schon 0:2 im Rückstand. In der dritten Spielminute hatten Simon Brand und Dominic Wirth die Gastgeber mit Treffern innerhalb sechs (!) Sekunden in Führung gebracht. Kalt erwischt, heißt das in der Sportlersprache.

Und hätte Torhüter Daniel Dietrich danach nicht seine ganze Klasse gezeigt, der RSV wäre höher in Rückstand geraten. Aber an Dietrichs starker Vorstellung richteten sich seine Vorderleute auf, erzwangen mehr Spielanteile und den Anschlusstreffer: Nach einem Querpass von Samuel Wenger überwand Jorge Villamil RHC-Keeper Stefan Dubach. In einer von den Spielanteilen her ausgeglichenen zweiten Halbzeit hielt Wimmis den knappen Vorsprung. Zwölf Sekunden fehlten den Oberländern zum Sieg und wichtigen drei Punkten. Aber der Gast hatte an diesem bis dahin tristen Samstag dann doch noch das Glück des Tüchtigen, denn Villamil rettete mit dem 2:2-Ausgleich nach einer sehenswerten Ballstafette die Gäste in die Verlängerung. Hier sicherte nach fünf Minuten Max Bross gegen ausgepowerte Hausherren mit dem 3:2 seinem Team zwei Punkte.


 Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (16.02.2015)

RSV Weil hofft weiter auf Platz vier

Torhüter Daniel Dietrich rettet Rollhockeyteam den 3:2-Sieg gegen Konkurrent Montreux / RHC Basel in zweiter Partie zu stark.

Freie Bahn hat in dieser Situation der Weiler Max Bross. Foto: Hannes Schuster

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – Montreux HC 3:2 (1:1); RHC Basel – RSV Weil 3:0 (2:0). Die Ausgangslage für den RSV Weil war klar: Gegen den HC Montreux, einen direkten Konkurrenten um Platz vier, sollte am Samstag unbedingt ein Heimsieg her. Ein Unterfangen, das den Weilern nach einer soliden Leistung auch gelang. Dass die Weiler am Sonntag beim favorisierten RHC Basel mit 0:3 unterlagen, war ob dem dreifachen Punktgewinn vom Vortag verschmerzbar. Die Partie gegen Montreux entwickelte sich zum Geduldsspiel für den RSV. Beide Teams agierten aus einer stabilen Defensive heraus, was den 100 Zuschauern in der Rollsporthalle gerade in der ersten Hälfte kein Torchancenfestival bescherte.

Trotzdem herrschte in der achten Minute große Aufregung: Schiedsrichter Steff Jordi hielt Gästeakteur Albert Soler in einer Spielunterbrechung plötzlich die rote Karte unter die Nase, da der Referee glaubte, eine Beleidigung Solers auf Spanisch vernommen zu haben. RSV-Stürmer Jorge Villamil Novoa griff schlichtend ins Streitgespräch ein. "Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es einfach nur ein Fluch war, keine Beleidigung. Dann hat er die Karte zurückgenommen", erklärte Novoa, der sich im weiteren Verlauf der Partie mit zwei Treffern selbst für die faire Aktion belohnte. Erst war aber Montreux an der Reihe: Guimerà ließ RSV-Keeper Daniel Dietrich nach einem Konter keine Chance und traf zur Gästeführung (17.). Nachdem Felix Furtwängler den Ausgleich im Anschluss noch knapp verpasst hatte, war es Novoa vorbehalten, den Ausgleich zu markieren.

In der zweiten Hälfte erhöhten die Hausherren den Druck und zeigten nun auch "ein paar gelungene Kombinationen", wie Dietrich beobachtete. Eine dieser Passstafetten brachte die Führung: Sascha Wörners leicht abgefälschtes Zuspiel fand den Weg unter Jean-Pierre Vizios Schonern ins Tor. "Eigentlich wollte ich auf den zweiten Pfosten spielen, aber dass der Ball dann direkt rein geht, war natürlich umso besser", sagte Wörner grinsend. Nach Novoas 3:1 per direktem Freistoß schien die Partie schon entschieden (44.), der postwendende Anschlusstreffer durch Jérôme Lafourcade brachte die Spannung aber noch einmal zurück.

Acht Sekunden vor der Schlusssirene servierten die Referees Jordi und Markus Grossniklaus den Gästen die Möglichkeit zum Ausgleich quasi auf dem Silbertablett: Beide wollten bei Marc Werner ein absichtliches Wegspielen des Balles mit dem Rollschuh im Strafraum ausgemacht haben. Eine sehr zweifelhafte Entscheidung. Alle Weiler Proteste nützten nichts, und so brauchte es einmal mehr Schlussmann Dietrichs Nervenstärke, der Lafourcades Penalty gekonnt mit dem linken Schoner abwehrte und die wichtigen drei Punkte sicherte. "Ich wusste, wo er hin schießt, denn er hat die gleiche Variante auch schon im Hinspiel gewählt", erklärte Dietrich.

RSV entwickelt in Basel zu wenig Druck vor dem Tor

In Basel mussten sich die Weiler der größeren individuellen Qualität des RHC beugen. "In den ersten 30 Minuten war es eine gute Partie von uns", befand Dietrich, der nur wie schon in der ersten Hälfte gegen Montreux den Druck vor dem gegnerischen Tor vermisste. "Da müssen wir noch dran feilen. Drei Tore aus zwei Spielen sind eine ausbaufähige Bilanz."

Die Basler ihrerseits, die sich erst vor kurzem noch mit dem argentinischen Starspieler Mariano Velazquez verstärkten, gingen in der 20. Minute durch André Pereira in Führung. Der Portugiese ließ zuvor einen Weiler Verteidiger gekonnt aussteigen. Sein Landsmann Rui Ribeiro verwertete zwei Minuten später einen feinen Querpass zum 2:0. "Auch in der zweiten Hälfte haben wir uns nicht aufgegeben und konnten Chancen herausspielen", sagte Dietrich. "In den letzten Minuten hatte Basel aber die bessere Physis." Insgesamt zog der Keeper trotzdem "ein positives Fazit" nach dem Doppelspieltag, "da wir mit dem wichtigen Sieg gegen Montreux weiter um Platz vier spielen können, der uns einen Topgegner in der ersten Runde ersparen würde".

