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Double, Saison 2008/09 PDF Drucken E-Mail

 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (22.06.2009)

RSV Weil feiert das Schweizer Double

Rollhockeyteam krönt überragende Saison in der Nationalliga A mit Pokal und Meisterschaft / Landrin geht wohl nach Friedlingen

Ausgelassen feierten die Rollhockeyspieler des RSV Weil ihre erste Schweizer Meisterschaft nach dem letzten Match gegen Thun. Foto: Meinrad Schön

ROLLHOCKEY. Ganze 32 Sekunden waren am Samstag im letzten Saisonspiel des RSV Weil gegen den SC Thunerstern gespielt, da musste die Partie schon wieder unterbrochen werden. Grund: Die Uhr der Anzeigetafel lief vorwärts statt rückwärts. Wenig später war der Fehler behoben, und das finale Match lief korrekt weiter. Ein Fauxpas mit Symbolwert: Denn was sich den Rollhockeyspielern des RSV Weil in ihrer dritten Saison in der Schweizer Nationalliga A an Widrigkeiten auch in den Weg stellte – auf und neben dem Spielfeld – , sie wurden mit allem fertig.

Und wie: Das Team spielte phasenweise wie aus einem Guss und war der Konkurrenz deutlich überlegen. Den verdienten Lohn erhielten die Weiler nach ihrem 6:2 (4:1)-Erfolg gegen Vizemeister Thun vor rund 350 begeisterten Zuschauern in der heimischen Rollsporthalle: Der Präsident des Schweizerischen Rollhockeyverbandes, Klaus Münger, überreichte RSV-Kapitän Sascha Wörner endlich den ersehnten Silberpokal des Schweizer Meisters – als erstem deutschen Verein in der eidgenössischen Sportgeschichte. Der RSV Weil holte nach dem Schweizer Pokal damit das begehrte Double – wie zweimal in der deutschen Bundesliga.

"Der RSV Weil ist ein würdiger Schweizer Meister", lobte Münger, während die Spieler des Titelträgers den Sekt spritzen ließen, "die Mannschaft hat sich die Meisterschaft voll verdient, auch weil sie die konstanteste Leistung aller Vereine über die gesamte Saison gezeigt hat." Auch der Thuner Trainer Bruno Lehmann gratulierte fair: "Weil ist verdient Meister geworden, weil sie eine unglaubliche Konstanz gezeigt haben und mehr als alle anderen Teams investierten."

Lediglich ein Spiel verlor das Team von Trainer Ron Schneider – am ersten Spieltag mit 2:6 in Thun. Fortan blieben die Weiler mehr als neun Monate lang ungeschlagen – in 29 Partien in Pokal und Meisterschaft. Am Ende hatten sie in der Tabelle rekordverdächtige 19 Punkte Vorsprung. Mithin war der Titel schon drei Spieltage vor Schluss in trockenen Tüchern. Oder, wie es die RSV-Spieler beim Saisonfinale auf ihren Meister-T-Shirts vermerkten: "Der Drops ist gelutscht." Dennoch kannte der Jubel bei Spielern und Fans, die das Team schon vor dem Anpfiff lautstark feierten, nach dem 26. Saisonsieg keine Grenzen. Bis in den frühen Sonntag bewiesen sie eindrucksvoll, dass sie auch fröhlich zu feiern verstehen.

Foto: Meinrad Schön

"Das war eine tolle, eine super Saison", schwärmte RSV-Torhüter Daniel Dietrich. "Wir waren von A bis Z die dominante Mannschaft und haben uns beide Schweizer Titel total verdient." Sirak Abraha ergänzte: "Anfangs lief es konditionell nicht so topp. Dass man damit viel erreichen kann, wurde uns nach dem 3:3 im Europacup in Walsum klar, als wir einen 3:1-Vorsprung fast noch abgaben."

Nachdem die Weiler ihre Trainingswoche um eine dritte Einheit erhöhten, lief es sowohl taktisch und technisch, als auch konditionell rund. "Wir mussten selten an die Leistungsgrenzen gehen und hatten immer noch Reserven", bilanzierte Ron Schneider, "und wir hatten das Glück, dass von den acht Stammspielern immer einer für den anderen in die Bresche springen konnte." Zugleich erinnerte der Coach daran, dass Ex-Mäzen "Roger Ehrler die Bedingungen dafür zu Saisonbeginn zur Verfügung stellte", auch durch die Verpflichtung von Sebastién Landrin. Das sei "ein großes Verdienst" von ihm. Neben "Genugtuung über die sportlichen Leistungen" empfand Schneider auch "Enttäuschung" darüber, "wie alles geendet hat, denn es ist schade, dass die Mannschaft nicht zusammenbleibt".