Weil – Montreux 3:2 (1:1)
0:1 Guimerà (17.), 1:1 Novoa (23.), 2:1 Wörner (32.), 3:1 Novoa (44.) 3:2 Lafourcade (44.).

Basel – Weil 3:0 (2:0)
1:0 Pereira (20.), 2:0 Ribeiro (22.), 3:0 Velazquez (47./direkter Freistoß).
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Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (26.01.2014)

RSV Weil macht einen Schritt zurück

Davongefahren ist RSV-Kapitän Marc Werner (rechts) in dieser Aktion seinem Diessbacher Kontrahenten César Salgueiro. Das Spiel entschieden jedoch Salgueiro und Co. am Ende mit 3:1 für sich. Foto: meinrad Schön.

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: RSV Weil – RHC Diessbach 1:3 (1:1). Die Vorfreude ist groß gewesen im Weiler Lager: Nach drei Siegen zum Jahresauftakt wollte man mit dem RHC Diessbach nun erstmals im Jahr 2015 ein Team von den vorderen Rängen bezwingen. Nach biederen 50 Minuten einer Partie, in der beide Teams erstaunlich wenig Tempo an den Tag gelegt hatten, war die Enttäuschung der Weiler umso größer, dass die drittplatzierten Gäste erstmals in der Weiler Nationalliga-A-Historie alle Punkte aus der Grenzstadt mitnehmen konnten.

"Das war kein guter Auftritt von uns", analysierte Spieletrainer Enzo Lain klar. Im Gegensatz zu den letzten Partien gegen Teams aus dem mittleren und hinteren Tabellenfeld forderten die Gäste aus dem Bernerischen die Weiler Defensive weit öfter. Der RHC blieb in seinen Aktionen meist ruhiger und zeigte sich in den wichtigen Situationen vor dem gegnerischen Kasten zielstrebiger.

Schuss um Schuss gaben die Gäste, die ihre Angriffszüge in aller Seelenruhe aufbauten, auf das Tor von Schlussmann Daniel Dietrich ab. Gerade die harten wie platzierten Distanzversuche des Ex-Friedlingers Michel Dantas Zanini sorgten immer wieder für Gefahr.

RSV lässt Kampfgeist in Abschnitt zwei vermissen

Nachdem in Minute neun César Salgueiro den Außenpfosten getroffen hatte, zeigte aber auch der RSV, wie die Erfolgsformel für die ausstehende Spielzeit aussehen könnte: Nach einem einfachen Ballverlust des ebenso wendigen wie ballverliebten Pascal Kissling im Spielaufbau machte der RSV das Spiel schnell, Max Bross' Pass fand Jorge Villamil Novoa, der jedoch mit seinem Versuch an Gästetorwart Patrick Mühlheim scheiterte (12.). Das erste Tor blieb den Gästen vorbehalten: Nach einem doppelten Doppelpass netzte der Portugiese Salgueiro ein, nachdem ihm der Spanier Albert Galan den Ball kurz vor Dietrich quer serviert hatte.

Die Weiler reagierten nicht lange geschockt, und fünf Minuten später stand die Partie wieder Remis: Novoa hatte sich ein Herz gefasst, Keeper Mühlheim seinen Schuss zwar noch pariert, der Abpraller flog jedoch, leicht abgelenkt durch Felix Furtwängler, über die Torlinie (23.). Keine schlechte Ausgangslage für das Lain-Team – meinte man. "Wenn man gegen ein starkes Team wie Diessbach antritt, sollte man zumindest Tugenden wie Kampfgeist und Willen an den Tag legen, daran haben wir es in Hälfte zwei zum Teil mangeln lassen", beschrieb Dietrich.

Bezeichnend für die oft arg laxe Haltung des RSV in Durchgang zwei war eine Situation in Minute 43: Nach einer Parade Dietrichs stand weit und breit kein Abnehmer für einen Pass parat; erst durch einen lautstarken Weckruf des Keepers boten sich Anspielstationen. Wenig später konnte Salgueiro auf Kissling-Pass aber trotzdem sein zweites Tor des Tages erzielen, nachdem in der Weiler Deckung für ein paar Sekunden die Zuordnung verloren gegangen war (36.). Hätte Dietrich im Anschluss nicht mirakulös Zaninis Versuch nach direktem Freistoß per Schulterparade abgewehrt, das Spiel wäre schon früher entschieden gewesen. Für die Weiler stehen nun zwei freie Wochenenden an bis zum nächsten Auftritt zu Hause gegen Montreux Mitte Februar.

"Jetzt gilt es diese Niederlage anzunehmen, aber auch aus ihr zu lernen und die Defizite abzuarbeiten", forderte Dietrich. Das wird nötig sein, damit der RSV – momentan wieder auf Tabellenrang sechs abgerutscht – noch ein bis zwei Plätze klettern kann, um sich nicht gleich in der ersten Playoff-Runde mit dem Drittplatzierten messen zu müssen.

Tore: 0:1 Salgueiro (20.), 1:1 Furtwängler (23.), 1:2 Salgueiro (36.), 1:3 Galan (43.). Blaue Karte: Salgueiro (44./RHC), Wörner (50./RSV). Zuschauer: 150.


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (19.01.2015)

Dietrich verhindert Verlängerung

Sascha Wörner schoss den Ausgleich.Archivfoto: Kohler Foto: Die Oberbadische

Sascha Wörner schoss den Ausgleich.Archivfoto: KohlerFoto: Die Oberbadische

Weil am Rhein (bek). Wahrlich keine Glanzleistung lieferten beide Mannschaften im einzigen Nationalliga A-Spiel des Wochenendes ab. Ein Aufreger für die 100 Zuschauer war das Duell zwischen Aufsteiger RHC Vordemwald und Vizemeister RSV Weil dennoch. Die Südbadener landeten letztlich knapp mit 4:3 (1:2) einen glanzlosen Sieg, bereits dem dritten in Folge. Mit nunmehr 18 Punkten liegt die Mannschaft um Trainer Enzo Lain auf Platz fünf im Zehnerfeld der Tabelle und dürfte sich damit sechs Spieltage vor Ende der Qualifikation die Playoff-Teilnahme vorzeitig gesichert haben. Mit der völlig destruktiven Spielweise der Aargauer, die mit vier Mann im eigenen Strafraum verteidigten, kamen die Weiler nicht zurecht. Schuss um Schuss prallte in der vielbeinigen Vordemwalder Abwehr ab. Hinzu kam, dass sich beim Gast der eine oder andere Akteur unerklärliche Aussetzer leistete.

Einer allerdings behielt mal wieder die Nerven: Torhüter Daniel Dietrich bewahrte mehrmals in der Schlussphase seine Mannschaft vor dem drohenden 4:4 und damit einer Verlängerung. 40 Sekunden vor dem Ende hatte Vordemwalds Sandro Moor die Chance zum Ausgleich, doch „Penalty-Killer“ Dietrich wehrte den direkten Freistoß ab. Dabei schien der Auswärtssieg bei einer 4:2-Führung nach 42 Spielminuten bereits in trockenen Tüchern. Insgesamt fünf Blaue Karten zeigen auf, wie nervös und hektisch es in der Sporthalle in Vordemwald zuging. Am kommenden Samstag (Beginn 17.30 Uhr) im Nonnenholz gegen den Spitzenklub Diessbach steht der RSV Weil vor einer wesentlich höheren Hürde, ehe dann während einer zweiwöchigen Fasnachtspause noch einmal Kraft für den Endspurt getankt werden kann.


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (12.01.2015)

Mit Heimsieg in das neue Jahr

Max Bross (links) erzielt zwei Treffer gegen Uttigen.              Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Max Bross (links) erzielt zwei Treffer gegen Uttigen. Foto: Bernd Kohler

Von Bernd Kohler Weil am Rhein. Sportlich ein guter Start ins neue Jahr gelang den Rollhockeyspielern des RSV Weil zum Auftakt der Qualifikations-Rückrunde zur Schweizer Meisterschaft. Am Doppelspieltag gelang den Südbadenern am Samstag gegen den RSC Uttigen ein ungefährdeter 5:2 (1:0)-Heimsieg, 24 Stunden später gegen den RC Biasca jubelten die Weiler erneut, schlugen in der heimischen Rollsporthalle RC Biasca mit 6:3 (3:1). Dass der RSV Weil am Samstag gegen Uttigen, gegen den aus der Vorrunde noch eine Niederlage zu Buche stand, klar besiegt wurde, hatte mehrere Gründe. Zum einen war die taktische Handschrift des zuletzt oft aus familiären Gründen fehlenden Trainers Enzo Lain klar erkennbar und prägend für das vor allem in der zweiten Halbzeit überlegen geführte Spiel, zum anderen präsentierte sich die Mannschaft um Kapitän Marc Werner ungemein willensstark, diesen Gegner vor heimischen Publikum unbedingt bezwingen zu wollen und damit zu distanzieren im Kampf um die Playoff-Plätze.

„Sehr wichtig für uns, dass wir heute gegen einen wenig gefährlichen Gegner verdient drei Punkte geholt haben“, resümierte RSV-Coach Enzo Lain, der alle Spieler einsetzte. Pechvogel des Spiels war Torhüter Jens Schumann, der beim Spielstand von 5:0 vier Minuten vor Schluss für Daniel Dietrich eingewechselt wurde und noch zwei unhaltbare Tore kassierte, nachdem seine Vorderleute im Gefühl des klaren Vorsprungs in der Defensive allzu pomadig zur Sache gingen und damit den bis zwei Minuten vor Schluss hervorragenden Gesamteindruck etwas verwischten. „Unsere Tore fielen zu spät. Wir hätten in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit unsere Chancen nutzen sollen, aber das ist derzeit unser Problem“, so ein enttäuschter Uttigen-Coach René Althaus, dessen Team über weite Strecken des Spiels klar dominiert wurde. Nichts anbrennen ließen die Weiler auch am Sonntag gegen Biasca. Die Gäste gingen zwar nach 19 Minuten durch Marco Motaran mit 1:0 in Front. Dieser Gegentreffer war allerdings der Weckruf für die Gastgeber. Innert drei Minuten drehten die Einheimischen den Rückstand in einen 3:1-Vorsprung. Die ersten beiden Treffer gingen auf das Konto von Jorge Villamil Novoa, der in der 20. und 21. Minute traf. In der 24. Minute verwandelte Sascha Wörner einen Penalty, nachdem der RSV-Spieler von Motaran gefoult worden war. Nach 46 Minuten und dem 5:2 für Weil war die Partie entschieden.

Torfolge Weil – Uttigen: 1:0 (18.) Villamil Novoa, 2:0 (27.) Bross, 3:0 (34.) Wörner, 4:0 (34.) Bross, 5:0 (37.) Villamil Novoa, 5:1 (49.) Vanina, 5:2 (49.) Vanina.

Torfolge Weil – Biasca: 0:1 (19.) Motaran, 1:1 (20.) Villamil Novoa, 2:1 (21.) Villamil Novoa, 3:1 (24.) Wörner (Penalty), 4:1 (40.) Wörner, 4:2 (42.) Grassi, 5:2 (46.) Villamil Novoa, 5:3 (48.) Grassi (Penalty), 6:3 (49.) Wörner.


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (22.12.2014)

RSV Weil holt Punkt in Genf

Rollhockey-Team unterliegt amtierendem Meister 4:5 n. V.

ROLLHOCKEY Nationalliga A Schweiz: Genfer RHC – RSV Weil 5:4 (2:0) n.V. (sha). Der RSV Weil hat einmal mehr gezeigt, dass ihm Duelle mit dem Schweizer Branchenprimus aus Genf liegen. Nach einer ersten Hälfte, "in der wir Konsequenz und Konzentration im Abschluss noch vermissen ließen", wie Co-Spielertrainer Samuel Wenger erklärte, richtete sich der Coach ans Team. "Genf führte zwar 2:0, zeigte aber keine gute Leistung. Das haben die Jungs auch so empfunden. Ich rief allen noch einmal ins Bewusstsein, dass die Chance in Genf zu punkten so groß, wie lange nicht mehr war."