Nach der Partie verabschiedete RSV-Abteilungsleiter Peter Hartenfeller Landrin mit einem Geschenk, ebenso wie Tobias Mohr, Sebastian Winkler, Dino und Gianfranco Davi, die alle zum neuen RHC Friedlingen gehen. Mehr noch: Dem Vernehmen nach wechselt der Kapitän von Frankreichs Nationalmannschaft, der wie Abraha und Marc Werner beim Finale mit Irokesenschnitt auflief, ebenfalls nach Friedlingen – als Trainer oder Spielertrainer für das Nationalliga-B-Team. Dafür sollen Schweizer Meldungen zufolge sogar die früheren RSV-Spieler Marcel und Remon Lugtenburg reaktiviert werden. Und vielleicht sogar Ex-Torhüter Jürg Ottmann, der dies freilich verneinte. "Da ist nichts dran, es gab auch keine Anfrage."

Tore: 1:0 Bross (2.), 1:1 Röllin (6.) 2:1 Wörner (6.), 3:1 Mohr (9.), 4:1 Landrin (13.), 5:1 Abraha (30.), 6:1 Landrin (32.) 6:2 Röllin(45.).

 


 

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung. (29.05.2009)

"Der Drops ist gelutscht"

ROLLHOCKEY. Das begehrte Double ist perfekt. Eine Woche nach dem erstmaligen Gewinn des Schweizer Pokals haben die Rollhockeyspieler des RSV Weil nun auch zum ersten Mal die Meisterschaft in der Eidgenossenschaft gewonnen. 24 Stunden nach ihrem 6:2-Heimsieg gegen den RHC Wimmis triumphierte die Mannschaft von Trainer Ron Schneider gestern Abend auch beim Genfer RHC unerwartet deutlich mit 8:1 (3:1)-Toren und ist in der Tabelle bei nun zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger SC Thunerstern drei Spieltage vor Saisonende nicht mehr einzuholen.

Ein Treffer blieb dem Weiler Marc Werner (Zweiter von rechts), hier im Duell mit dem Ex-Weiler Pascal Ingold, beim 6:2-Sieg gegen Wimmis zwar verwehrt, doch gehörte er, beobachtet von Samuel Wenger (Mitte) und Sascha Wörner (rechts) zu den agilsten RSV-Angreifern. | Foto: Meinrad Schön

Rund 70 in einem Bus mitgereiste Fans feierten mit dem Tabellenführer den Triumph mit der Mannschaft ausgelassen und euphorisch bis in den späten Abend hinein. Zuvor hatten sie in Genf eine begeisternde und eines Meisters absolut würdige Vorstellung der Weiler beim Titelverteidiger erlebt. "Der Drops ist gelutscht", kommentierten Sebastian Winkler und Co-Spielertrainer Samuel Wenger freudetrunken die Meisterschaft. "Wir waren die beste Mannschaft mit dem besten Torwart und haben die besten Fans."

Trotz sommerlicher Hitzegrade blieben die Weiler in der Genfer Halle cool. "Wir haben konsequent gespielt, nicht gemeckert und die Nerven im Griff gehabt", sagte Wenger. Im Gegensatz zu den Genfern, die wegen Foulspiels und Meckerns drei blaue Karten kassierten und in der zweiten Hälfte konditionell einbrachen. "Wir merkten schon zur Pause, dass sie platt waren waren."

Eine rasante, torreiche und abwechslungsreiche Partie hatten die Weiler ihren Zuschauern schon tags zuvor gegen Wimmis geboten. Trotz der zwei Gegentreffer hatten die Gastgeber das Match jederzeit sicher im Griff. Schnell bewahrheitete sich die Prognose von Co-Spielertrainer Samuel Wenger, "dass uns die Spielweise von Wimmis gut liegt". Der Zeiger der Uhr hatte noch keine Umdrehung absolviert, da prüfte Kapitän Sascha Wörner per Scharfschuss erstmals die Stabilität des Torgestänges der Gäste. Wenig später knallte auch Tobias Mohr den Ball ans obere Dreieck. Auch der erste Treffer ließ nicht lange auf sich warten. Samuel Wenger erzielte nicht nur das 1:0, sondern kurz nach dem Ausgleich auch mit einem herrlichen Lupfer über den starken Gästetorwart Christian Wasemer hinweg die erneute Führung zum 2:1. Wenig später erhöhte Sebastién Landrin sogar auf 3:1.

Nach der Pause schaffte Wimmis zwar überraschend den 2:3-Anschlusstreffer und hätte durch Laurent Geiser und Marcel Althaus, die völlig allein vor dem einmal mehr glänzend disponierten Weiler Keeper Daniel Dietrich auftauchten sogar ausgleichen können, da die Einheimischen sich am Auslassen bester Chancen gegenseitig übertrafen. Doch sorgte Sascha Wörner mit dem 4:2, als er an der Mittelinie energisch antrat und die Kugel knallhart im Gästenetz versenkte, für die Vorentscheidung. Fast eine Kopie war das 5:2 durch Landrin, dessen Technik und Bewegungsabläufe erneut eine Augenweide waren. Und Tobias Mohr sorgte mit dem 6:2 nach doppeltem Doppelpass mit Marc Werner für den Endstand. Da konnten es sich beide Teams sogar leisten, jeweils einen Penalty (direkter Freistoß) durch Landrin und den Ex-Weiler Pascal Ingold auszulassen. "Trotz miserabler Chancenausbeute ging unsere Taktik voll auf", resümierte RSV-Coach Schneider. "Wir haben nicht mit Pressing begonnen, wie es Wimmis wohl erwartete, sondern darauf erst nach dem 2:1 umgeschaltet."