Nach Sascha Wörner Anschluss per halbhohem Treffer ins kurze Eck (29.), konterten die Gastgeber zwei Mal erfolgreich – 4:1. Doch Felix Furtwängler brachte die Hoffnung mit seinem ersten Saisontor zurück – eine Kopie des Treffers zum 1:2 (35.). Nach Sirak Abrahas Tor nach einem Foulpenalty, ebenfalls sein erster Saisontreffer, verwandelte Wörner auch noch den direkten Freistoß nach dem zehnten Genfer Teamfoul zum 4:4 (49.). "Der Schiedsrichter sah zuvor im Zweikampf zwischen mir und Pedro Alves ein Foul von Alves. Ich hätte da anders herum entschieden", gab Wenger zu.

In der Verlängerung das umgekehrte Bild. Wenger: "Genf wurde nach Foul im Zweikampf das 15. Teamfoul zugesprochen." Und Kapitän Federico Garcia Mendez traf zum Sieg, als der direkte Freistoß von Alves von der Bande zurückprallte.

Tore: 1:0 Alves (8.), 2:0 Garcia Mendez (9.), 2:1 Wörner (29.), 3:1 Simons (31.), 4:1 Alves (32.), 4:2 Furtwängler (35.), 4:3 Abraha (35./ Penalty), 4:4 Wörner (49./direkter Freistoß), 5:4 Garcia Mendez (52.).


 Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (15.12.2014)

Bross trifft in der Verlängerung

Jorge Villamil Novoa trifft viermal für den RSV.   Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Jorge Villamil Novoa trifft viermal für den RSV. Foto: Archiv

Seedorf (nod). Es geht doch. Der RSV Weil ist am Samstag beim Auswärtsspiel in Seedorf gegen den RHC Uri wieder in die Erfolgsspur eingebogen. Die Weiler setzten sich am Ende in der Verlängerung mit 5:4 durch. Das entscheidende Tor erzielte Max Bross in der 57. Minute. Der auffälligste Spieler bei den Gästen aus der Grenzecke war jedoch Goalgetter Jorge Villamil Novoa. Der 21-jähirge Spanier erzwang mit einer überragenden Vorstellung und vier erzielten Toren die Verlängerung. Zunächst sah es allerdings nicht nach einem Weiler Erfolg aus. Die Gastgeber kamen wesentlich besser in die Partie, führten nach einem Doppelschlag in der 9. Minute früh 2:0. Pol Garriga Jimenéz und Joshua Imhof trafen innert 16 Sekunden.

Bei den Gästen lief wenig zusammen. Spielertrainer Enzo Lain nahm darauf hin eine Auszeit, stellte seine Mannschaft neu ein. Mit Erfolg: Villamil Novoa (22.) verkürzte noch vor der Pause auf 1:2. Auch im zweiten Spielabschnitt hatte der RHC Uri den besseren Start. So besorgte Patrick Greimel in der 33. Minute das 3:1. Doch dann trumpfte Jorge Villamil Novoa groß auf, besorgte mit seinen Treffern in Minute 34 und 35 den 3:3-Ausgleich. Und es kam noch besser für die Gäste. In der 42. Minute fackelte Villamil Novoa nicht lange, brachte den RSV Weil erstmals in dieser Partie in Führung. Das 4:3 hielt jedoch nur bis zur 47. Minute, dann gelang Silvio Schuler der 4:4-Ausgleich. So stand’s auch nach 50 Minuten. Die Verlängerung musste die Entscheidung bringen. Und schließlich schlug Max Bross zu und der RSV Weil trat mit einem 5:4-Erfolg die Heimreise an.

Tore: 1:0 (9.) Jimenéz, 2:0 (9.) Imhof, 2:1 (22.) Villamil Novoa, 3:1 (33.) Greimel, 3:2 (34.) Villamil Novoa, 3:3 (35.) Villamil Novoa, 3:4 (42.) Villmail Novoa, 4:4 (47.) Schuler, 4:5 (57.) Bross.


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (08.12.2014)

RSV Weil rollt 3:0 aus den Händen

Rollhockeyteam verliert Heimpartie gegen RHC Wimmis in der Verlängerung mit 3:4 / Nach Führung völlig den Faden verloren.

Der K.O.: Der Weiler Kapitän Marc Werner (2) und Torhüter Daniel Dietrich enttäuscht nach dem 3:4 Foto: Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – RHC Wimmis 3:4 (3:3, 0:0) n. V. Als Sechs-Punkte-Duell hat Routinier Samuel Wenger das letzte Heimspiel des RSV Weil in diesem Jahr bezeichnet – auch wenn in Wahrheit lediglich drei Zähler verteilt wurden. Gleichwohl befanden sich die Gastgeber gegen Wimmis auf gutem Weg, jene komplett einzustreichen. Schließlich führten sie nach 38 Minuten mit 3:0 Toren. Was sollte da noch schiefgehen? Doch verdaddelten die Weiler in den letzten elf Minuten ihren Vorsprung und verloren in der Verlängerung.

Nach 127 Sekunden der Overtime zog Patrik Müller einfach mal aus der eigenen Hälfte ab. Und der Ball, der waohl am Weiler Gehäuse vorbeigegangen wäre, rauschte, von Sebastian Pfähler unhaltbar abgefälscht, zum "Golden Goal" ins linke obere Eck. Während die Gäste ihren Sieg ausgelassen feierten, waren die Weiler nach dem "plötzlichen Tod" fassungslos. "Eine 3:0-Führung darf man nicht mehr aus der Hand geben, so etwas ist uns schon lange nicht mehr passiert", kommentierte Samuel Wenger die Schlappe.

Auch Torhüter Daniel Dietrich rang sichtlich nach Worten und war völlig ratlos. "Wir haben regelrecht um Gegentore gebettelt, doch hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass wir nach dem 3:0 so den Faden verlieren." Doch gingen die Weiler allzu leichtsinnig mit ihren Chancen um, zumal sie nach der klaren Führung einen Gang zurückschalteten. Während sie bei ihren Kontermöglichkeiten gegen die nun deutlich offensiver und mit Pressing agierenden Wimmiser die nötige Konsequenz im Abschluss vermissen ließen, bekamen die Gäste nun Oberwasser. Überdies schienen sich die Weiler fortan allzu sehr auf die Abwehrkünste ihres vorzüglich Keepers zu verlassen, der sein Gehäuse 40 Minuten lang förmlich vernagelt hatte.

Doch als Sebastian Pfähler nicht angegriffen wurde und mit einem Distanzschuss, ähnlich wie beim Siegtreffer, auf 1:3 verkürzte, glaubten die Schweizer wieder an ihre Chance. Zumal Gmür wenig später bei einem Konter sogar den 2:3-Anschluss herstellte. Und als die nun immer mehr ihr Konzept verlierenden Weiler den Ball erneut nicht aus der Gefahrenzone bekamen, stand wiederum Gmür goldrichtig, ließ die Kugel, technisch stark, kurz in der Luft auf seinem Schläger tanzen und hämmerte sie aus kurzer Entfernung volley zum 3:3-Ausgleich ins Weiler Netz – genau 77 Sekunden vor der Schlusssirene.

Kein Wunder, dass die Weiler völlig konsterniert waren. Schließlich hatten sie die überaus faire Partie lange Zeit beherrscht, scheiterten allerdings wiederholt am guten RHC-Keeper Stefan Dubach – zweimal sogar bei Penaltys durch Wenger und Wörner (20.). Doch parierte auch Dietrich einen Strafstoß von Wirth (24.). Als Max Bross jedoch per Rückhand aus spitzem Winkel die 1:0-Führung erzielt hatte (31.), schien der Bann gebrochen. Zumal sich fortan tumultartige Szenen vor dem Gästekasten abspielten. Und kurz darauf Marc Werner nach klugem Zuspiel von Wenger per Konter sowie Nachwuchsmann Tim Schaller im Nachsetzen auf 3:0 erhöhten.

Tore: 1:0 Bross (31.), 2:0 Werner (35.), 3:0 Schaller (38.), 3:1 Sebastian Pfähler (40.), 3:2 Gmür (44.), 3:3 Gmür (49.), 3:4 Sebastian Pfähler (53.).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (01.12.2014)

Am Ende bleibt nur Frust

Rollhockey-Nationalligist RSV Weil unterliegt Spitzenreiter Basel nach intensiver Begegnung 1:3 / Chancenverwertung ausbaufähig.

Feierte sein Saisondebüt für Weil: Jorge Villamil Novoa (links), hier im Duell mit dem Basler Spielertrainer Tobias Mohr Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – RHC Basel 1:3 (1:1). Daniel Dietrich war die Enttäuschung nach 50 packenden Derbyminuten anzumerken. Der Weiler Torhüter war der Turm in der Schlacht gegen den erstplatzierten RHC Basel gewesen, die der RSV mit etwas mehr Glück und Vermögen im Abschluss auch hätte für sich entscheiden können.

Umso frustrierender war für Dietrich die Erkenntnis, dass zum Erfolg in einer lange Zeit ausgeglichenen Partie "zwingendere Angriffe von uns nötig gewesen wären". Von der ersten Minute merkte man den Weilern an, dass ihre Konzentration dem Defensivkonzept galt, das die technisch versierten Basler in ihren Wirkungskreisen einschränken sollte. Doch kamen die Gäste dennoch immer wieder zu Abschlüssen. Phasenweise leisteten sie sich den Luxus, einen Akteur bei Weiler Ballbesitz vor dem gegnerischen Tor zu postieren, um blitzschnell umzuschalten.

Treffer resultierten daraus zunächst keine – zu fahrlässig gingen die Gäste um Spielertrainer Tobias Mohr mit ihren Chancen um. Es waren vielmehr die Weiler, die nach einem Distanzkracher ihres Kapitäns Marc Werner überraschend das 1:0 erzielten. Mit einem ansatzlosen Schuss ließ er dem gut aufgelegten Gästekeeper Carlos Silva keine Abwehrchance. Drei Metalltreffer später war es aber auch für die Basler so weit: Tiago Sousa fand die Lücke zwischen Dietrich und dem Torpfosten und netzte zum Ausgleich kurz vor der Pause ein.

Während sich die Weiler in der Halbzeit zur Beratung in der Kabine zurückzogen, beließen es die Basler bei einem kurzen Plausch und individuellen Schussübungen. Es brauchte aber nicht erst dieses Beispiels, um festzustellen: Die Basler verließen sich ganz auf ihre individuelle Qualität, ausgeprägte Taktikgespräche führten Mohr und Co. nicht.

RHC Basel nutzt Weiler Fehler eiskalt aus

In Minute 31 gingen die Basler erstmals in Führung: Nach Fehlpass des Weiler Co-Spielertrainers Samuel Wenger, der das Team mit Sirak Abraha für den abwesenden Enzo Lain coachte, schalteten die Basler blitzschnell um, und erneut traf Sousa. Dietrich fälschte den Ball noch unglücklich ins eigene Tor ab. "Diese kleinen Fehler wie meinen vor dem 1:2 müssen wir schnell abstellen", erklärte Wenger selbstkritisch. Drei Minuten später hatte Mohr per Strafstoß zweimal die Chance, Dietrich zum 3:1 zu überwinden. Doch auch er scheiterte wie schon André Pereira zuvor am exzellent reagierenden Torhüter.

Indes intensivierten die Hausherren gegen Ende noch einmal ihre Bemühungen. Doch selbst eine Überzahl nach Blauer Karte gegen Alberto Garcia münzten die Weiler, die ebenfalls zwei Penaltys vergaben, nicht in Zählbares um. "Wir waren zu harmlos, oft fehlten Kraft und Präzision beim Abschluss. Basel hat uns diesbezüglich eine Lehrstunde erteilt", befand Dietrich. Dazu erwischte das Schweizer Schiedsrichterduo Enrico Armati und Markus Grossniklaus nicht seinen besten Tag: In Hälfte zwei änderten sie ihre kleinliche Linie just in dem Moment, als Basel das neunte Teamfoul kassierte. Hier verharrte die Strafenanzeige bis 26 Sekunden vor Schluss. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Basler Rui Ribeiro per Konter das Spiel aber schon entschieden.