Tore gegen Wimmis:1:0 Wenger (4.), 1:1 Geiser (8.), 2:1 Wenger (10.), 3:1 Landrin (15.), 3:2 Leuenberger (28.), 4:2 Wörner (35.), 5:2 Landrin (45.), 6:2 Mohr (50.).

Tore in Genf: 1:0, 1:1 Landrin, 1:2 Mohr, 1:3 Wenger, 1:4 Mohr, 1:5 Landrin, 1:6 Wenger, 1:7 Winkler, 1:8 Landrin.

 


 

 

Cupsieg: RSV Weil sorgt für erstes Saisonhighlight und Novum im grenzüberschreitenden Sport

 

4:1-Erfolg im Finale gegen kampfkräftiges Uttigen / Starke Fanunterstützung in Thun

 

Von Bernd Kohler aus Thun

Thun/Weil am Rhein. Der Favorit ist seiner Rolle gerecht geworden: Durch einen verdienten 4:1 (0:0)-Sieg in Thun gegen den RSC Uttigen wurde der RSV Weil Schweizer Pokalsieger und sorgte damit für ein Novum im grenzüberschreitenden Sport.

 

Die Südbadener holten vor über 500 Zuschauern, darunter 140 RSV-Fans, nicht nur den begehrten „Kübel“, sie schafften gleichzeitig ein historisches Ereignis: Erstmals in der fast 100-jährigen Geschichte des eidgenössischen Rollhockeys holte ein ausländischer Verein einen Schweizer Titel. Zuvor hatte der RSV in der Bundesliga vier Meistertitel gewonnen und wurde dazu dreimal deutscher Pokalsieger.

 

„Eine glanzvolle Leistung der Mannschaft gegen einen sehr starken Gegner“, schwärmte der mitgereiste RSV-Vorsitzende und Weiler Bürgermeister Klaus Eberhard. Und Klaus Münger, Präsident des Schweizer Rollhockeyverbandes, setzte als wohnhafter Uttiger schweren Herzens noch einen drauf: „Ein sehr gutes Cupspiel mit einem dominierenden und damit ‚richtigen Sieger’. Das Spiel war echte Werbung für unseren Sport.“

Spieler des Tages in einer schnellen, kampfbetonten und einigen Nickeligkeiten geprägten Partie war Sébastien Landrin. Innerhalb weniger Sekunden stellte der französische Profi im RSV-Dress mit einem Doppelschlag zur 2:0-Führung Mitte der zweiten Halbzeit die Weichen zum Cupsieg. Bis dahin war das Finale völlig offen, Uttigens Torhüter Roman Langenegger und Daniel Drietrich auf der anderen Seite sorgten mit ihren Reflexen dafür, dass die Partie lange torlos, aber keines langweilig verlief.

 

„Wir wussten, dass wir geduldig spielen müssen, irgendwann würde sich der Torerfolg einstellen“, sagte Samuel Wenger, der mit dem vierten Weiler Treffer den finalen Schlusspunkt setzte. Stocktechnisch und läuferisch überlegen, ließ der RSV in der ersten Halbzeit beste Torchancen ungenutzt. Tobias Mohr scheiterte mit einem Penalty (8.) an Langenegger, ebenso Wenger mit einem indirekten Penalty (19.). Hinzu kam je ein Latten- und ein Pfostentreffer.

Auch als die nie aufgebenden Uttiger den 2:1-Anschlusstreffer (42.) durch den langen Patrick Saurer schafften, verlor ein von begeisterten Fans lautstark angefeuerter RSV nie die Übersicht. Auch nicht, als Max Bross sein Comeback wegen erneuter Verletzung abbrechen musste. Nur zwei Minuten nach dem Gegentor kam die Weiler Antwort: Mannschaftskapitän Sascha Wörner beförderte die Kugel zum 3:1 ins Tor, weil Tobias Mohr Langenegger die Sicht versperrte.

 

„Das 3:1 war der Knackpunkt. Ich wusste, jetzt kann nichts mehr schief gehen“, resümierte ein glücklicher RSV-Trainer Ron Schneider, der seinen ersten nationalen Titel gewann, daran auch großen Anteil hat. Der in Basel lebende Berner verstand es zusammen mit seinen Assistenten Samuel Wenger und Dino Davi, eine in sich gefestigte Mannschaft topfit für das erste Saisonhighlight auf die Bahn zu bringen. Das zweite soll in Kürze folgen: die Schweizer Meisterschaft und damit das Double.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 7. September 2015 )