Tore: 1:0 Werner (11.), 1:1, 1:2 beide Sousa (23., 31.), 1:3 Ribeiro (48.).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (24.11.2014)

RSV Weil siegt nach Penaltys

Rollhockey-Nationalligateam behält in Montreux die Nerven.

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Schweiz: Montreux HC – RSV Weil 3:4 n.P. (1:1) (sha). Gestohlen sei er nicht gewesen, der Weiler Sieg in Montreux. "Aber ein wenig Glück war schon mit dabei", schmunzelte Co-Spielertrainer Samuel Wenger. Sein Team sah sich mit enorm engagiert zu Werke gehenden Hausherren konfrontiert. "Sie haben uns richtig hinten reingedrückt", erklärte Wenger. "Aber wir bekamen bei ihren zahlreichen Angriffen oft noch einen Schläger dazwischen. Das war eine richtig gute Teamleistung, alle haben gekämpft bis zum Umfallen."

In Minute zehn netzte Jérôme Lafourcade nach einem Konter zum 1:0 ein, doch Kapitän Marc Werner brachte den RSV wieder ins Spiel zurück – ebenfalls per Kontertor. Zwei Mal ging der RSV im Anschluss in Führung, doch Montreux hatte jeweils eine Antwort parat. Besonders ärgerlich war der 3:3-Ausgleich kurz vor Schluss durch Adrian Boo Garcia. "Ein scharf vor unser Tor geschlagener Ball ist mir an den Rollschuh geprallt", sagte Wenger, dessen Schuhabpraller Torhüter Daniel Dietrich keine Chance ließ.

Im Penaltyschießen nach torloser Verlängerung war das Duo dann aber mitentscheidend für den Weiler Sieg: Dietrich parierte zwei Versuche der Westschweizer, darunter den des Ex-Weilers Ferran Guimerà, und Wenger entschied mit dem dritten Penalty das Spiel endgültig.

Tore: 1:0 Lafourcade (10.), 1:1 Werner (21.), 1:2 Wenger (31.), 2:2 Lafourcade (44./Penalty), 2:3 Wörner (45./Penalty), 3:3 Boo Garcia (49.).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (17.11.2014)

RSV Weil verbucht die ersten Punkte

Rollhockeyteam besiegt Neuling RHC Vordemwald sicher mit 6:0.

Zwei Treffer erzielte Max Bross (Mitte), der hier den Ball gegen zwei Gegenspieler des RHC Vordemwald abschirmt, für den RSV Weil. Foto: Schön

ROLLHOCKEY. Nationalliga A, Schweiz: RSV Weil – RHC Vordemwald 6:0 (2:0). Die ersten drei Punkte sind fest eingetütet. Nach einem äußerst holprigen Saisonauftakt mit drei Auswärtsniederlagen in Folge haben die Rollhockeyspieler des RSV Weil endlich ihr erstes Erfolgserlebnis gefeiert. Gegen den Aufsteiger RHC Vordemwald gelang ihnen am Sonntagnachmittag in der heimischen Rollsporthalle im Nonnenholz ein ungefährdeter 6:0-Sieg.

"Das war nach den drei Niederlagen ganz wichtig für die Psyche", resümierte Spielertrainer Enzo Lain hernach zufrieden. Zwar kamen die Gastgeber vor mehr als 250 Zuschauern ein wenig schwer in Gang, auch wenn sie bereits in der Anfangsphase zahlreiche gute Torchancen herausspielten. Allerdings wirkten sie vor dem Gehäuse der mit einer Zonenverteidigung agierenden Gäste nicht zwingend und entschlossen genug. Sogar in personeller Überzahl schien das gegnerische Gehäuse wie vernagelt. Stattdessen kassierten sie bei den schnellen Kontern von Vordemwald gleich vier unnötige Teamfouls. Dies glich sich in der fairen Partie später aber aus, so dass beiderseits auch kein Strafstoß verhängt werden musste.

Erst nach einem Schuss von Sascha Wörner, den der ansonsten gute Vordemwalder Torhüter Moritz Häfliger abprallen ließ, so dass Samuel Wenger im Nachschuss zum 1:0 abstaubte, fanden die Weiler besser in die Partie. Wenig später erhöhte Max Bross mit einem Distanzschuss, den er nach einem Diagonalpass direkt in Richtung Vordemwalder Tor adressierte und dabei Häfliger fast von der Bande aus überraschte, auf 2:0.

Fortan versuchten die Gäste, sich aus der Umklammerung zu lösen und ebenfalls am Spiel teilzunehmen. Dabei kombinierten sie durchaus gefällig, doch wirkten sie vor dem Tor allzu harmlos. Und nachdem RSV-Spielführer Marc Werner mit einem abgefälschten Schlagschuss kurz nach Beginn der zweiten Hälfte das 3:0 erzielt hatte, lief die Partie in geregelten Bahnen. Dies erst recht nach dem 4:0 nur drei Minuten später durch einen von Wörner eiskalt verwandelten Strafstoß, als Patrick Moor den Weiler Felix Furtwängler völlig unnötig und übermotiviert mit einem Crosscheck in der Bandenecke von hinten niederstreckte und mit der blauen Karte zwei Minuten lang auf der Strafbank Platz nehmen musste. "Momentan fehlt noch etwas das Tempo", bilanzierte Lain, "aber spielerisch haben wir uns wieder verbessert.

Tore: 1:0 Wenger (12.), 2:0 Bross (19.), 3:0 Werner (31.), 4:0 Wörner (34./Penalty), 5:0 Bross (41.), 6:0 Wenger (50.).


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (10.11.2014)

Drittes 2:4 in Folge für RSV

Weiler Rollhockeyteam unterliegt auch in Diessbach.

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Schweiz: RHC Diessbach – RSV Weil 4:2 (3:1) (sha). Drittes Auswärtsspiel – dritte 2:4-Pleite. "Wir müssen jetzt schleunigst einen Gang zu legen, um möglichst schnell zu Punkten zu kommen", erklärt der Weiler Torwart Daniel Dietrich. Der Blick auf die Tabelle, in der der RSV momentan den letzten Platz belegt, sei "natürlich ganz und gar nicht erfreulich für uns".

In Diessbach lag der RSV schon nach 18 Sekunden mit einem Tor im Rückstand: Der Ex-Friedlinger Michel Dantas Zanini hatte per Distanzschuss zur Führung getroffen. Der neue Spanier im Kader der Hausherren, David Carles Domènech, erhöhte im Anschluss sogar per Penalty auf 2:0, nach einem vorangegangenen Foul im Strafraum.

Auch Max Bross postwendender Anschlusstreffer nach einer feinen Einzelaktion des Weilers brachte keine Sicherheit in das RSV-Spiel. "Im Moment sind alle im Kader noch weit von der Normalform entfernt", resümierte Dietrich, der auch die zuletzt angespannte Personallage beim RSV "nicht als Ausrede für unsere bisherigen Leistungen" gelten lassen wollte.

Tore: 1:0 Zanini (1.), 2:0 Domènech (12./Penalty), 2:1 Bross (13.), 3:1 Galan (21.), 4:1 Domènech (39.), 4:2 Wenger (49./Penalty). Z.: 100. Blau: Schaller (25./Weil).


 Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (27.10.2014)

Jetzt ist es ein Fehlstart

Von Uli Nodler Biasca. Mit leeren Händen hat der RSV Weil am Samstag die Heimreise aus dem Tessin angetreten. Die Gäste aus der Grenzecke verloren auch ihr zweites Nationalliga A-Meisterschaftsspiel beim RC Biasca mit 2:4 (1:3). „Jetzt kann man sage, dass der Saisonstart in die Hose gegangen ist“, gab RSV-Keeper Daniel Dietrich nach dem Match unumwunden zu. Dabei konnten die Weiler die Begegnung nahezu in Bestbesetzung bestreiten: Denn mit von der Partie war neben Max Bross auch Jorge Villamil Novoa, der noch bis Jahresende in Como studiert. Der Spanier konnte dem Weiler Spiel aber auch keine positiven Impulse geben. Die aggressiven Gastgeber stellten schon in den ersten zwölf Minuten mit zwei Treffern die Weichen auf Sieg. Zunächst kassierte Samuel Wenger in der 9. Minute eine Blaue Karte und Ré Cleto verwandelte den direkten Freistoß zum 1:0 für die Gastgeber. Drei Minuten später führte Biasca bereits mit 2:0. Spielertrainer Andrea Perin lenkte den Ball unhaltbar für Dietrich in den Weiler Kasten ab. Immerhin gelang dann Wenger (15.) mit einem verwandelten Penalty der Anschlusstreffer, doch Ivan Ruggiero (20.) stellte fünf Minuten vor der Pause mit dem 3:1 den alten Abstand wieder her.

Der zweite. Abschnitt war über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe. Hoffnung keimte im Weiler Lager auf, als Max Bross (45.) das 2:3 gelang. In der letzten Minute dann setzte der RSV alles auf eine Karte, nahm Dietrich zu Gunsten eines fünften Feldspielers vom Feld. Es nutzte nichts. Stattdessen traf Andrea Perin eine Sekunde vor der Schlusssirene ins leere Weiler Tor. Nun ist erst einmal Pause. Erst am 8. November geht’s in der Liga weiter. Dann steht für Weil das dritte Auswärtsspiel an. Der RSV tritt beim RHC Diessbach an.


Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (13.10.2014)

RSV Weil fehlt das nötige Glück

Rollhockey-Nationalligist verliert zum Auftakt in Uttigen.

ROLLHOCKEY Nationalliga A, Schweiz: RSC Uttigen – RSV Weil 4:2 (3:1) (sha). Schon vor dem Spiel wusste Co-Spielertrainer Samuel Wenger genau, von welchem Uttiger die größte Gefahr ausgehen würde: Marzio Vanina, dem Schweizer Neu-Nationalspieler. Ihn in Schach zu halten, gelang den Weilern jedoch nicht.

Erst vollstreckte Vanina ins kurze Eck, wobei Daniel Dietrich im Weiler Tor nicht den glücklichsten Eindruck hinterließ, beim 2:1 fand sein Distanzschuss sogar aus der eigenen Hälfte den Weg unter Dietrich hindurch ins Tor. Und zum 4:1 schoss er unter mehreren Weilern hindurch. "Daniel hatte wohl nicht seinen besten Tag, das sagte er selbst hinterher, aber andererseits hat er uns auch schon unzählige Spiele gerettet", erklärte Wenger, der sowohl den 1:1-Ausgleich nach feinem Querpass von Felix Furtwängler als auch den Treffer zum 2:4 Endstand per Penalty erzielte.

"Jeder weiß, dass er jetzt noch mehr machen muss", ist sich Wenger sicher, freute sich aber auch über Fortschritte im RSV-Team: "So einen feinen Pass wie den vor dem 1:1 habe ich von Felix noch selten gesehen; es ist schön zu beobachten, wie gerade die Jungen im Moment in der persönlichen Entwicklung weiterkommen." Nach der Europacup-Pause geht es für den RSV in knapp zwei Wochen ins Tessin nach Biasca.

Tore: 1:0 Vanina (5.), 1:1 Wenger (15.), 2:1 Vanina (21.), 3:1 Wada (25./Penalty), 4:1 Vanina (31.), 4:2 Wenger (50./Penalty). Z.: 90. Blau: Lain (25./Weil).


 Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (06.10.2014)

RSV Weil fliegt aus dem Pokal

3:4 Niederlage beendet Pokalsaison des Rollhockeyteams.

ROLLHOCKEY Schweizer Pokal, Achtelfinale: RHC Bern – RSV Weil 4:3 (sha). Der RSV Weil muss die Segel im Schweizer Pokal früh streichen: Beim zweitklassigen RHC Bern kassierte das Team von Spielertrainer Enzo Lain eine ebenso ärgerliche wie unnötige 3:4-Schlappe und muss sich aus einem von zwei Titelkämpfen in dieser Spielzeit schon früh verabschieden.

"Wir sind sehr enttäuscht", gibt Co-Spielertrainer Samuel Wenger, der für die zwischenzeitliche 2:1-Führung per Penalty selbst sorgte, unumwunden zu. Man habe es nach den Treffern von Sascha Wörner und Tim Schaller jeweils verpasst, "für weitere Tore und damit einen noch sichereren Vorsprung zu sorgen". Doch nicht nur die Weiler Abschlussschwäche stand diesem Vorhaben im Weg, auch Schiedsrichter Marco Pace tat es: "Wenn es in einem Spiel in der Summe mehr blaue Karten und Penaltys als Teamfouls gibt, dann ist das schon etwas merkwürdig", befand Wenger.

Tore: 0:1 Wörner (17.), 1:1 Leichtnam (21.), 1:2 Wenger (30./Penalty), 1:3 Schaller (41.), 2:3 Kriegel (42.), 3:3 Schädeli (43.), 4:3 Leichtnam (47.). Zuschauer: 50. Blaue Karten: Schädeli (2.), Pfenninger (35./beide Bern); Lain (42., 50./Weil).


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (29.09.2014)

Weil verpasst Supercupsieg

Rollhockeyteam unterliegt eingespieltem Genfer RHC 2:5.

ROLLHOCKEY. Schweizer Supercup in Uttigen: Genfer RHC – RSV Weil 5:2 (1:1) (sha). Über weite Strecken gut mitgehalten hat der RSV Weil im Supercup. Gegen den amtierenden Schweizer Meister- und Pokalsieger, der vor einer Woche schon seine erste Ligapartie gegen Biasca (5:0) absolviert hat, schwammen den Weilern erst gegen Ende des Spiels die Felle davon. "Da ist uns dann die Puste ausgegangen, und man hat gemerkt, dass die Genfer, bedingt durch deren früheren Saisonstart, einen Schritt voraus sind", analysierte Samuel Wenger, Co-Trainer der Weiler. Wenger war es auch, der die Genfer Führung durch Florian Brentini in Minute 20 per Penalty ausglich. Ein Foul im Strafraum war zuvorgegangen.

RSV kann Ausfälle nur teilweise kompensieren

Trotz der Ausfälle der Routiniers Sirak Abraha und Max Bross sowie des bis Ende des Jahres zum Auslandssemester in Italien weilenden Jorge Novoa, spielten die Weiler in der Folge weiter mit und gingen nach der Pause durch Kapitän Marc Werner sogar in Führung. Werner hatte einen strammen Schuss von Sascha Wörner, den der Genfer Keeper nur abprallen ließ, clever per Lob im Kasten versenkt. Trotz des konditionellen Einbruchs der Weiler im Anschluss, sprach Wenger "von einem super Test, der uns auch zeigt, woran wir noch arbeiten müssen". Am Samstag wartet in Bern zum Pokalauftakt ein ungewohnter Außenplatz auf den RSV.

Tore: 1:0 Brentini (8.), 1:1 Wenger (20./Penalty), 1:2 Werner (29.), 2:2 Desponds (37.), 3:2 Coelho (39.), 4:2 Brentini (43.), 5:2 Coelho (47.).


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Weiler Zeitung. (24.09.2014)

Viele Ausfälle zu Beginn

Steht vor einer nicht einfachen Saison mit den Rollhockeycracks des RSV Weil: Coach Enzo Lain.   Foto: Bernd Kohler Foto: Die Oberbadische

Steht vor einer nicht einfachen Saison mit den Rollhockeycracks des RSV Weil: Coach Enzo Lain. Foto: Bernd Kohler

Von Bernd Kohler Weil am Rhein. Der Optimismus hält sich in Grenzen. Knapp drei Wochen vor Beginn der Qualifikationsrunde in der Nationalliga A im Schweizer Rollhockey steht Vizemeister RSV Weil zwar ein quantitativ gleicher Spielerkader wie in der Vorsaison zur Verfügung, qualitativ aber wird die Mannschaft von Cheftrainer Enzo Lain eher schwächer eingeschätzt – zumindest bis zur Weihnachtspause. „Der Saisonanfang könnte problematisch werden“, sagt Co-Trainer, Spieler und Pressesprecher Samuel Wenger. Die Gründe: Zum einen ist Torjäger Ferran Guimera zum HC Montreux abgewandert (wir berichteten), wo der Spanier als Industriedesigner eine bessere berufliche Zukunft sieht, zum anderen müssen Spieler wegen beruflicher Weiterbildung beim Training kürzer treten: Max Bross besucht weiterhin die Meisterschule, Mannschaftskapitän Marc Werner absolviert im Rahmen seiner Ausbildung bis Jahresende einen Blockunterricht in Stuttgart. Schmerzlich für den RSV ist auch, dass Jorge Villamil in der Quali-Vorrunde überhaupt nicht zur Verfügung steht. Der Spanier weilt für ein Auslandssemester in Como, hält sich aber mit Training beim italienischen Erstligisten Sporting Lodi fit.

„In dieser Situation müssen unsere Junioren im Spiel mehr Verantwortung übernehmen“, erklärte Samuel Wenger, der vor allem Felix Furtwängler und Tim Schaller, die vermehrt zu Einsätzen kommen, gefordert sieht. RSV: Sirak Abraha mischt wieder mit Nach einjähriger Pause ist Sirak Abraha einziger Neuzugang neben zwei Jugendspielern, die bereits bei den Aktiven mittrainieren. Den Kader der ersten Mannschaft ergänzen die Torhüter Jens Schumann, Marvin Sütterlin und Daniel Dietrich sowie die Feldspieler Sascha Wörner, José Pedro Castro und Fabian Behringer. Den Trainerstab bilden wie bisher Enzo Lain und Samuel Wenger, die beide auch die Spielerlizenz besitzen, sowie Konditionstrainer Placido Davi. Auch Harald Vogt, die „gute Seele“ der Mannschaft, bleibt Betreuer. Die Qualifikationsrunde beginnt für den RSV Weil mit drei Auswärtsspielen. Vor heimischem Publikum im Nonnenholz präsentieren sich die Weiler erst am 16. November gegen Aufsteiger RHC Vordemwald. Am kommenden Samstag, 27. September (20.30 Uhr), bestreitet der RSV in Uttigen das Duell Meister gegen Vizemeister um den Supercup. Gegner ist der aktuelle Titelträger Genf RHC.  

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. April 2015 )